Bass Hersteller_Warwick
Test
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02.03.2020

Warwick Rockbass Streamer RB NT1 Test

Viersaitiger E-Bass

Es leben die Achtziger!

Der Warwick Streamer wurde 1984 vorgestellt und ist sicherlich ein elementar wichtiger Grundstein für den Erfolg der deutschen Edelbass-Schmiede. Die erste Version des Erfolgsmodells, der Streamer Stage 1 mit durchgehendem Hals und EMG-Pickups, wurde noch ausschließlich in aufwändiger Handarbeit im schönen Frankenland hergestellt und war dementsprechend nicht gerade zu einem Schnäppchenpreis erhältlich. Heutzutage kommen erfreulicherweise auch Tieftöner mit knapperem Budget in den Genuss eines Streamer-Basses, denn Warwick bietet das beliebte Modell auch in ihrer in China gefertigten Rockbass-Serie zu einem deutlich günstigeren Kurs an. In diesem Test schauen wir dem viersaitigen Rockbass Streamer NT1 (eigentliche Schreibweise mit einer römischen "1", also "I") unter die Haube. Unser Testbass kommt - genau wie das kostspielige Original aus den Achtziger-Jahren - mit einem durchgehenden Hals, einer P/J-Tonabnehmer-Konfiguration, sowie einer wirkungsvollen Aktivelektronik daher.

Details

Ein Grund für die große Beliebtheit des Streamer-Modells ist sicherlich nicht zuletzt seine ergonomische Formgebung: Der Korpus ist sehr kompakt und liegt aufgrund einer leichten Wölbung sehr angenehm am Körper. Für die Korpusflügel unseres Testbasses verwendet Warwick klassische Erle; als Finish kommt ein transparenter Hochglanzlack mit leicht gelblicher Tönung zum Einsatz - die exakte Bezeichnung ist "Honey Violin Transparent High Polish Finish".

Das Herzstück des Rockbass Streamer NT1 ist ein aufwändig laminierter durchgehender Hals, der aus insgesamt fünf Teilen besteht. Für die stabile Konstruktion wurden drei breite Ahornstreifen mit zwei schmalen Furnieren aus Ekanga verleimt. Als Griffbrettmaterial setzt Warwick für die Großzahl ihrer Modelle Wenge ein, und auch beim günstigen Streamer aus chinesischer Fertigung besteht das Griffbrett aus dieser extrem harten Holzsorte. Im Wenge-Griffbrett parken 24 hochglanzpolierte Bünde aus Bronze im beliebten Jumbo-Format. Zur Orientierung gibt es kleine Dots an der Griffbrettflanke.

In Sachen Hardware geht Warwick auch bei der relativ preisgünstigen Rockbass-Serie keine Kompromisse ein und verwendet ausschließlich hochwertige und bewährte Komponenten aus eigener Entwicklung. Als Brücke kommt eine zweiteilige Warwick-Konstruktion zum Einsatz, die aus einem Saitenhalter und dem eigentlichen Steg besteht.

Die Saitenreiter der Bridge können einzeln sowohl vertikal für den Saitenabstand, als auch horizontal für die Saitenlage justiert werden. Außerdem kann auch der ganze Block mit vier Inbusschrauben in der Höhe angepasst werden. Wenn das Setup passt, werden anschließend alle beweglichen Teile mit zusätzlichen Inbusschrauben fixiert – mehr Funktionalität kann man von einer modernen Bassbrücke nicht erwarten!

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Die Saiten laufen von der Brücke über den ebenfalls höhenverstellbaren "Just a Nut III Tedur"-Sattel zur Warwick-typischen, kompakten und leicht abgewinkelten Kopfplatte, die vier gekapselte Stimmmechaniken und den Zugang zum Halsspannstab beherbergt.

Für die Tonübertragung setzt Warwick bei der Rockbass-Serie ausschließlich Produkte der deutschen Firma MEC ein. Mein Testkandidat kommt mit einem MEC Splitcoil-Pickup in der Halsposition, und vor der Bridge parkt ein aktiver MEC Singlecoil-Pickup.

Die MEC-Tonabnehmer leiten das Signal schließlich zu einer aktiven Elektronik weiter, die einen Zweiband-Equalizer für Bässe und Höhen bietet. Geregelt wird die Elektronik im Cockpit des Streamer NT mit einem Volume-Regler, einem Balance-Regler, und natürlich den beiden EQ-Reglern. Zum Betrieb genügt eine einzige 9-Volt-Batterie, die im rückwärtigen Elektronikfach untergebracht ist und dank des praktischen schwarzen Schnappdeckels im Notfall blitzschnell ausgetauscht werden kann.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • flexibles P/J-Setup mit klaren, modernen Sounds
  • sehr gute Ergonomie, hoher Spielkomfort
  • 1a Verarbeitung
  • solide, hochwertige Hardware
  • effektiver Equalizer

  • kein passiver Betrieb möglich
  • höchste Bünde nicht bequem zu erreichen

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