Software
Test
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30.08.2018

Waves Abbey Road Chamber Test

Delay- und Reverb-Plugin

Sgnt. Echo

Waves Abbey Road Chambers im bonedo Test: Ganz, ganz früher hatte jedes Studio eine Echo-Chamber, quasi einen leeren Raum, der nur mit Speakern, Mics und schallharten Wänden ausgestattet war, um Reflexionen, also die Echos zu erzeugen und aufzunehmen. Damit wurden vor über 60 Jahren Nachhall und Delays auf trockenen Aufnahmen gebracht, bevor es hochwertige Hallgeräte oder gar digitale Prozessoren gab.

Ein ziemliches aufwendiges Unterfangen und so verschwanden über die Zeit auch wieder viele dieser „ungenutzten“ Räumlichkeiten. Aber wie auch sonst gilt auch in der Audiowelt „Früher war alles besser!“ und so war es nur eine Frage der Zeit bis diese als Plugin wieder auftauchen!

Details

Geschichtsstunde

Es waren einmal „The Beatles“ und die haben vorzugsweise in den Abbey Road Studios in London aufgenommen. Dieses Studio hatte eine ganz fantastisch klingende Echo-Chamber. Und das Waves Abbey Road Chambers ist ein Plugin, das diesen Reverb und ein Tape-Delay unter einer schicken Oberfläche vereint, um so die Herangehensweise der berühmten Abbey Road Studios ab den späten 1950er Jahren zu simulieren. 

Um genau zu sein handelt es sich um die aufwendige Nachbildung der Hallkammer des Abbey Road Studio 2, das um das STEED-Setup ergänzt wurde – einer etwas aufwendigeren Verschaltung eines Tape-Echos mit der Echo-Chamber, kombiniert mit einigen Filtern. 

Aber halt – das ist noch nicht alles! Wenn Sie jetzt anrufen gibt es nicht nur einen, sondern gleich ganze zwei weitere Räume oben drauf! Ja, fast fühlt man sich wie beim Teleshopping, denn es gibt den Mirror Room der Abbey Road Studios sowie den Stone Room der ebenfalls sehr bekannten Olympic Studios dazu. Letztere kennen allerdings nicht so viele verschiedene Mic/Speaker-Setups wie das Studio 2.

Eure Dreifaltigkeit

Es ist offensichtlich, dass es sich hier grundlegend um Impulsantworten handeln muss. Diese wurden allerdings besonders schick mit einer sehr praktikablen GUI verwoben, die sogar noch weitere Elemente wie EQs (EMI RS127 und EMI RS106) und dergleichen kennt. Da die EMI viel für das Abbey Road entwickelte, wurde optisch dieser durchaus auch „militärische“ Look beibehalten. Wir halten fest: Das Waves Abbey Road Chambers ist eine Mischung aus Impulsantworten und Algorithmen. Eigene Impulsantworten lassen sich nicht laden.

Es kommen zwei unterschiedliche Mic-Sets (Neumann KM53 und Schoeps mk2hs) sowie zwei Speaker-Sets (B&W und Altec) und natürlich verschiedene Positionen des Aufbaus hinzu. Mal schallt der Speaker also in den Raum, dann wieder an die Wand, mal sind die Mics nah, dann wiederum sehr fern aufgebaut. Verspielt im Ansatz, dennoch sehr praktikabel in der Ausführung. Ein echter „go 2 Approach“ – im Gegensatz zu beispielsweise Faltungshall-Monstern wie dem Altiverb, die zwar noch viel mehr Sounds bieten, aber auch allgemeiner gehalten sind und durchaus nicht so zielgerichtet zum Ergebnis führen. Hier kann man sich also viel weniger verlieren.

Doch genug Name Dropping: Widmen wir uns lieber dem Signal-Flow, seinen verfügbaren Parametern und den kleinen Extras – das aber am besten im Praxisteil und mit konkreten Audiobeispielen. Wer allerdings gern in der Vergangenheit schwelgt und noch mehr Infos zum Entstehungsprozess braucht, dem sei folgende Promo äh Doku von Waves ans Herz gelegt.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • toller Klang
  • unkompliziert zu bedienen
  • aktuell äußerst günstig

  • kein Contra

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