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Test
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28.02.2014

Yamaha CP40 STAGE Test

Stagepiano

Mittelklasse-Bühnenpiano mit Ambitionen

Mit dem CP40 STAGE schickt Yamaha ein neues Stagepiano in der mittleren Preisklasse ins Rennen. Das erste Instrument der neuen CP STAGE Serie ist ein klassisches Bühnen-Digitalpiano, das laut Beschreibung in Sachen Tastatur und Klang einiges zu bieten haben soll. Wir haben den Neuling auf den Bonedo-Prüfstand gehoben und ausprobiert, ob er diese Erwartungen erfüllen kann.

Wie der größere Bruder CP4 STAGE basiert das hier getestete CP40 STAGE auf der sogenannten „Spectral Component Modeling“-Technologie. Dabei werden Sampling- und Modeling-Verfahren gemischt, um einen besonders natürlichen Klang zu erzeugen. Die wichtigsten Unterschiede sind übrigens, dass im CP40 STAGE keine Holztastatur verbaut ist und man auf einige Flügelmodelle verzichten muss (das CP4 bietet neben dem Yamaha-Konzertflügel CFIIIS noch zwei weitere Modelle: einen CFX-Konzertflügel sowie den S6-Flügel). Dafür ist das CP40 mit einem Straßenpreis von rund 1500 Euro etwa 500 Euro günstiger. Trotzdem haben wir es hier keineswegs mit einem Einsteigermodell zu tun, denn das Piano verfügt über diverse Features der größeren Geschwister. Ob es auch qualitativ mithalten kann, werden wir in diesem Test herausfinden.

Details

Gehäuse

Beim CP40 STAGE hat man großen Wert auf schlichtes Design und eine einfache Bedienung gelegt. Schon beim ersten Hinschauen gefällt mir das schnörkellose, schwarze Äußere, das übrigens größtenteils aus Kunststoff besteht. Manch anderes Stagepiano kommt in dieser Preisklasse schon mit etwas mehr Metall daher. Davon wiederum profitiert das Gewicht des Pianos: Mit 16,3 kg ist das Instrument im Vergleich zu vielen Konkurrenten wesentlich leichter und sehr angenehm zu transportieren. Das wird jeden Bühnenprofi erfreuen! Es ist aber wohl davon auszugehen, dass sich Kratzer und Schrammen am Kunststoffgehäuse im harten Bühnenalltag nicht ganz vermeiden lassen werden. 

Bedienfeld

Das Panel lässt sich in mehrere Hauptbereiche unterteilen. In der Mitte befindet sich ein schmales, aber dafür langes Display (2 Zeilen à 40 Zeichen), das in einem intensiven Blau beleuchtet wird. Links davon findet man Taster zur Steuerung der Parts (Split-/Layerfunktion), Effekte, Editiermöglichkeiten (Store, Utility etc.) sowie der integrierten Audio-Player/Recorder-Funktion. Rechts vom Display sind die Bedieneinheit zur Anwahl der Sounds sowie ein 3-Band-Master-Equalizer angeordnet. Abschließend erwähnt sei noch die bewährte Kombination aus Pitchbend- und Modulationsrad, welche sich links außen auf der Oberseite befindet. Man darf übrigens anmerken, dass die Gehäuse der beiden Modelle CP4 STAGE und CP40 STAGE aus derselben Fertigungsreihe zu kommen scheinen, denn man findet auf dem Gehäuse zwei Aussparungen für Fader, die nur beim CP4 STAGE vorhanden sind (nämlich für den 5-Band-EQ). Das soll uns aber nicht weiter stören – schauen wir uns nun die Tastatur an. 

Tastatur

In Yamaha-typischer Manier verfügt das CP40 STAGE über eine erstklassige Graded-Hammer-Tastatur. Anders als beim CP4 ist diese beim CP40 aus Kunststoff gefertigt, fühlt sich aber dennoch hervorragend an und macht einen wirklich guten Eindruck. Wie bei einer echten Flügeltastatur sind die Tasten im Bassbereich deutlich schwerer zu spielen als im Diskant. Für meinen Geschmack ist die Tastatur übrigens recht schwer gewichtet und eignet sich daher auch gut zum Üben.

Anschlüsse

Alle Anschlüsse des CP40 STAGE befinden sich auf der Rückseite. Hier findet man die Audioausgänge (2x unsymm. Klinke, 1x Kopfhörer), einen Aux-In (Miniklinke) zum Einspeisen eines externen Audiosignals, zwei USB-Anschlüsse (to Host / to Device), zwei MIDI-Buchsen (In / Out) sowie drei Anschlüsse für Pedale (Sustain, Assignable und Foot Controller). Das mitgelieferte Sustainpedal FC3 unterstützt das Halbpedalspiel. Außerdem gibt es rückseitig zwei Befestigungspunkte für ein Notenpult, das aber leider nicht im Lieferumfang enthalten ist. 

Sounds und Effekte

Das CP40 verfügt über 297 Klänge („Voices“), die in verschiedene Kategorien (Piano, EPiano, Organ etc.) einsortiert sind und schnell angewählt werden können. Die Zahl der Klänge variiert in den einzelnen Kategorien – so umfasst die Abteilung „A.Piano“ 15 Sounds, während es bei „E.Piano“ 35 Klänge sind. Da es in einigen Kategorien noch wesentlich mehr Voices gibt, bietet es sich an, mit dem Jog-Wheel durch die verschiedenen Klänge zu scrollen. Neben den typischen Brot-und-Butter-Klangfarben (Streicher, Pads etc.) enthält das CP40 STAGE auch einige Synth-Sounds, die an Presets der Yamaha Motif-Serie erinnern.

Im sogenannten Performance-Modus können die Sounds mitsamt Effekten auf 128 Plätzen abgespeichert werden. Hier befinden sich ab Werk schon 128 voreingestellte Presets mit typischen Soundkombinationen, darunter auch Splits und Layers.

Split / Layer und Masterkeyboardfunktion

Bei einem Stagepiano darf die Split- bzw. Layerfunktion natürlich nicht fehlen. Mit einem Tastendruck wird ein Split bzw. Layer aktiviert. Es können zwei Sounds gesplittet oder gelayert werden – komplexere Kombinationen mit drei oder mehr Klängen sind beim CP40 nicht möglich. Das Einstellen der gewünschten Sound-Kombination ist schnell erledigt, da beide Sounds permanent im Display angezeigt werden.

Das CP40 STAGE lässt sich auch als Masterkeyboard verwenden. Aus dem Performance-Modus heraus kann die Tastatur in bis zu vier Zonen aufgeteilt werden und z.B. auf verschiedenen MIDI-Kanälen senden. Ein praktisches Hilfsmittel, um auf der Bühne oder im Studio externe Klangerzeuger oder andere MIDI-Geräte vom CP40 anzusteuern.

USB-Schnittstellen

Die eingebaute USB-to-Host-Schnittstelle sendet und empfängt MIDI-Daten und ermöglicht die Verbindung zu einem Computer. Der zweite USB-Anschluss (to Device) ist für einen Speicherstick gedacht. Dieser dient zum einen als Aufzeichnungs- und Wiedergabemedium für den Audio-Player/Recorder. Das CP40 kann Audiodateien im WAV-Format aufnehmen und wiedergeben – interessanterweise wurde auf die Möglichkeit einer MIDI-Aufnahme verzichtet. Zum anderen lassen sich Nutzer-Daten wie Performances auf dem USB-Stick ablegen und archivieren. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr gute Tastatur
  • gute Pianosounds
  • geringes Gewicht
  • Masterkeyboard-Funktionen

  • Gehäuse fast vollständig aus Plastik
  • nur wenige einstellbare „Piano-Nebengeräusche“
  • keine Upright-Pianos

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