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Test
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10.12.2013

Yamaha DTX900K E-Drum Set Test

E-Schlagzeug inklusive Hardware und Modul für Profis

Das große Wow von Yamaha

Das Yamaha DTX900 E-Drumset ist das Flaggschiff der E-Drum-Sparte von Yamaha. Und einem echten, im Hamburger Hafen liegenden Schoner entsprechend, ist das DTX900 ein schwerer, behäbiger und besonders umfangreicher Klopper. Umfangreich sind denn auch die Einstellungsmöglichkeiten des Moduls und die Funktionen der Pads. Nach eingehendem Studium des Bedienbuches und nach Prüfung sämtlicher Funktionen auf Herz und Nieren fällt auf: Es hat sich viel getan im Bereich der E-Drums. Remarque würde vermutlich sagen: 'Im Westen nichts Neues, im Osten dafür umso mehr'.

Aus Fernost kommt alles, was Yamaha so produziert. Im Vergleich zu anderen E-Sets beeindruckt das DTX900-Modul vor allem mit den wahnsinnig vielen Einstellungsmöglichkeiten und die Pads sind mit kleinen Drehrädchen ausgestattet, mittels derer sich die Drums stimmen lassen oder sich der virtuelle Snare-Teppich spannen oder lösen lässt. Dieses Set kann viel. Wie viel genau, das erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Details

Das Rack und die Hardware

Das Rack dient der Befestigung der drei Tom-Pads, des Snare-Pads, der drei Beckenstative und des Moduls. Für die Hi-Hat-Pads wird ein ganz normaler Hi-Hat-Ständer von Yamaha mitgeliefert, das einzeln stehende Bassdrum-Pad muss mit einem eigenen Pedal bedient werden und ein Hocker ist auch nicht im Lieferumfang enthalten. Die Rackstangen, auf denen Halteklammern zur Aufnahme der Instrumente montiert werden, bestehen aus Aluminium, die Scharniere aus schwarzem Plastik. Der Mittelteil des Racks wird von zwei Querstangen stabil gehalten, von denen die obere laut Bedienungsanleitung zur Aufnahme der beiden oberen Hängetoms und eines Beckenstativs dient. Diese Einstellungen sind aber sehr flexibel. Das Rack und die daran montierten Haltearme machen eine sehr individuelle Platzierung der Pads möglich.

Tom- und Snare-Pads

Die DTX-Pads wurden auf der Musikmesse 2011 in Frankfurt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Besonders stolz ist man im Hause Yamaha auf die Entwicklung der Schlagfläche, die in diesem Fall aus einer Art Silikon-Lappen besteht, in dem viele kleine Lufteinschlüsse für ein weiches und angenehmes Spielgefühl sorgen sollen. In die Entwicklung der Pads seien einige der besten Drummer der Welt involviert gewesen, die mit den alternativen Pad-Varianten des Entwickler-Teams nicht zufrieden gewesen sein sollen. Das Ergebnis sei nun das DTX-Pad, das aber nicht nur mit der angerauten Silikon-Spielfläche, sondern darüber hinaus mit einem Drehregler aufwartet, dem im Modul jeweils einer der folgenden Parameter zugewiesen ist: Die Spannung des Snare-Teppichs, die Tonhöhe der Trommel, das Tempo eines Songs oder der Klangcharakter der Snare. Neben dem Schlagflächen-Trigger sind das XP120S Snarepad und die XP100T Tompads mit jeweils zwei Rim-Spielzonen ausgestattet. Die Trigger arbeiten, anders als bei den meisten E-Drums der Konkurrenz, auf Basis der schon etwas antiquierten Schaltersensorik. Das ist ein System, das dem Trigger einer Pistole wesentlich näher kommt als dem feinen Piezo eines Roland-Sets. Man muss sich das folgendermaßen vorstellen: Zwei Lagen Metall liegen übereinander, durch einen Schlag wird Kontakt zwischen beiden Lagen hergestellt und der Impuls an das Modul geschickt.

Die Beckenpads

Die drei mitgelieferten Beckenpads sind in drei Trigger-Zonen unterteilt, nämlich in Crash-, Ride- und Bell-Sound. Das Hi-Hat-Pad wird, genau wie eine echte Hi-Hat, auf die mitgelieferte Hi-Hat-Maschine montiert. Das bedeutet: Nach dem Prinzip der Mehrzonen-Belegung lassen sich hier geschlossene, halboffene und offene Hi-Hat-Sounds am Rand und auf der Oberfläche des Pads spielen. Aber auch getretene Hi-Hats und Footsplash-Sounds sind möglich. Das DTX Kick-Pad verfügt ausnahmsweise über nur eine einzige Spielzone, die aber laut Yamaha so robust sein soll, dass sie auch einem Doppelpedal-Angriff standhalten soll.

Kabel

Die Tompads, die Becken und das Bassdrum-Pad werden jeweils mittels eines einzigen Klinkenkabels mit dem Modul verbunden, die Hi-Hat und die Snare sind mit jeweils zwei Trigger-Ausgängen ausgestattet. Wie allgemein üblich sind diese Kabel an den Enden mit Instrumentenkürzeln markiert, so dass unter keinen Umständen Irritationen darüber entstehen, welches Kabel jetzt in welche Buchse gehört.

Das Herzstück des DTX900 ist sein Soundmodul

Widmen wir uns dem Soundmodul. Die Bedienoberfläche besteht aus folgenden Elementen: Sechs Fader stehen zur Lautstärkeabstimmung der einzelnen "Trommeln" untereinander zur Verfügung. Vier weitere bieten Zugriff auf verschiedene Output-Lautstärken (Master, Phones usw.). Mit dem Transportfeld kann sowohl in den Playalong-Songs navigiert als auch das mitgelieferte Cubase Ai rudimentär ferngesteuert werden. Über acht "Mode"-Tasten hat man Zugriff auf die verschiedenen Funktionsmodi des Moduls (Drum-Kit Select, Song, Utility usw). Zwölf Funktionstasten bieten Direktzugriff auf "Karteikarten" im Display des DTX900, die die einzelnen Modi gliedern.

Und letztlich stehen zum Bewegen der genauen Parameter ein Datenrad sowie acht weitere Funktionstasten zur Verfügung. Die Rückseite des Gerätes bietet Anschlussplätze für alle Pads des DTX und zusätzlich vier Buchsen für weitere Mehrzonen-Pads. Es gibt außerdem sechs "Individual Outs" zur getrennten Wiedergabe der einzelnen Instrumente. Zur Kommunikation mit anderen Geräten stehen MIDI-In und -Out sowie USB "to Host" und "to Device" zur Verfügung. Und "hinaus" geht's über zwei analoge Mono Outputs, einen Digital Out (S/PDIF) und einen Phones-Anschluß. Zusätzlich gibt es einen Aux-/Sampling-Input. Gefüttert ist das DTX mit 1115 Drumsounds und 211 tonalen Sounds (zusammengefasst in 50 Preset Kits) sowie 87 Play-Alongs. Die Basis des Moduls ist ein Chip, der baugleich die Klänge der Motif-Keyboards von Yamaha verrechnet.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • umfangreiche Editierungsmöglichkeiten
  • umfangreiches Soundangebot
  • gute Play-Alongs
  • Routing-Fähig
  • gutes Spielgefühl

  • keine Rimshot-X-Verrechnung
  • schwer zu bedienen
  • wenige Dynamikstufen
  • sperriges Instrument
  • mittelmäßige Sounds

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