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Test
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28.09.2015

Yamaha FP-9500 Single und DFP-9500 Double Bass Drum Pedale Test

Einzelfußmaschinen und Doppelfußmaschinen

Form follows Function

Die beiden Einzelpedale Yamaha FP-9500C und FP-9500D, sowie die dazu passenden Doppelpedale DFP-9500C und DFP-9500D im bonedo Test. Sieht man sich im Hardware-Fundus diverser Profi-Drummer und im Angebot von Backline-Verleihfirmen um, so stößt man mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später auf Hardware der japanischen Firma Yamaha. Mit guten Detaillösungen und hoher Stabilität auch bei den leichteren Modellvarianten zählen Yamaha Stative zum professionellen Standard. Obwohl auch die Pedale von vielen berühmten Trommlern gespielt werden, lässt sie ihr Technokraten-Image im Vergleich zu den nach Raubvögeln, Dämonen und Giftnattern benannten Konkurrenten doch etwas nüchtern erscheinen.

Die glatten Trittplatten in Kombination mit einem auch sonst sehr unaufgeregten Design sollen also Trommler ansprechen, denen es eher um innere Werte, sprich Laufeigenschaften und Praxistauglichkeit, geht. Dass es hier sogar Direct Drive Pedale zum vergleichsweise Trommler-freundlichen Kurs gibt, ist hoffentlich nicht der einzige Vorzug der 9500er Serie. Wir wollten das natürlich genau wissen und haben daher alle Pedale der Modellreihe für euch getestet. 

Details

Grundsätzlich sind die 9500er solide gebaut, es gibt aber Mängel

Im Gegensatz zu den etwas günstigeren 8500er Modellen ruhen die Testkandidaten in stabilen Transporttaschen. Eine Bedienungsanleitung liegt bei, allerdings sucht man Werkzeuge wie Stimm- oder Inbusschlüssel vergebens. Den Kettenversionen liegen Zugbänder aus Nylongewebe bei, die sich als Antriebsalternative per Stimmschlüssel montieren lassen. Die eingehende Inspektion der Pedale selbst fördert wenig Aufregendes zutage. Zweisäulig aufgebaut, verfügen alle Maschinen über die Möglichkeit, Beater- und Trittplatten-Winkel getrennt voneinander zu justieren (bei den 8500 Modellen ist dies nur in Abhängigkeit voneinander möglich). Die Federn sind am oberen Ende kugelgelagert eingehängt, ihre Spannung wird über gekonterte, selbstsichernde Kunststoffmuttern mit Messinggewinden eingestellt. Erst auf den zweiten Blick fällt mir auf, dass die absolut glatten Trittplatten der 9500 Pedale etwas kleiner sind als bei den günstigeren 8500er Geschwistern, damit schrumpft auch die Gesamtlänge der Fußmaschinen um gute zwei Zentimeter. Was genau Yamaha hiermit bezweckt, kann nur vermutet werden, es liegt aber nahe, dass man bei der Entwicklung eine schlichte Massereduktion - und damit agilere Laufeigenschaften - im Sinn hatte.

Was unsere beiden Testpärchen unterscheidet, ist das Antriebskonzept. Die C-Modelle verfügen über konventionelle Doppelketten, welche bei Bedarf durch die mitgelieferten Bänder ersetzt werden können. Bei den Umlenkrollen (Cams) vertraut man auf eine runde Form für lineare Beschleunigung. Im Gegensatz dazu werden die 9500er Zweiwege-Beater bei den D-Versionen per Direct Drive ins Bassdrum-Fell befördert. Ein kurze Aluminiumstange übernimmt hierbei die Verbindung zwischen Trittplatte und Cam. Sehr positiv: die direktgetriebenen Maschinen weisen absolut keinerlei Spiel in allen Verbindungen und Achsen auf. Hier hat Yamaha offenbar nachgebessert, denn als ich vor ein paar Jahren vor der Entscheidung für oder gegen ein entsprechendes Direct Drive Vorgängermodell stand, hat mich das massive Geschlacker in der Mechanik schnell zur Konkurrenz getrieben. Bei der Befestigung der Pedale am Spannreifen der Bassdrum kommt eine seitlich erreichbare Flügelschraube zum Einsatz, die Klemmung selbst ist gummigepolstert. Damit mutieren die 9500er nicht zu Lack-Knabberern, was nicht nur Besitzer hochwertiger Drumsets freuen dürfte. Auch bei den C-Modellen fällt positiv auf, dass mit geringen Toleranzen gearbeitet wurde, was eventuelle Wackeligkeiten betrifft. Dass die Beater-Aufnahmen an beiden Doppelpedalen leicht schräg montiert sind, ist allerdings ebenso wenig optimal wie die Tatsache, dass beim Ketten-Einzelpedal die Trittplatte nicht exakt mittig zwischen den Säulen sitzt. Hier ist beschleunigter Verschleiß vorprogrammiert. 

Pro & Contra

  • sehr gute Laufeigenschaften
  • die Direct Drive Versionen laufen praktisch geräuschlos
  • komfortable, seitliche Spannreifenbefestigung
  • recht günstige Preise

  • die Beater der Doppelfußmaschinen sind nicht exakt parallel montiert
  • die schwarze Pulverbeschichtung erweist sich als nicht besonders schlagfest
  • die Trittplatte der einzelnen Kettenmaschine ist nicht mittig befestigt

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