Hersteller_Yamaha EK_Einsteiger_Keyboard
Test
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15.10.2012

Yamaha PSR-E233 Test

Keyboard

Champion in der Low-Budget-Klasse

Das Yamaha PSR-E233 markiert den Einstieg in die PSR-E-Serie von Home-Keyboards. Die Japaner bieten Keyboards für jeden Geldbeutel und alle Einsatzgebiete vom Kinderzimmer bis zur Konzertbühne. Nach oben hin wird das Portfolio erst vom allgemein respektierten (und weit über zwanzig Mal so teuren) Spitzenmodell Tyros 4 abgeschlossen. Ist die langjährige Erfahrung des Herstellers mit Sounds und Styles auch im günstigen Einstiegsmodell zu spüren?

Trotz seines günstigen Preises bietet das PSR-E233 eine umfangreiche Ausstattung an Klangfarben, Rhythmen und Songs. Ob das für den Hausgebrauch ausreicht, oder ob man doch besser ein paar Euro mehr für eines der nächsthöheren Modelle auf den Tisch legen sollte, wollen wir im nachfolgenden Test herausfinden. Natürlich werden wir uns auch genau anhören, wie das PSR-E233 gegenüber seinem nächsten Konkurrenten Casio CTK-2200 abschneidet.

Details

Befreien wir das Instrument also aus seinem bunten Karton und verschaffen uns einen ersten Überblick. Neben dem Keyboard enthält die Verpackung ein Netzteil, einen aufsteckbaren Notenhalter und die Bedienungsanleitung.

Das PSR-E233 steckt in einem Gehäuse aus schwarzem Plastik. Der Kunststoff macht keinen besonders edlen, aber doch einen soliden Eindruck. Das gilt leider nicht für den Notenhalter, der nicht nur billig, sondern auch etwas fragil und wenig vertrauenerweckend wirkt. Seinen Zweck erfüllt er trotzdem. An der Unterseite des Gehäuses befindet sich ein Batteriefach, das die mobile Stromversorgung über sechs AA-Batterien ermöglicht.

Das Keyboard besitzt 61 normal große Tasten aus Plastik. Bevor wir weitermachen, zuerst der Hinweis: Eine Anschlagdynamik bekommt man bei diesem Einstiegsmodell nicht! Wer darauf nicht verzichten möchte, kann daher gleich zum Testbericht des nur wenig teureren, nächsthöheren Yamaha-Modells PSR-E333 wechseln (KLICK). 

Oberhalb der Tastatur befinden sich links und rechts je ein 12 cm großer Lautsprecher mit einem Bassreflexkanal. Die beiden Speaker leisten je 2,5 Watt, was wirklich nicht besonders viel ist. Wer jetzt glaubt, auf dem PSR-E233 könne man nicht laut spielen, liegt aber falsch! Die Lautsprecher klingen für ihre Größe anständig. Vor allem aber lassen sie die Speaker des Konkurrenzmodells Casio CTK-2200 weit hinter sich, was auch an der Bassreflex-Konstruktion liegen dürfte. Das dazwischen liegende Bedienfeld ist in grau gehalten und vergleichsweise groß und übersichtlich dimensioniert. Ganz links finden wir zunächst den Netzschalter und den Lautstärkeregler. Daneben liegen einige Taster, die für die Bedienung der Lernfunktion zuständig sind (dazu später mehr). Außer den Knöpfen für das integrierte Metronom, das Tempo (mit Tap-Funktion) und die Auswahl der Parts für die linke und rechte Hand (dazu später auch mehr) beherbergt die linke Hälfte des Panels auch die Buttons für die Steuerung der Begleitautomatik. Sie sind – wie alle wichtigen Knöpfe, die man während des Spielens braucht – in weiß gehalten und recht groß, was die Übersicht erhöht.

Auf der rechten Seite finden sich alle Bedienelemente, die für die Anwahl von Klängen (Voices), Rhythmen (Styles) und Songs zuständig sind. Über drei große, rautenförmige Buttons wählt man hier zunächst aus, ob man einen Sound, Style oder Song einstellen möchte. Danach kann man mit dem Ziffernblock und den Plus/Minus-Tasten das Passende aus dem Klangangebot des Keyboards auswählen. Der Platz auf dem Gehäuse reicht übrigens nicht aus, um alle 385 Voices, 100 Styles und 102 Songs einzeln aufzudrucken. Stattdessen gibt die aufgedruckte Liste nur Anhaltspunkte anhand von Klangkategorien wie “Piano”, “Bass” oder “World”. Anfangs muss man also etwas nach den persönlichen Lieblingssounds stöbern. Nach einer Weile wird man die Favoriten jedoch im Kopf haben und kann sie dann direkt mit der richtigen Nummer aufrufen.

Darunter befinden sich drei weitere weiße Taster, von denen einer besonders praktisch ist. Der Knopf namens Portable Grand versetzt das PSR-E233 mit einem Druck in den “Klavier-Modus”. Egal, welche Sounds und Rhythmen man vorher ausgewählt hatte: Ein Knopfdruck genügt, und das Keyboard deaktiviert allen eventuell eingestellten Schnickschnack und schaltet auf einen Klavierklang um. Außerdem gibt es hier einen Button, der ein Set mit Soundeffekten aufruft (die übliche Sammlung von Hundegebell, Pferdewiehern, Hubschraubern usw.) und einen für den “Ultra Wide Stereo”-Effekt (mehr dazu im Praxisteil). Ganz rechts wird das Bedienfeld von einem Function-Taster für verschiedene Feineinstellungen und einem Demo-Knopf abgeschlossen.

In der Mitte befindet sich ein einfarbiges Custom-LCD-Display. Die Anzeige gibt nicht nur Auskunft über die ausgewählten Styles und Voices, das Tempo und die gespielten Akkorde, sondern bietet auch eine Notensystemdarstellung und eine Tastaturanzeige. Diese sind vor allem beim Üben mit dem eingebauten Unterrichts-Modus hilfreich. Leider besitzt das Display keine Hintergrundbeleuchtung und lässt sich bei wenig Licht nur schlecht ablesen. 

An der Rückseite des PSR-E233 finden wir nur wenige Anschlüsse. Neben dem Eingang für das mitgelieferte Netzteil gibt es einen Kopfhörerausgang, der die Lautsprecher stummschaltet und sich auch als Stereo-Ausgang zweckentfremden lässt, einen Anschluss für ein Sustain-Pedal und ein MIDI In/Out-Pärchen. Leider lässt sich die Polarität des Pedaleingangs nicht umschalten, sodass man beim Kauf eines Pedals auf die korrekte Yamaha-Polarität achten muss. Auch weitere Pedalfunktionen, wie sie die Konkurrenz zum Teil bietet (beim Casio CTK-2200 kann das Pedal z.B. auch die Start-Stop-Funktion übernehmen), sind nicht vorhanden. Über die MIDI-Buchsen kann das Keyboard mit anderen Instrumenten oder einem Computer (mit MIDI-Interface) verbunden werden. Dann lassen sich MIDI-Daten zwischen dem Keyboard und einer Musiksoftware austauschen und MIDI-Files über das PSR-E233 abspielen. Das Keyboard ist mit den GM- und XGlite-Standards kompatibel. Auf eine USB-Schnittstelle, wie sie viele der etwas teureren Modelle bieten, müssen wir bei diesem Einsteigerkeyboard aber verzichten.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • übersichtliche Bedienung
  • bessere Sounds und Rhythmen als die direkte Konkurrenz
  • deutlich bessere Lautsprecher als die direkte Konkurrenz
  • vergleichsweise umfangreiche Effektsektion
  • Tap Tempo
  • mehrstufige Lernfunktion
  • günstiger Preis

  • keine Anschlagdynamik
  • billig wirkender Notenhalter
  • Display ohne Hintergrundbeleuchtung
  • kein Fill-In ohne Wechsel der Variation möglich
  • kein Layer- bzw. Split-Modus
  • kein USB-Anschluss

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