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Test
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08.07.2014

Yamaha PSR-E443 Test

Portable Keyboard

Discoboy

Mit dem Keyboard PSR-E443 hat Yamaha vor einiger Zeit den Nachfolger des PSR-E433 vorgestellt, das in unserem Testmarathon Einsteiger-Keyboards sehr gut abgeschnitten hatte. Das macht natürlich neugierig. Ist das neue Modell eher ein neuer Aufguss alter Ideen oder bringt es echte Neuheiten aus Yamahas Profi-Keyboards in die Einsteigerklasse? Wir haben uns den Neuling zukommen lassen und für euch getestet.

Mit seinem Verkaufspreis von etwa 320 Euro liegt das PSR-E443 gleichauf mit dem Vorgängermodell. Auch ein erster, flüchtiger Blick auf das Bedienfeld fördert zunächst keine wesentlichen Änderungen zu Tage. Hat das Keyboard am Ende nur die Farbe gewechselt und gleicht ansonsten dem Vorgänger? Soviel vorweg: Natürlich nicht ganz! Doch fangen wir am besten von vorne an.

Details

Gehäuse und Lieferumfang

Anders als der Vorgänger steckt das PSR-E443 in einem silbergrauen Kunststoffgehäuse. Die Gehäuseform, die Abmessungen und das Gewicht von knapp 7 kg haben sich hingegen nicht geändert. Die beiden Lautsprechersysteme sind durch stabile Metallgitter geschützt. Alles wirkt recht gut verarbeitet und für diese Preisklasse sogar einigermaßen hochwertig. Der mittlere Bereich rund um das Display liegt hinter einer klaren Plexiglasscheibe, die zwar unserer Fotografin ein Seufzen entlockte, aber schick aussieht. Neben dem Keyboard enthält der Karton ein aufsteckbares Notenpult, das leider immer noch aus dem gleichen billigen Plastik ist wie beim Vorgänger, das Netzteil und die Bedienungsanleitung. Ein Sustainpedal ist leider nicht dabei.

Tastatur

Die Tastatur wurde gegenüber dem Vorgängermodell leicht überarbeitet, die schwarzen Tasten sind jetzt matt und fühlen sich etwas griffiger an. Die Klaviatur mit 61 anschlagdynamischen Tasten ohne Aftertouch spielt sich angenehm und bekommt den Spagat zwischen den vielen verschiedenen Sounds für meinen Geschmack gut hin. Natürlich eignet sie sich nicht für anspruchsvolle pianistische Darbietungen, aber für ein günstiges Keyboard kann man hier nicht meckern, eher im Gegenteil. Links von der Tastatur findet man ein Pitchbend-Rad – auch das gab es schon beim PSR-E433.

Bedienfeld

Auf den ersten Blick wirkt das Bedienpanel des PSR-E443 identisch mit dem des Vorgängers. Das Layout der Regler und Buttons ist auch exakt gleich, bis zum letzten Knopf. Die Gehäuseschablone wurde also anscheinend direkt weiterverwendet. Vergleicht man allerdings die Beschriftungen der vielen Knöpfe, so stellt man fest, dass es doch ein paar Veränderungen gibt, die auf einige neue Funktionen hindeuten.

Ganz links findet man den Lautstärkeregler und den Netzschalter. Es folgen zwei Drehregler, die mit dem dazugehörigen Assign-Taster verschiedenen Klangparametern und Effekten zugewiesen werden können. Die aufgedruckte Parametermatrix enthält nun sechs statt wie bisher fünf Zeilen – neu hinzugekommen sind die Kategorien Aux In und Special Effect. Rechts daneben liegen wie beim Vorgänger die Knöpfe für Demo, Lesson, den Recorder und das Metronom. Die nächsten drei Taster machen abermals neugierig, denn während sie beim Vorgängermodell ausschließlich für das Tempo zuständig waren, gibt es nun nur noch einen Tempo/Tap-Button. Einer der beiden anderen Knöpfe wurde für den Transposer umgewidmet und der letzte heißt nun Melody Suppressor und aktiviert eine Funktion, die bei der Benutzung des neuen Stereoeingangs die Melodiestimme unterdrücken soll. Darunter befinden sich wie gewohnt die sechs Taster zur Steuerung der Begleitautomatik – gut zugänglich für die linke Hand direkt oberhalb der Tastatur. Im Song-Modus übernehmen sie die Transportfunktionen.

Das gut lesbare Display leuchtet blau und zeigt die gewählten Voices, Styles und Einstellungen an. Wie von anderen Yamaha Keyboards bekannt, gibt es auch kleine Tastatur- und Notendarstellungen, die vor allem in Verbindung mit den Lesson-Funktionen zur Geltung kommen. Daneben befindet sich das große Datenrad zur Klangauswahl und Werteeingabe.

Unter dem Display befindet sich der Yamaha-typische Button Portable Grand, der das Keyboard mit einem Druck auf einen Klaviersound einstellt. So kommt man schnell zu dieser Einstellung zurück. Die vier Knöpfe der Voice Control Sektion bieten Zugriff auf die Split- und Layer-Funktionen, die automatische Harmonisierung und den Arpeggiator. Darunter liegen die sechs Taster der Abteilung Track Control, mit denen sich die einzelnen Bestandteile eines Styles (Drums, Bass, Chords und so weiter) und die Spuren eines Songs einzeln stummschalten lassen.

Der rechte Bereich ist wie üblich der Auswahl von Klängen, Styles und Songs gewidmet. Mit einem der vier großen weißen Taster bestimmt man, was man auswählen möchte (DJ Pattern, Song, Style oder Voice). Hier liegt auch der Knopf für die Music Database, eine Bibliothek mit vorkonfigurierten Einstellungen für viele populäre Songs. Darunter befinden sich die Taster für den Registrierungsspeicher mit acht Bänken à vier Registrierungen. Ganz rechts wird das Bedienfeld vom Ziffernblock mit No- und Yes-Tastern und dem Function-Knopf für erweiterte Einstellungen abgeschlossen.

Anschlüsse

Das Anschlussfeld an der Rückseite ist zwar deutlich sparsamer ausgestattet als bei Keyboards der höheren Preisklassen, kann aber mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell aufwarten: Es gibt nun einen Stereo-Audioeingang (Miniklinke) z.B. für einen Audioplayer, dessen Signal dem Keyboard beigemischt werden kann. Die eben angesprochene Melody Suppressor Funktion kann auf das hier anliegende Signal angewendet werden und versucht, die Gesangsstimme zu entfernen, mit sehr unterschiedlichen Resultaten.

Die übrigen Anschlüsse sind geblieben: Neben dem Anschluss für das Netzteil gibt es einen Kopfhörerausgang (Klinke 6,3 mm), der zugleich der einzige Audioausgang ist. Möchte man das Keyboard an ein Mischpult, eine Verstärkeranlage oder Aktivboxen anschließen, muss dafür ebenfalls der Kopfhörerausgang herhalten und man benötigt ein entsprechendes Kabel oder einen Adapter. Daneben verfügt das PSR-E443 über einen Anschluss für ein Sustainpedal, das allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Über die USB-to-Host-Buchse lässt sich das Keyboard mit einem Computer verbinden. Die USB-Schnittstelle überträgt MIDI und kann auch zum Austausch von Song- und Style-Daten zwischen Keyboard und Computer verwendet werden. Dafür benötigt man die Software Musicsoft Downloader, die auf der Yamaha Website kostenlos erhältlich ist. Allerdings gibt es diese leider nur für Windows-Computer. Über das optional erhältliche Interface i-UX1 kann das PSR-E443 auch mit einem iPhone oder iPad verbunden werden. Yamaha bietet einige kompatible Apps an, darunter das Programm SoundControl zum Verändern von Klängen.

Am zweiten USB-Anschluss (to Device) kann ein Speicherstick angeschlossen werden, von dem dann zum Beispiel MIDI-Files wiedergegeben werden können. Auch zum Speichern von Benutzerdaten (aufgenommene Songs, Registrierungen, User-Styles) kann der USB-Stick verwendet werden.

Lautsprecher

Die integrierten Lautsprecher sind durch Metallgitter geschützt. Die beiden Zweiwegesysteme mit Bassreflexkanal machen mehr Dampf, als ihre Leistungsdaten zunächst vermuten lassen und eignen sich durchaus für die Beschallung kleinerer Räume. Voll aufgedreht beginnen sie bei voluminösen Tiefmitten leicht zu verzerren, aber insgesamt kann man hier nicht meckern, wie ich finde. Der Sound ist druckvoll und ausgewogen und kann es in dieser Klasse mit der Konkurrenz aufnehmen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • viele gute Voices und Styles
  • Drehregler zur Echtzeitkontrolle
  • Track Control Taster
  • integrierter Recorder mit 6 Spuren
  • Registrierungsspeicher
  • 5 Plätze für User-Styles
  • Audioeingang
  • zwei USB-Anschlüsse
  • kompatibel mit verschiedenen iOS-Apps des Herstellers

  • billig wirkender Notenhalter
  • kein Fill-In ohne Wechsel der Variation möglich
  • Musicsoft-Downloader Software nur für Windows verfügbar

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