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Test
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17.02.2016

Yamaha PSR-S970 Test

Entertainer-Keyboard

Fast ein kleiner Tyros

Mit dem PSR-S970 Arranger Keyboard hat Yamaha den Nachfolger des PSR-S950 vorgestellt, also des Modells direkt „unter“ dem Flaggschiff Tyros5. Dabei kostet das PSR-S970 mit ca. 1850 Euro nicht einmal halb soviel wie das Spitzenmodell. Viele Fähigkeiten des Tyros5 haben es in das PSR-S970 geschafft, und – soviel sei schon verraten – es gibt im neuen Mittelklasse-Keyboard sogar einige Features, die man beim Tyros vergeblich sucht!

Yamaha stellt derzeit seine Hardware in den Keyboards um: In den Modellen PSR-S770 und dem hier getesteten S970 werkelt erstmals ein neuer Tongenerator-Chip, der SWP70, der doppelt so hoch getaktet ist wie der bisherige SWP51L, welcher z.B. im Tyros5 oder auch im Motif XF verbaut wird. Auch in der soeben vorgestellten neuen Workstation Yamaha Montage soll der SWP70 zu finden sein. Das verspricht natürlich einen Leistungsschub gegenüber dem Vorgängermodell. Macht sich der neue Tongenerator im Klang bemerkbar? Welche Ausstattungsmerkmale hat Yamaha vom Tyros5 in den kleinen Bruder übernommen und welche Features hat das neue Keyboard dem Tyros vielleicht sogar voraus? Und natürlich: Ist die Mehrausgabe von etwa 2000 Euro für einen Tyros noch gerechtfertigt und für wen lohnt sie sich? Dieser Test bringt Licht ins Dunkel.

Details

Aufbau

Das äußere Erscheinungsbild des Yamaha PSR-S970 ist mit seinem schwarzen Kunststoffgehäuse praktisch unverändert zum Vorgängermodell. Die Maße sind identisch, das Gewicht ist minimal um 100 g auf 11,6 kg gestiegen. Die Gehäuseoberseite wird durch die beiden großen 2-Wege-Lautsprecher dominiert. Nach wie vor kommt der Aufbau des Bedienfelds recht aufgeräumt daher. Das 7“-Farbdisplay ist mit 720 x 400 Pixeln größer und wesentlich besser aufgelöst als beim S950 und nun fast so groß wie beim Tyros5 (7,5“) und sehr gut ablesbar. Auf einen Touchscreen verzichtet Yamaha in dieser Klasse aber weiterhin und bei der Bedienung hat sich nichts Wesentliches gegenüber dem Vorgänger geändert. Rund um das LCD sind das Datenrad und eine große Zahl von Soft-Buttons sowie Knöpfen zur Navigation angeordnet, die zur Auswahl und Veränderung der Parameter im Display benötigt werden.  

Bedienfeld

Auf der linken Seite des Bedienpanels dreht sich wie gewohnt alles um den Arranger mit seinen Songs und Styles, rechts vom Display geht es hauptsächlich um die benutzten Sounds. Links befinden sich untereinander angeordnet der Ein/Aus-Schalter, der Drehregler für MASTER VOLUME, die DEMO-Taste und die Taste MIC SETTING zum Aufruf des Vocal-Harmony-Menüs. Mit den SONG-Tasten steuert man den eingebauten MIDI-Sequencer. Die zwölf STYLE-Tasten dienen dazu, die gewünschte Style-Kategorie (von POP/ROCK bis WORLD) aufzurufen. Außerdem gibt es Taster für TEMPO, TRANSPOSE und METRONOME. Alle diese Knöpfe sind recht klein, aber durch ihre griffige, gummiartige Oberfläche gut zu bedienen. Etwas versteckt am Displayrand findet man drei kleine Tasten, die für die Bedienung des Arrangers außerordentlich wichtig sind: Mit BAL, MIXER/EQ und CHANNEL ON/OFF ruft man die Menüs auf, in denen die Lautstärkeverhältnisse, die Effekte und alle weiteren Parameter der verwendeten Parts eingestellt werden können. 

Rechts vom Display liegen die VOICE-Taster. Die Klänge des PSR-S970 sind dabei in 15 Klang-Kategorien unterteilt. Im Bereich VOICE EFFECT entdeckt man zunächst alte Bekannte: Tasten zur Aktivierung der Anschlagdynamik (TOUCH), des Sustain-Effekts und der DSP-Effekte. Die Taste HARMONY hat im Vergleich zum Vorgänger den Zusatz ARPEGGIO bekommen, was auf eine gänzlich neue Funktion hinweist, die selbst im Tyros5 noch nicht zu finden ist. Mit PART SELECT werden die live gespielten Parts (zwei Upper- und ein Lower-Part) aktiviert und zur Bearbeitung ausgewählt.

Ergonomisch günstig direkt über der Klaviatur liegt wie üblich eine Reihe größerer, weiß hervorgehobener Taster, die während des Spielens oft bedient werden müssen. Sie besitzen meistens mehrfarbige LEDs, die je nach Status grün oder rot leuchten oder blinken. Links befindet sich dabei die Abteilung STYLE CONTROL zur Steuerung des Arrangers, in der Mitte findet man die Speicherplätze der REGISTRATION MEMORY und rechts bedient man die MULTI PADs und die ONE TOUCH SETTINGs. 

Links von der unveränderten Fünf-Oktaven-Klaviatur ohne Aftertouch findet man über den Pitch-Bend- und Modulationsrädern ein neues Feature des PSR-S970: die LIVE CONTROL Regler. Mit diesen beiden Drehreglern können zum Beispiel DJ-Funktionen für den Live-Einsatz umgesetzt werden. Dazu und zur neuen Arpeggio-Funktion später mehr.

Die Tastatur des PSR-S970 besitzt nicht ganz die Qualität eines Tyros5. Sie hat für meinen Geschmack einen etwas zu geringen „Weg“ und ist etwas zu leicht gewichtet. Dennoch ist es eine gut spielbare Keyboardtastatur, wie man es von Yamaha gewohnt ist.

Anschlüsse

Links vorne befindet sich der Kopfhöreranschluss. Die Anschlüsse auf der Rückseite haben sich im Vergleich zum PSR-S950 kaum geändert. Nach wie vor sind ein Stereo-Audioausgang (2x 6,3 mm Klinke), zwei zuweisbare Pedal-Buchsen und ein Aux-Eingang (Stereo-Miniklinke) zum Anschluss einer externen Klangquelle vorhanden. Der MIC/GUITAR-INPUT ist in Form einer 6,3 mm Klinkenbuchse ausgeführt und lässt sich mittels eines kleinen Schalters zwischen Mikrofon- und Gitarren-Signalen umschalten. Der Gain wird mit einem kleinen Drehregler eingestellt. Beim großen Bruder Tyros5 findet man an dieser Stelle einen XLR-Combo-Anschluss. Neben einem MIDI-In/Out-Paar besitzt das PSR-S970 eine USB-Device-Buchse zum Anschluss eines USB-Sticks und des optionalen USB-WLAN-Sticks UD-WL01 sowie einen USB-Port für die Anbindung an einen Computer. Geändert hat man die Ausführung des Video-Ausgangs zur Darstellung von Lyrics und Noten auf einem externen Bildschirm: Im Vergleich zum Vorgänger ist der RGB-Anschluss jetzt nicht mehr für Koaxial-Kabel, sondern wie beim Tyros in Form einer 15-poligen Mini-D-Sub-Buchse verbaut.

Auf der Rückseite zeigen sich also einige Unterschiede zum Tyros, der einige Anschlüsse mehr besitzt, wie ein zusätzliches MIDI-Paar, einen dritten Pedalanschluss und vier separate Audioausgänge. Außerdem ist das Netzgerät beim Tyros inm Gehäuse integriert, während man beim PSR-S970 ein externes Netzteil anschließen muss.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr guter Gesamtsound
  • zahlreiche hervorragende Sounds und Styles
  • übersichtliche und ausgereifte Menüstruktur
  • gutes eingebautes Verstärkersystem
  • Vocal Harmony und Vocoder
  • Live Control und Arpeggiator
  • serienmäßig 512 MB für Voice & Style Expansions

  • kein Voice Creator im Gerät
  • Akkordfolgen der DJ-Styles nicht abschaltbar
  • externes Netzteil

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