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Test
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10.06.2020

Yamaha PSS-A50 Test

Mini Portable Keyboard

PortaSound is back!

Das PSS-A50 ist eines von drei Mini-Keyboards der legendären PortaSound-Serie, die Yamaha auf den Einsteiger-Markt gebracht hat. Das kompakte Leichtgewicht besitzt 37 anschlagdynamische Mini-Tasten, 42 Sounds, einen Phrase-Midi-Recorder, einen Arpeggiator und sogar einen Motion-Effekt. Durch einen eingebauten Lautsprecher und der Möglichkeit, Batterien zu verwenden, lässt sich das PSS-A50 überall spielen und hören.

In den 1980er und 1990er Jahren brachte Yamaha eine Vielzahl von Keyboards unter dem Namen “PortaSound” heraus. Es handelte sich stets um preisgünstige und sehr kompakte Tasteninstrumente, die mit Mini-Tastaturen, eingebauten Lautsprechern und einem übersichtlichen Soundangebot ausgestattet waren. Dabei stand der spielerische Umgang mit dem Keyboard im Vordergrund. Gerade für Kinder und Jugendliche sollte so der Zugang zur elektronischen Musik erleichtert werden. Mit der Neuauflage der PortaSound Instrumente, die mit den Modellen PSS-E30, -F30 und -A50 erschienen sind, will Yamaha an die Erfolge der kleinen Kisten anknüpfen. Dabei ist das PSS-E30 (60 €) als musikalisches Spielzeug für kleine Kinder anzusehen. Das PSS-F30 (63 €) ist ein kleines Arranger-Keyboard für größere Kinder mit immerhin 114 Styles. Das PSS-A50 ist mit 84 € etwas teurer und bietet 42 Sounds und keine Styles, sondern einen Phrase-Sequenzer, Motion-Effekte und einen Arpeggiator mit 138 verschiedenen Pattern. Das sind kreative Werkzeuge für verschiedene Anwendungen für unterwegs. Mir ist ein Keyboard mit so einem Konzept noch nicht über den Weg gelaufen. Wofür man das PSS-A50 in der Praxis einsetzen kann, soll in diesem Test beleuchtet werden. Yamaha sagt: “Vom Live-Auftritt bis zu Aufnahmen: Dieses transportable Keyboard kann einfach alles!” 

Details

Lieferumfang

Yamaha liefert das PSS-A50 in einem stabilen rot-schwarzen Karton, der auch durchaus eine Weile als Case dienen kann. Neben dem Instrument finden wir ein USB-Kabel (USB-A Stecker auf Micro-B Stecker) und ein Benutzerhandbuch (auch in Deutsch). Das PSS-A50 wiegt 1,2 kg und ist nur etwa 50 cm breit. Es ist also extrem handlich und passt in fast jeden Rucksack.

Erster Eindruck

Das schwarze Kunststoffgehäuse ist an den Seiten abgerundet und macht einen stabilen Eindruck. Die 37 kleinen Tasten sind auch in den Yamaha Reface Keyboards verbaut und hinterlassen einen guten Eindruck. Das Bedienfeld des kleinen Kreativlabors ist übersichtlich aufgebaut und besteht aus 20 rechteckigen und fünf runden Tastern. Als “Display” für die eingestellten Sound- und Arpeggio-Nummern und für andere Parameter dienen drei rote 7-Segment-Anzeigen. Der eingebaute 1,4 Watt Lautsprecher befindet sich rechts daneben.

Was wird geboten?

Das Konzept des PSS-A50 ist für ein Kleinst-Keyboard eher ungewöhnlich: Das Instrument bietet eine 32-stimmige Polyphonie, 40 Klangfarben, zwei Drumkits, einen Arpeggiator mit 138 verschiedenen Pattern, einen Phrase-Sequencer zur Aufnahme einer gespielten Sequenz mit bis zu 700 Noten und einen Motion-Effekt mit 34 verschiedenen – zum Teil komplexen – Effekttypen, die in die Bereiche “Filter”, “Pitch” und “Modulation” unterteilt sind. Außerdem sind Funktionen wie Portamento, Sustain, ein Metronom, Transpose, Oktavlage, Tuning und unterschiedliche Anschlagsempfindlichkeiten einstellbar. Mit diesen scheinbar wenigen Möglichkeiten sind durchaus interessante und höchst kreative Ergebnisse zu erzielen, wie wir später sehen werden.

Bedienfeld

Unterhalb des leicht vertieft eingebauten Einschalters liegen selbsterklärende Taster für MASTER VOLUMEN und OCTAVE. Die Oktavlage kann von -4 bis +4 Oktaven verstellt werden (!). Rechts vom Einschaltknopf sind die beiden runden Taster für den MOTION EFFECT und SUSTAIN bzw. PORTAMENTO zu finden. Man erkennt, dass auf dem Bedienpanel die Begriffe “TYPE” und “PORTAMENTO” in einem weißen Rahmen aufgedruckt sind. Daran sieht man, dass diese Funktion durch gleichzeitiges Drücken der SHIFT-Taste erreicht wird. Also stellt man durch wiederholtes Drücken der Tastenkombination “SHIFT + MOTION EFFECT” den Effekttyp des Motion Effekts ein und durch “SHIFT + SUSTAIN” wird der Portamento-Effekt aktiviert oder deaktiviert. Mit den zehn VOICE-Tasten (von PIANO bis DRUM/PERC) stellt man einen entsprechenden Sound ein. Betätigt man eine solche Voice-Taste mehrmals, so werden weitere Variationen der jeweiligen Klangkategorie hörbar. Die 40 vorhandenen Klänge hätte man locker links auf das Bedienpanel drucken können, wie es ja oft bei Einsteiger-Keyboards gemacht wird. So aber muss man auf Seite 14 des Benutzerhandbuchs nachlesen, um einen Sound zielsicher zu finden. 

Direkt neben dem Display liegen die Tasten REC und Play/Stop zur Steuerung des Phrase Recorders. Mit der runden ARPEGGIO-Taste wird die Arpeggio-Funktion ein- und ausgeschaltet.  Die -/+ -Tasten dienen zum einen der Anwahl eines zum Klang passenden Arpeggios (die 12 verschiedenen Kategorien sind aufgedruckt) und zum anderen der Einstellung des Tempos. Die Taste TEMPO ist gleichzeitig auch TAP-Taste. Mit der ARP. HOLD-Taste wird die Arpeggio-Funktion gehalten, man kann dann mit einem anderen Sound über diese Begleitung eine Melodie spielen. Die wichtige SHIFT-Taste dient neben den bereits erwähnten Funktionen noch für eine Reihe weiterer Einstellungen. Oberhalb der Klaviatur sind viele Parameter über den einzelnen Tasten auf das Bedienpanel aufgedruckt, beispielsweise TRANSPOSE +/-, METRONOM ON/OFF usw. Drückt man nun SHIFT und gleichzeitig die entsprechende Taste der Klaviatur, so wird der entsprechende Parameter geändert. 

Anschlüsse zur Außenwelt

Dieses Kapitel ist schnell abgehakt: Es gibt beim PSS-A50 nur zwei Anschlüsse. Die PHONES/OUTPUT-Buchse ist für einen Stereo-Miniklinken-Stecker eines Kopfhörers ausgelegt, das Ausgangssignal ist allerdings nur mono. Der interne Lautsprecher des Keyboards wird bei Benutzung dieses Anschlusses automatisch ausgeschaltet. Daneben gibt es noch einen USB-to-Host-Anschluss, der der USB-Micro-B-Norm entspricht. Dieser USB-Port dient gleichzeitig auch als Stromversorgung des Gerätes, wenn keine Batterien verwendet werden. Man braucht also für den Netzbetrieb entweder einen Computer oder beispielsweise ein Handy-Ladegerät. Das Batteriefach befindet sich übrigens mittig in der Gehäuse-Unterseite (4 x 1,5V AA).

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sehr gute Mini-Tastatur
  • Vielseitiger Arpeggiator und Phrase Recorder
  • Motion Effects
  • Masterkeyboard-Funktionen
  • Batteriebetrieb möglich
  • Eingebauter Lautsprecher
  • Kompakt und leicht
  • Sehr preiswert

  • Mono
  • Leichtes Rauschen bei leisen Sounds

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