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Test
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15.06.2015

Yamaha YPT-230 Test

Portable Keyboard

Keyboard-Recycling in der Einsteigerklasse

Das Yamaha YPT-230 ist ein besonders günstiges Einsteiger-Keyboard und noch unterhalb des PSR-E253 angesiedelt. Der Verkaufspreis von gerade einmal rund 120 Euro ist verlockend – aber was kann man von einem so günstigen Keyboard erwarten, und eignet sich das Yamaha YPT-230 als erstes Instrument zum Keyboard spielen lernen? Im Test sind wir diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Wie für fast alle elektronischen Geräte gilt auch für Keyboards: Die Technik wird tendenziell immer billiger. Die meisten Hersteller, darunter auch Yamaha, belassen das Preisniveau ihrer jeweiligen Modellreihen jedoch meist ungefähr gleich – statt den Preis zu senken, spendiert man der jeweils neuesten Gerätegeneration dann eben ein paar neue Sounds und Funktionen. Nicht selten findet die ältere Technik der Vorgängermodelle Anschlussverwendung in günstigen Einsteigerinstrumenten. Beim Yamaha YPT-230 drängt sich schon äußerlich der Verdacht auf, das Keyboard könnte etwas mit dem zwei Generationen zurückliegenden PSR-E233 zu tun haben. Aber sehen wir uns das YPT-230 mal im Detail an.

Details

Gehäuse

Déjà-vu: Das Kunststoffgehäuse des Yamaha YPT-230 erinnert äußerlich stark an das PSR-E233 – man könnte sagen, die Gehäuse sind identisch. Einziger augenfälliger Unterschied ist die veränderte Farbgebung des Bedienfelds, das nun in einem dunkleren Grau gehalten ist, während der Bereich rund um das Display hell hervorgehoben ist. Beim PSR-E233 war es genau anders herum. Ansonsten ist alles gleich – das nicht ganz steife und etwas in sich verdrehbare Kunststoffgehäuse, die abgerundeten Kanten, die Plastikgitter über den Lautsprechern … Das YPT-230 verheimlicht äußerlich nicht, dass es ein sehr günstiges Instrument ist, und als Schönheit würde ich das Keyboard auch nicht gerade bezeichnen wollen, aber es wirkt stabil genug für das Kinderzimmer. An der Gehäuseunterseite findet man ein Fach für sechs AA-Batterien, falls es mal keine Steckdose für das mitgelieferte Netzteil gibt.

Ein Notenhalter zum Aufstecken ist im Lieferumfang enthalten. Wie bei so gut wie allen günstigen Keyboards handelt es sich um ein leicht wabbeliges Stück Plastik, das sehr billig wirkt. Dicke Notenbücher würde ich dem fragil wirkenden Teil nicht zumuten wollen. Aber mir ist es deutlich lieber, wenn am Notenhalter gespart wird, als wenn die inneren Werte des Keyboards nicht stimmen.

Nicht mitgeliefert wird hingegen ein Sustainpedal. Das ist schade und man sollte diese Anschaffung gleich mit einplanen. Auch auf ein Notenheft mit den integrierten Songs, wie es der Konkurrent Casio seinen Keyboards beilegt, verzichtet Yamaha. Wer die Songs nach Noten spielen lernen möchte, muss sich die Noten also woanders besorgen.

Anschlüsse

Rückseitig findet man die wenigen Anschlüsse des YPT-230. Hier wird das externe Netzteil angeschlossen, daneben befindet sich der Kopfhörerausgang. Dieser dient zugleich zum Anschluss des Keyboards an eine Verstärkeranlage, wofür man dann in der Regel ein sogenanntes Y-Kabel benötigen wird. Weiterhin gibt es eine Buchse für ein Sustainpedal und MIDI In und Out. Auf einen USB-Anschluss muss man beim YPT-230 verzichten.

Lautsprecher

Unter den Plastikgittern besitzt das YPT-230 zwei 12 cm große Lautsprecher, die von einem Verstärkersystem mit 2x 2,5 Watt Leistung versorgt werden. Durch Bassreflexkanäle soll die Tieftonwiedergabe verbessert werden. Die Boxen können durchaus laut sein, können aber klanglich mit den aktuellen Modellen der PSR-E-Serie nicht mehr mithalten. Der Sound ist recht mittig und bei hoher Lautstärke treten Verzerrungen auf. Mit einem Master-Equalizer, der im Funktionsmenü zu finden ist, kann der Klang des Keyboards für die eingebauten Lautsprecher angepasst werden. Werden sie nicht verwendet – beispielsweise, wenn man mit Kopfhörer spielt oder das Instrument an eine Anlage anschließt – sollte der EQ auf „Flat“ gestellt werden.

Bedienfeld

Auch das Bedienfeld sieht beim YPT-230 exakt so aus wie beim PSR-E233, wenn man von der aufgefrischten Farbgebung absieht. Es folgt dem gängigen Standard bei Keyboards: Links befinden sich der Lautstärkeregler, die Steuerung der Begleitautomatik (Start/Stop, Intro, Ending etc.), drei Buttons für die integrierte Übungsfunktion sowie Knöpfe für Metronom, Tempo und die getrennte Abschaltung von linker und rechter Hand beim Üben von Songs. Rechts findet man die drei großen Knöpfe SONG, VOICE und STYLE, mit denen man die betreffenden Kategorien anwählt, sowie einen Ziffernblock mit Plus/Minus-Tastern zur Auswahl von Klängen, Rhythmen und Songs. Außerdem gibt es hier den bei Yamaha üblichen Button PORTABLE GRAND, mit dem das Keyboard auf Knopfdruck auf einen Klaviersound eingestellt werden kann, einen Knopf namens SOUND EFFECT, der ein Kit mit Effektklängen aufruft, und einen Button für den Ultra-Wide-Stereo-Effekt. Den Abschluss bilden der Funktionstaster, der ein Menü mit erweiterten Einstellungen aufruft, und ein gelber Knopf für die Demosongs.

Das mittig angeordnete Display ist leider nicht beleuchtet und im Dunkeln schlecht ablesbar. Es zeigt den gewählten Klang, Rhythmus oder Song an, informiert über das Tempo und stellt weitere Informationen wie den gegriffenen Akkord dar. Kleine Noten- und Tastaturgrafiken helfen bei der Benutzung der Übungsfunktionen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • günstiger Preis
  • viele von Yamahas größeren Modellen abgeleitete Sounds und Rhythmen
  • integrierte Übungsfunktion

  • keine Anschlagdynamik
  • kein USB-Anschluss
  • Sound- und Rhythmusauswahl nicht mehr ganz zeitgemäß
  • kein Split- und kein Layer-Modus
  • Display nicht beleuchtet
  • fast identisch mit dem 2 Generationen zurückliegenden PSR-E233

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