Hersteller_Zoom
Test
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04.02.2014

Praxis

Ein „richtiges Handbuch“ gibt es nicht, dafür aber eine mehrsprachige Kompaktanleitung inklusive Gefahrenhinweisen im „Beipackzettel“ Format. Die deutsche PDF-Version des Gerätes findet ihr hier, die der App hier. Viel lesen muss man aber nicht, denn das Gerät funktioniert wirklich selbsterklärend und ohne Probleme: Aufstecken und schon kann es losgehen! Auch die kostenlose Zoom-App „HandyRecorder“ ist recht verständlich gehalten.

Entsprechend unkompliziert gestalteten sich auch die Audioaufnahmen, aber hört doch lieber wieder selbst! Im Großen und Ganzen – und für ein Mikrofon in dieser Preisklasse - klingt das Ergebnis recht gut, wenn auch etwas schwach in den Bässen und detailarm in den Mitten. Weiterhin ist auch ein leichtes Rauschen bei maximalen Gain vorhanden, was ich aber nicht überraschend oder gar schlimm finde. Der universelle Limiter konnte mich indes nicht so überzeugen, zu unnatürlich klingen die Transienten nun. Ihn lässt man meiner Einschätzung nach also besser deaktiviert und pegelt einfach etwas konservativer. Die Lakewood D32 Akustik-Gitarre befand sich übrigens etwa 60 cm von dem Mic entfernt, weshalb der Unterschied zwischen den 90° und 120° auch deutlich hörbar ist. Die 120°-Variante hat mir dabei eindeutig besser gefallen. Zum Vergleich noch eine "unfaire" Beispiel-Aufnahme mit einer extrem hochwertigen Audiokette, bestehend aus Brauner VM1 und Tube-Tech MP2a, sowie einer anschließenden Stereoverbreiterung mit dem iZotope Ozone 5.

Der Shaker hingegen soll zwei andere Dinge deutlich machen: Das erste Beispiel zeigt, wie der Auto-Gain arbeitet und den maximalen Gain zurückregelt, was man am Rückgang des Rauschens kurz vor dem langen Einsatz der Shaker hört. Das zweite Beispiel zeigt die Wiedergabe einer MS-Aufnahme, wobei ich die Stereobreite von Minimal zu Maximal und wieder zurück mit der App ändere. Die beiden "City Noise" Beispiele hingegen sollen noch einmal das Rauschen zwischen mittleren und maximalen Gain verdeutlichen.

Aufgrund des geringen Gewichts des iQ5 hatte ich übrigens auch keine Angst vor allzu starken Hebelwirkungen auf die Lightning-Buchse meines iPhones. Schön fand ich auch das kleine Gummipad am unteren Teil der Chrome-Kugel, was das iQ5 nicht nur vor Kratzern schützt, sondern es auch etwas bei einer schrägen Tischaufstellung vor Trittschall schützt. Apropos, ein schaltbares Trittschallfilter konnte ich indes nicht entdecken, weder am Gerät selbst, noch in der Software. Ich gehe aber davon aus, dass eins permanent aktiv ist.

Der Standby im Einklang mit meinem iPhone funktionierte auch wunderbar, sodass mein Akku nicht unnötig geschröpft wurde. Das funktioniert längst nicht bei allen Geräten so, die man an ein iOS-Gerät anschließen kann, deswegen soll dies explizit gelobt werden. Generell hält sich der Mehrverbrauch absolut im Rahmen. Die USB-Buchse für das externe Laden ist also eine nette Zusatzoption und kein „Wink mit dem Zaunpfahl“.

Die Zoom HandyRecorder App bietet, neben den Standardeinstellungen und Funktionen, die Aufnahmeformate WAV und AAC an sowie auch ein paar Effekte (6-Band EQ, Reverb, „Mastering“), welche meiner Meinung nach aber nicht der Rede wert sind. Obligatorisch ist mittlerweile der direkte Soundcloud-Upload, den es hier natürlich auch zu finden gibt. 

Wirklich schade ist hingegen, dass es keinen Dropbox- oder Email-Transfer gibt, und so bleibt nur noch der Austausch über iTunes übrig, welchen ich allerdings doch sehr umständlich finde. 

Witziger finde ich da schon die Auto-Rec und Auto-Stop Funktionen, welche bei Überschreitung eines definierten Pegels bzw. dessen Unterschreitung selbständig die Aufnahme beginnt bzw. beendet und dabei auch immer neue Files mit Datum und Uhrzeit erzeugt. Toll, wenn man mal einen Ort überwachen oder Gespräche ausspionieren möchte!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • M/S-Aufnahme
  • Flexible Ausrichtung
  • Kostenlose HandyRecorder Software

  • etwas dünn im Sound
  • (Upload-Möglichkeiten der App eingeschränkt)

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