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25.02.2020

10 Dinge die du beim DJ-Gig unbedingt dabei haben solltest

Wichtige Utensilien, die du bei deinem DJ-Set besser nicht vergessen solltest

Der nächste DJ-Gig steht an. Der Vertrag ist unterschrieben, der Technical Rider geschickt. Nichts vergessen? Hier sind 10 Dinge, die DJ unbedingt dabei haben sollte.

1. Kopfhörer und extra 6,3 mm Adapter

Der DJ bringt seinen eigenen Kopfhörer mit – das ist eigentlich Ehrensache. Und trotzdem passiert es immer mal wieder, dass der Adapterstecker unterwegs verschwindet, weil man ihn zum Hören am Laptop abgeschraubt und dann irgendwie irgendwo irgendwann vergessen hat. Und genau dann bekommt DJ es abends natürlich mit einem Mixer der älteren Generation zu tun, an dem noch kein 3,5-mm-Kopfhörereingangsstecker verbaut ist, wie bei vielen aktuellen Mixern mittlerweile üblich. 

Also habe ich stets einen 6,3-mm-Adapter in der Geldbörse dabei. Und bislang auch noch nicht gebraucht. Aber wehe, ich vergesse den einmal: Murphy’s Law wartet bestimmt nur darauf und schlägt dann erbarmungslos zu.

Eine große Auswahl an DJ-Kopfhörern findet ihr in unserem Testmarathon.

2. Recording Device

Es ist immer eine gute Idee, das eigene Club-DJ-Set mitzuschneiden und möglichst auf Mixcloud, Soundcloud, Hearthis zu posten. Das ist Extra-Value für eure Fans und einfach auch eine gute Visitenkarte. Nun gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, sein Set zu recorden, sodass wir dem Thema ein eigenes Special widmeten, wo wir diverse Aufnahmevarianten vorgestellt haben.

Wenn möglich, ist es sinnvoll, bereits im Vorfeld zu klären, ob der Veranstalter das DJ-Set mitschneidet. Ich kenne DJs, die das nicht schätzen und unterbinden bzw. dann ihr eigenes Aufnahmegerät an den Recording-Ausgang des Mischpults anschließen, um Kontrolle über die Verbreitung der Aufnahme zu haben.

Auch sollte bereits im Vorfeld oder spätestens beim Soundcheck mit der Technik geklärt werden, dass ein passendes Audiokabel im Recording-Ausgang steckt oder der Zugang auch während der Performance des vorher spielenden Acts unkompliziert möglich ist, um dessen Set nicht durch unnötiges Herumgefummel an den rückseitigen Anschlüssen des Mischpults zu beeinträchtigen.

So etwas war leider sehr üblich, als noch jeder DJ mit seinem eigenen Traktor/Serato/Virtual DJ-Setup plus zugehöriger Soundkarte zum Gig kam. Diese Zeiten sind glücklicherweise fast vorbei. Also: Seid achtsam beim Verkabeln.

3. Ohrstöpsel

Ganz wichtiges Thema, auch wenn ihr nicht mit Ohrstöpseln mixen könnt oder wollt: Gönnt euren Ohren die Ruhe vor und nach dem Sturm. Eure Ohren sind euer Kapital, natürlich vor allem, wenn ihr selbst Musik produziert. Aber auch, wenn ihr „nur“ als DJ arbeitet, benötigt ihr euer Hörvermögen für eine lange Karriere.

Dabei müssen es nicht immer vom Hörgeräteakustiker maßangefertigte Stöpsel sein. Standard-Stöpsel wie beispielsweise die Alpine MusicSafe Pro kosten nur wenig Geld, dämpfen den Schall relativ linear, sind fast unsichtbar und bieten sogar austauschbare Filter für mehr oder weniger Dämpfung.

Die weit verbreiteten weichen Ohropax bringen leider gar nichts, sie dämpfen nur die Höhen und sorgen für ein unnatürliches und extrem nervtötendes, dumpfes, wummerndes Klangbild.

Gute Ohrstöpsel schonen nicht nur das Gehör, sondern haben auch den Vorteil, dass man sich an der Bar relativ entspannt unterhalten und sein Gegenüber ohne Geschrei verstehen kann. Ein weiteres wichtiges Kriterium: Wenn sie einmal drin sind, möchte man sie auch wieder komfortabel herausbekommen. Hier ist ein längerer Schaft hilfreich, mit der die Ohrstöpsel bequem herauszuziehen sind. Stöpsel ohne oder mit zu kurzen Schäften sind unangenehm schwer aus den Ohren herauszupulen.

4. Verträge, Rider, Rechnung

Es ist immer gut, einen ausgedruckten Vertrag und Rider dabei zu haben, gerade wenn ihr mehr macht als nur aufzulegen. Wenn ihr euch beispielsweise vertraglich bestimmtes Equipment habt zusichern lassen, dass dann nicht vorhanden ist, bedeutet das Stress und im schlimmsten Fall sogar Streit mit dem Veranstalter oder Techniker.

Mit einem kurzen Vorzeigen der Vertragsdokumente ist das hingegen schnell geklärt. Klar, man kann die Dokumente auch papierlos als Scan auf Laptop oder Mobilgerät mitführen, aber ich gebe lieber ein Stück Papier heraus als mein Handy.

5. Passport, Visa und Tickets Flug/ Bahn

Eigentlich klar, aber wer hat den Reisepass oder das Ticket wirklich noch nie zuhause liegen gelassen? Ganz wichtig für Gigs in manche Länder außerhalb der EU ist zudem ein gültiges Visum. Und zwar komplett und rechtzeitig, denn die langsam mahlenden Mühlen der diplomatischen Vertretungen oder Visa-Ausgabecenter können wir nicht beschleunigen und schon wegen nur eines fehlenden Stempels kann einem schon mal die Einreise verwehrt werden. Alles schon erlebt ...

Wenn alles beisammen ist, packe ich gerne lange vor dem entsprechenden Gig die Essentials zusammen, um sie alle rechtzeitig parat zu haben. Papierlose Tickets haben den Vorteil, dass sie stets auf dem Smartphone zur Verfügung stehen – solange dies auch genug Strom hat.

6. Powerbank

Ohne Strom nützt das Ticket oder der Reiseplan auf dem Handy aber leider nichts. Und gerade wenn das Smartphone noch zum Aufnehmen des DJ-Sets dienen soll, beispielsweise mit der EvermixBox oder dem iRig Duo Pro, kann der Akku nicht voll genug sein.

Sicher, es gibt bei beiden Recording-Tools die Möglichkeit, das Handy während der Aufnahme zu laden, aber wer weiß schon, ob am DJ-Pult genau dort dann auch eine zugängliche freie Steckdose zu finden ist. Also führt unbedingt eine Powerbank mit entsprechenden Kabeln mit. Und geladen sollte sie sein ... 

7. 3x USB-Sticks

Ja, DREI! Dass zu wenige USB-Sticks dabei sind, merkt DJ meistens erst, wenn einer ausfällt, der andere irgendwo unauffindbar ins Reisegepäck geflutscht ist und die CDJs im Club nicht per LAN-Kabel verbunden sind. Um für all diese Eventualitäten gewappnet zu sein, führe ich mindestens immer drei USB-Sticks mit und nicht alle gemeinsam am selben Ort. Der Hauptstick, ein Sandisk Extreme Pro USB 3.1 mit 256 GB, ist im selben Beutel wie der Kopfhörer untergebracht. Ein weiterer Sandisk Extreme Pro oder Go mit 128 GB befindet sich in einem festen Behälter, sodass der kleine Freund sich nicht einfach irgendwo zwischen den dreckigen Unterhosen verstecken kann. Und der dritte, ein kleiner, flacher Sandisk, wohnt quasi in meiner Geldbörse, um immer und überall bereit zu sein.

Warum Sandisk? Weil die mich noch nie im Stich gelassen haben. Gerade die Extreme Pro Sticks sind nicht gerade preisgünstig, aber schließlich geht es hier auch um nicht unerhebliche Gagen und vor allen Professionalität, die es einfach verbietet, mit Werbegeschenk-USB-Sticks aufzulaufen.

Und auch Vinyl-DJs sollten immer USB-Sticks als Backup dabei haben. Wenn die Plattenspielererde brummt und der Tisch vom Bass vibriert, sodass kein vernünftiges Auflegen möglich ist, stellt der USB-Stick die Rettung dar, denn: the show must go on!

 

 

8. Für Vinyl-DJs: Systeme, Plattenbürste, Slipmats

Vinyl-DJs sind leider eine immer seltener werdende Spezies und müssen dieser Tatsache mit besonderen Maßnahmen Rechnung tragen. Reichte es früher, mit einem Plattenkoffer und Kopfhörern zum Gig zu gehen, muss es 2020 doch etwas mehr sein.

Immer weniger Clubs haben gut gewartete Turntables am Start und selbst wenn, sind die Plattenspielernadeln oft eher Rillenpflüge als sensible Tonabnehmer.

Viele Clubs haben auch gar keine Systeme mehr an den Turntables montiert, weil diese gern gestohlen werden. Also bringt eure eigenen Systeme mit und transportiert die empfindlichen Schätzchen gern in einem stabilen Case, auf dass sie euch noch lange erhalten bleiben. Auch eine Plattenbürste ist sinnvoll, vor allem wenn die alten Slipmats des Clubs womöglich schon völlig verkeimt sind. Eigene Slipmats mitnehmen ist ebenfalls nicht verkehrt.

9. Für Laptop-DJs: Laptopständer, Netzteil

Auch der reine Laptop-DJ ist zumindest im Club-Betrieb eine rare Erscheinung geworden: Zu überwältigend sind die Vorteile eines Sets mit USB-Stick, ganz gleich ob der Rekordbox- oder Engine-Prime-Daten transportiert.

Ein Laptop-und-Controller-Setup hat aber nach wie vor seine Berechtigung, wenn es um einen schnellen und spontanen Zugriff auf jeden Song geht. Hat der Club einen Mixer mit kompatibler Soundkarte, geht das Setup natürlich deutlich einfacher. Die eigene Soundkarte dabei zu haben hat den Vorteil, dass DJ sich nicht darauf verlassen muss, dass die Soundkarte im Clubmixer funktioniert und es gibt keine Treiberprobleme.

Wichtig: Damit alles seinen Platz in der DJ-Booth findet, sollte man im Technical Rider unbedingt angeben, wie viel Grundfläche der Controller benötigt. Für den Laptop lohnt es sich IMMER, einen Laptop-Ständer mitzubringen: Er schafft deutlich mehr Platz in der DJ-Booth und hebt den wertvollen Laptop über die Dinge ins Blickfeld. Ausgelaufene Flüssigkeiten und die Gefahr von Rückenschmerzen verlieren so etwas von ihrem Schrecken. Achtung: Laptop-Netzteil nicht vergessen!

10. Welche DJ-Tasche?

Am Ende stellt sich dann doch manchmal die Frage: Wo passt das alles rein?

USB-DJs sind fein raus, denn alles passt ins Bordgepäck, ohne lästiges Eingechecke.

Und trotzdem braucht man je nach Mission und Entfernung entsprechend viel Ersatzkleidung, Toilettenartikel, Merch, Elektronik, Verpflegung und so weiter.

Viele Vinyl-Fans unter meinen DJ-Freunden schwören auf die kleinen Vinyl-Trolleys von Magma und UDG, groß genug für 50 Schallplatten und klein genug, um von den meisten Airlines als Bordgepäck akzeptiert zu werden. DJ-Taschen und Gigbags findet ihr in diesem Testmarathon für DJ-Zubehör.

Für richtig große Controller wie den Native Instruments Traktor Kontrol S4 MK2 oder  Synthesizer vom Format eines Roland SH-101 hat mir der Magma Riot Digi DJ-Stashpack XL Plus schon gute Dienste geleistet.

Der ist aufgrund seiner Größe nichts für die Flugzeug-Bordkabine und man möchte ihn auch nicht ewig auf dem Rücken rumschleppen, aber für eine Bahnreise zum Gig ist er absolut empfehlenswert.

Für USB-only-DJs geht es dann noch kompakter. In das Magma Riot Headphone Bag Pro passen neben den Kopfhörern auch USB-Sticks, Powerbank fürs Smartphone, Tickets und sonstige Kleinigkeiten rein.

Perfekt für den Gig in der eigenen Stadt oder für den kurzen Weg vom Hotel zum Club.

Veröffentlicht am 25.02.2020

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