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Test
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09.08.2011

PRAXIS

Im Lieferumfang enthalten sind eine Installations-CD für den Software-Editor und ein Mini-USB Kabel. Das Handbuch kann man sich als PDF von der AKAI Website herunterladen. Ich muss keine Treiber installieren, mein Rechner erkennt den Controller sofort nach dem Einstöpseln des USB-Kabels, über das auch die Stromversorgung geschieht. Die einzige Installation, die zu machen ist, ist die des Software Editors.

Weitere Ein- oder Ausgänge als Mini-USB gibt es hier nicht; kein MIDI Out, keine Pedaleingänge. Hier ist alles auf die Reduktion aufs Wesentliche und die Verwendung mit einem Computer ausgelegt. Das MPK Mini ist gut verarbeitet, es fühlt sich stabil an, sein Design ist übersichtlich, schick bis unaufdringlich. Minitasten sind vielleicht nicht Jedermanns Geschmack, aber für ein Instrument dieser Preis- und Mobilitätsklasse ist das alles hier schon ziemlich weit vorne!

Tasten

Die weichen Minitasten sind nicht gerade dafür prädestiniert, eine Klavierballade einzuspielen, aber definitiv filigran genug, um ein paar gefühlvolle Akkorde, tighte Basslinien oder flinke Melodien einzuspielen. Die Oktavlage lässt sich mit den "Octave Up/Down" Schaltern schnell anpassen und reicht insgesamt von C-2 bis C8. Spielt man in einer veränderten Oktavlage, leuchtet einer der Octave-Schalter rot auf, je nachdem ob hoch- oder runtertransponiert hat. In welcher der vielen möglichen Lagen man gerade ist, wird dabei allerdings nicht kenntlich gemacht.

Pads

Auch wenn die Pads des MPK Mini nicht die Güte der AKAI MPC Serie haben: Das Einspielen von Rhythmen funktioniert bestens, die Anschlagdynamik wird gut aufgelöst. Abschalten (Fixed Velocity) kann man die Anschlagsempfindlichkeit jedoch nicht. Für die Pads gibt es zwei Modi: Momentary und Toggle. Im Momentary-Mode sendet ein Pad einen (kurzen) Impulsbefehl, gut für perkussive Rhythmen. Im Toggle-Mode bleibt der Impuls aktiv bis man das Pad ein zweites Mal anschlägt. Gut für Loops. Aber nicht nur für die Eingabe von Notenwerten lassen sich die Pads effektiv einsetzen. Neben Control Change (CC) und Program Change (PC) Befehlen bieten sie auch die Möglichkeit Sequenzersteuerungen wie Start/Stop, Record, Spur Stummschalten oder Spur wechseln uvm. vorzunehmen. Mit Apple Logic 9 ließ sich dies alles problemlos realisieren. Und auch mit Ableton Live soll das MPK Mini laut AKAI bestens harmonieren. Bei den anderen gängigen DAWs wird dies höchstwahrscheinlich nicht großartig anders sein ... Encoder Die acht Encoder haben nur einen leichten Drehwiderstand, mit dem man aber gut arbeiten kann. Sie sind nicht gerastert, verfügen über einen maximalen Radius von 270° und anhand der Markierung auf und neben den Reglern behält man immer den Überblick über ihre jeweilige Positionen. Parameter von Software-Instrumenten oder FX-PlugIns sind meist mit ein paar Handgriffen mit den Encodern verlinkt, hoch lebe der MIDI-Learn Mode, mit dem ja viele PlugIns aufwarten! Aber auch DAW-Objekte wie Kanalfader, Aux Send- oder Panorama Regler kann man hiermit gut steuern. Unter Umständen muss man sich zu diesem Zwecke mit tiefschürfenderen Menüs seiner DAW oder PlugIns ("Controller Zuweisungen") beschäftigen. Oder sogar zum Äußersten schreiten und die verhasste RTFM-Methode anwenden (Read The Fucking Manual!).

Arpeggiator

Der "Schrittmacher" sorgt wie immer für Freude und (meist positive) Überraschungen. Besonders dann auch, wenn man ihn im Sync mit seinem Sequenzer laufen lässt. Der Arpeggiator des MPK Mini lässt sich nämlich auch von einer externen MIDI Clock das Tempo sagen. Damit bei diesem Vorhaben alles tight lief, musste ich jedoch zunächst eine negative Verzögerung der MIDI Clock meiner DAW einstellen (12ms). Ein solches Finetuning bei den Sync-Einstellungen ist aber ganz normal, jeder Rechner bzw. jede DAW reagiert da etwas anders. Bei gedrückter "Program Taste" kalibriert man die Step-Auflösung des Arpeggiators, gemäß der Aufschrift über den Minitasten. Werte von 1/4, 1/4T, 1/8, 1/8T, 1/16, 1/16T, 1/32 und 1/32T sind möglich.

Software Editor

Der mitgelieferte Software Editor verschafft dem Benutzer Zugang zu verborgenen Konfigurationsparametern. Zum Beispiel zu den MIDI Kanälen. Auch stellt man hier ein, was die einzelnen Pads senden sollen (MIDI-Noten, Control Changes oder Program Changes) und welchen Modus sie verwenden (Momentary oder Toggle). Für jeden einzelnen Encoder steht die Auswahl eines Control Change Befehls und ein frei wählbarer Bereich der zu sendenden CC-Werte bereit. So kann eine komplette 270° Drehung eines Encoders sich beispielsweise nur auf den CC-Wertebereich von 33-88 beziehen (anstatt 0-127). Und auch der Arpeggiator mit seinen zahlreichen Parametern bekommt hier eine gebührliche virtuelle Abbildung.

Pro & Contra

  • Preis/Leistung
  • Gute Verarbeitung
  • Sehr kompakt
  • Leicht zu bedienen

  • Kein Pitch- und Modwheel
  • Keine Endlos-Encoder
  • Keine optionale Fixed Velocity bei den Pads
  • Keine Pedaleingänge

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