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Test
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12.07.2014

AKG WMS 420 Instrument Set Band D Test

Drahtlossystem aus Taschensender und Empfänger

Kabel adé

Vorbei sind die Zeiten, in denen auf der Bühne ein schier undurchdringliches Dickicht von Kabeln wuchs, das den Wirkungskreis der Musiker mit jedem Song um einen weiteren Meter einschränkte. Vorbei sind allerdings auch die Zeiten, in denen die Alternativen – nämlich zuverlässige Funksysteme für eine kabellose Übertragung – nahezu unbezahlbar waren. Stattdessen gibt es heute eine große Auswahl budgetfreundlicher Funkstrecken, mit deren Hilfe Bands ihre Live-Performance auf das nächste Level hieven können.  

Da AKG sein Funksystem WMS 420 nicht nur mit Handheld-Mikrofonsender, sondern auch mit einem sogenannten „Bodypack“ anbietet, steht dem Zusammenspiel mehrerer Funkstrecken – und damit einem Ende des Kabelwirrwarrs auf der Bühne – scheinbar Nichts im Wege. Ob das Funksystem dieses Versprechen in der Praxis hält, wollen wir uns in diesem Test anschauen.

Details

Um ein optimales Zusammenspiel von parallel betriebenen Funkstrecken zu gewährleisten, schickt der österreichische Hersteller AKG sein WMS 420-Set in verschiedenen Ausführungen ins Rennen. Neben der Variante mit dem Taschensender PT420, die wir uns hier näher ansehen werden, ist auch eine Version mit dem Handsender HT420 erhältlich. Beide lassen sich mit dem stationären Empfänger SR420 verwenden und sollten so einen reibungslosen gemeinsamen Einsatz auf mehreren Kanälen sicherstellen.

Wie das Handheld-Set, so wird auch das Bodypack von AKG in einem stabilen, hochwertig bedruckten Karton ausgeliefert. Da das Transportbehältnis über einen Tragegriff verfügt, erübrigt es sich zumindest für den gelegentlichen Transport zu Live-Veranstaltungen, einen zusätzlichen Koffer anzuschaffen. Das Instrumental-Set wird standardmäßig mit Taschensender, Empfänger und dessen Netzteil sowie zwei verschraubbaren Antennen ausgeliefert. Darüber hinaus liegen nicht nur Beiblätter mit Infos zu Frequenzen, Sicherheitshinweisen und eine Garantiekarte bei,  vielmehr gehören auch eine AA-Batterie für den Taschensender sowie ein passendes Kabel für den Anschluss von bspw. E-Gitarren an den Taschensender zum Lieferumfang. So kann es nach dem Auspacken sofort losgehen.

AKG PT420

Der Taschensender PT420 ermöglicht nicht nur den Anschluss von E-Gitarren, E-Bässen, usw., sondern kann auch als Sender für Dynamik- und Kondensatormikrofone genutzt werden, sofern für diese eine Versorgungsspannung von 4 V ausreicht. Auf seiner Oberseite finden sich die drei zentralen Elemente, der Netzschalter, Eingangsbuchse und eine fest montierte, biegsame Antenne. Der Schalter ist dreistufig und bietet in der Zwischenposition eine Mute-Funktion. Sie hält die Funkverbindung aufrecht, aber schaltet das Audiosignal stumm. Optimal, um „mal eben“ den Sound zu unterbrechen, ohne danach erneut die Funkverbindung herstellen zu müssen. Den Eingangsanschluss bildet eine 3-polige Mini-XLR-Buchse, die mit dem AKG-Kabel MKG L betrieben wird, das dem Set – wie schon gesagt – gleich beiliegt.

Auf der Vorderseite befindet sich ein zweistelliges Display in zentraler Lage für die Kanalanzeige. Daneben visualisiert eine LED den Batteriestatus und gibt Auskunft über die Betriebsbereitschaft des Senders. Auf der Vorderseite ist das Batteriefach des Bodypacks angesiedelt, was meiner Meinung nach so hervorragend gelöst ist, weil man den Taschensender somit nicht hin und her wenden muss. Denn unter dem Batteriefachdeckel sind auch ein Regler zum Justieren der Empfindlichkeit des Audioeingangs sowie ein Taster für die Kanalwahl untergebracht. An der Unterseite des kleinen Gerätes befinden sich außerdem Ladekontakte, die mithilfe des optional erhältlichen Ladegerätes CU400 das Auffrischen eines im Batteriefach eingesetzten Akkus ermöglichen, ohne diesen herausnehmen zu müssen. Die Rückseite des Taschensenders ziert ein Metallbügel, mit dessen Hilfe sich das Gerät an Hosentaschen, Gürteln oder Hosenbünden befestigen lässt. Ein kleines Fenster gibt den Blick frei auf das Batteriefach, so kann man ohne jede Mühe direkt sehen, ob eine Batterie eingelegt ist oder nicht. Nettes Gimmick, aber vor allem praktisch!

Die technischen Daten zum PT420 sollen uns hier ebenfalls einen Blick wert sein: Abhängig vom gewählten Band liegt das FM-modulierte Funksignal des 7,4 cm kleinen und nur 60 g leichten Bodypacks zwischen 530,025 bis 931,850 MHz und überträgt – für die Dauer von bis zu acht Stunden – einen von 40 Hz bis 20 kHz reichenden Frequenzbereich. Dabei kann aus acht verschiedenen Trägerfrequenzen gewählt werden.

AKG SR420

Funktional und schlicht kommt der stationäre Empfänger SR420 daher. Er ist aus einigen Kunststoffelementen gefertigt, von denen das auffälligste wohl die leicht geschwungene rauchglasartige Front ist. Unter ihr versteckt sich das Kanalanzeigen-Display sowie zwei LEDs, die Auskunft über erfolgreich verbundene Funksignale geben sowie vor Übersteuerungen des Audiosignals warnen. Außerdem sind ein Netzschalter, ein Laustärke-Poti und der Kanalwahl-Taster auf der Front untergebracht. Damit sind alle wichtigen Funktionen des Gerätes leicht von dessen Vorderseite aus zugänglich.

An der Rückseite des SR420 sind zwei BNC-Buchsen angebracht, die die UHF-Antennen aufnehmen und per Verschraubung sichern. „True Diversity“ heißt hier also das Zauberwort. Damit ist es dem Empfänger auch in Hallen und ähnlich schwierigen Umgebungen möglich, durch die automatische Wahl des jeweils besten Funksignals für eine störungsfreie Signalübertragung zu sorgen. Das Ausgangssignal kann auf zweifache Weise abgegriffen werden: Zum einen als symmetrisches Signal an der XLR-Buchse, zum anderen als unsymmetrisches Signal via Klinkenbuchse. Ein Regler zum Justieren des Squelch-Schwellenwertes ermöglicht die Anpassung des Empfängers an die Funksignalstärke. Mithilfe der Squelch-Funktion „weiß“ der SR420 sozusagen, unterhalb welcher Funksignalstärke sich ein Verstärken des Signals nicht lohnt. Dadurch wird das typische »Aufrauschen« verhindert, was Empfänger ohne Squelch-Funktion oft zeigen.

Schaltbandbreite, Trägerfrequenz und Frequenzumfang von Sender und Empfänger sind aufeinander abgestimmt und deshalb identisch. Somit bleibt an dieser Stelle nur der Hinweis „siehe oben“. Interessant dürfte aber noch der Signal/Rauschabstand der Geräte sein. Er wird vom Hersteller mit 105 dB(A) angegeben.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Zuverlässige Funkverbindung
  • Geräuschlose Mute-Funktion (Sender)
  • Mit nur einer AA-Batterie 6-8 h Betriebsbereitschaft
  • Gutes Preis/Leistungs-Verhältnis

  • Sender-Netzschalter hat ein wenig Spiel

Gehört zu dieser Serie

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