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Test
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10.06.2014

Praxis

Bedienung

Das Vortex Wireless liegt gut in der Hand und schränkt wegen des geringen Gewichts den Bewegungsspielraum kaum ein. Die Tastatur ist für mein Empfinden nichts Besonderes, lässt sich aber gut spielen – zumal man auf einem Umhängekeyboard wohl keine Klaviersonate zum Besten geben wollen wird. Allerdings spricht der Aftertouch sehr schnell an und lässt sich nicht abschalten. Gerade beim enthemmten Solieren produziert das Vortex schnell eine Menge vielleicht unnötiger Aftertouch-Daten, was die MIDI-Leitung verstopft. Hier würde ich mir wünschen, den Aftertouch wie den Beschleunigungssensor einfach deaktivieren zu können, wenn man sie nicht braucht.

Die Programmierung der Bedienelemente erfolgt im Modus Patch Edit mit einer Kombination aus bestimmten Tasten der Klaviatur und den Drehreglern. Das Verfahren ist schnell verinnerlicht und funktioniert dann trotz des eher dürftigen Displays problemlos. Die Controller für die linke Hand, also Ribbon, Pitchwheel, Sustain-Pad und Fader, sind für mein Empfinden ergonomisch günstig platziert und ermöglichen eine ausdrucksstarke Performance. Vor allem die Möglichkeit, drei verschiedene Belegungen des Ribbons auf drei Tastern abzulegen, finde ich gelungen – so hat man bis zu drei Performance-Parameter im schnellen Zugriff. Die drei Drehregler lassen sich allerdings – wie bereits erwähnt – bei umgehängtem Vortex nur mit der Spielhand bedienen, wenn man sich nicht verrenken möchte. Dadurch ist ihr Nutzen während des Spielens leider etwas eingeschränkt.

Die Trigger-Pads dienen neben dem Senden von Noten, CC- oder Program Change Messages in Kombination mit dem Taster Patch Select auch zur Auswahl der Presets, wodurch sich Konfigurationen angenehm schnell umschalten lassen. Ihre Ansprache geht für mein Empfinden in Ordnung, wenn man nicht unbedingt MPC-verwöhnte Ansprüche hat. Allerdings könnten Pad-Vielnutzer sich unter Umständen an der unterschiedlichen Größe der einzelnen Pads stören, die dem extravaganten Design geschuldet ist.  

Wireless-Betrieb

Das Vortex Wireless ohne Kabel zu betreiben, ist leicht: Man braucht nur den Wireless-Stick an einen freien USB-Port des Computers anzuschließen und das Vortex einzuschalten. Eine Konfiguration oder Anmeldung ist nicht nötig. Das Keyboard verbindet sich automatisch mit dem Stick und funktioniert dann auch ohne Kabel sofort in allen gängigen Softwareprogrammen – Class Compliance sei Dank. So wünscht man sich das! Beim Spielen ist keine Latenz zu spüren. Die Reichweite soll bei etwa 60 Metern liegen, was ich im Test leider nicht voll ausreizen konnte. Aber schon die Hälfte wäre selbst für große Festivalbühnen genug, und auch für einen Ausflug ins Publikum sollte die Reichweite in den meisten Fällen ausreichen. Mit dem problemlosen Drahtlosbetrieb wirkt das Konzept „Umhängekeyboard“ endlich zu Ende gedacht – ohne Kabel macht die Performance am Bühnenrand gleich doppelt soviel Spaß.

Beschleunigungssensor

Der eingebaute Beschleunigungssensor des Vortex Wireless registriert ein Kippen des Keyboards und macht daraus CC- oder Pitchbend-Daten. So kann man beispielsweise Modulationen steuern, indem man den Hals der Keytar hochreißt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern entpuppt sich als intuitiver Performance-Controller. Wer sich ein Keyboard umhängt, ist ja ohnehin mit dem nötigen Bewegungsdrang gesegnet und wird diese Steuerungsmöglichkeit als sehr natürlich empfinden. Mit Controllerdaten für Dinge wie etwa Vibrato funktioniert das wie schon beim Ur-Vortex besser als mit Pitchbend-Befehlen – ganz sauber ist die Ansprache des Sensors nämlich leider auch beim Vortex Wireless nicht. Manchmal gibt es Sprünge oder „hängen gebliebene“ Werte, was vor allem beim Pitchen störend auffällt. Im Großen und Ganzen kann das die Freude über dieses neue Ausdrucksmittel aber kaum trüben: Die sonst manchmal etwas „verkopften“ Regelmöglichkeiten eines Controllerkeyboards werden damit um eine unerwartet direkte, „bauchgesteuerte“ Ausdrucksmöglichkeit ergänzt. Ausprobieren!

Pro & Contra

  • einzige derzeit erhältliche Controller-Keytar
  • problemloser Drahtlosbetrieb
  • viele frei belegbare Controller
  • ergonomisch gut gelungen (Ausnahme: Drehregler)
  • Beschleunigungssensor
  • sehr flexibel konfigurierbar
  • Batteriebetrieb möglich
  • auffälliges Design
  • geringes Gewicht

  • Beschleunigungssensor „stolpert“ manchmal
  • Drehregler ergonomisch ungünstig angeordnet
  • Aftertouch nicht abschaltbar

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