Workshop_Folge Workshop_Thema Bass
Workshop
7
18.10.2018

Bass lernen für Anfänger: Die richtige Grifftechnik

E-Bass lernen – der Bass-Workshop für Einsteiger

Kostenloser Online-Bassunterricht für Beginner auf bonedo

Willkommen zu einer neuen Workshop-Serie im Bassbereich von bonedo! Hier können E-Bass-Einsteiger ihre ersten Schritte unternehmen, aber auch fortgeschrittene Spieler können hier noch einmal nachhaltig ihre bisher erlernte Spieltechnik überprüfen.

In diesem ersten Teil unseres Einsteiger-Workshops beleuchten wir die Spieltechnik der Greifhand - sprich: das richtige Greifen der Töne auf dem Griffbrett. Wenn man das Thema "Basstechniken" behandelt, denken die meisten BassistInnen ganz natürlich zuerst an die Anschlaghand. Die Greifhand ist jedoch für sämtliche Techniken ebenso wichtig.

(Copyright aller Fotos und Videos: © newmusic.academy)

Quick Facts

  • Die Bünde eines E-Basses markieren Halbtonschritte. Da wir in unserem Kulturkreis, der abendländischen Musik, mit dem sogenannten 12-Ton-System arbeiten, werden alle zwölf Töne auf jeder Saite über eine Strecke von zwölf Bünden abgedeckt. Danach wiederholt sich die Serie wieder eine Oktave höher.
  • Das Greifen der Töne auf dem E-Bass ist kraftaufwändiger als bei der Gitarre, weswegen es durchaus etwas länger dauern kann, bis sich die Muskulatur darauf einstellt. Hier hilft nur Geduld und regelmäßiges Training - also Üben!
  • Um den größtmöglichen Radius auf dem Griffbrett abzudecken, setzen wir die vier Finger unserer Greifhand über vier Bünde. Wenn man diese Haltung einmal erlernt hat, ist sie sowohl beim bundierten, als auch beim bundlosen E-Bass (Fretless-Bass) eine immense Hilfe für saubere Intonation und flüssige Bewegungsabläufe!
  • Regelmäßige "Face-to-face"-Termine bei einem Basslehrer "aus Fleisch und Blut" können sehr hilfreich sein, um sich ggf. einschleichende Fehler zu korrigieren.

Die ersten Gehversuche: Töne greifen auf dem E-Bass

"Welche Handhaltung soll ich verwenden, um die Töne auf dem Basshals zu greifen?"

Als oberste Regel sollte man beim Spielen immer eine "hohe Energieeffizienz" verfolgen! Das bedeutet, man sollte stets versuchen, so wenig Kraft aufzuwenden wie möglich. Dies wiederum erreicht man durch eine gleichmäßige Kraftverteilung in der Hand während des Greifens.

Am einfachsten erklärt sich die Haltung der Greifhand, wenn man sich einmal vorstellt, einen Tennisball in der Hand zu halten. Das sieht dann in etwa so aus:

Haltet dabei die Daumenspitze so, dass sie sich ungefähr gegenüber der Fingerkuppe des Mittelfingers befindet, während die Finger gleichmäßig zueinander gespreizt sind und einen Halbkreis bilden.

>>>Bist du noch auf der Suche nach deinem Traum-Bass? In diesem Kaufberater erfährst du, welche Modelle es gibt und worauf du beim Kauf achten musst!<<<

Nun legt ihr die Hand genau in dieser Haltung um den Hals, zum Beispiel mit dem Zeigefinger in der Höhe des 5. Bundes, und ordnet jedem Bund auf der E-Saite einen Finger zu (Merksätze: "Vier Finger - vier Bünde" oder "Ein Finger pro Bund").

Um den Kraftaufwand beim Spielen zu minimieren und einen möglichst sauberen Ton (frei von Saitenschnarren) zu bekommen, sollte jeder Finger möglichst nahe hinter dem jeweiligen Bundstäbchen aufgesetzt werden.

Der Daumen sollte dabei nach wie vor gegenüber vom Mittelfinger liegen:

Die Finger bleiben stets in ihrer Position!

Versucht gerade am Anfang, die Finger in ihrer Position zu halten. Wenn man z.B. die vier aufeinander folgenden Halbtöne vom Zeigefinger bis hin zum Ringfinger spielt, sollte jeder der vier Finger trotzdem ständig über dem ihm zugeordneten Bund schweben, auch wenn er den Ton gerade nicht greift (also die Saite nicht herunterdrückt).

>>>Welcher Bassverstärker ist der richtige für dich? In unserem Bassverstärker-Kaufberater erfährst du es!<<<

Spielt man also die vier Töne hintereinander - sowohl auf-, als auch abwärts - so bleiben die nicht verwendeten Finger oberhalb des gegriffenen Tones über dem Bund "schwebend". Diejenigen Finger jedoch, die unterhalb des gegriffenen Tones liegen, bleiben heruntergedrückt.

Spiele ich also z.B. einen Ton auf dem 7. Bund der E-Saite (hier liegt der Ton "H" oder "B-Natural") mit der Hand in der 5. Lage (dem Zeigefinger auf dem 5. Bund), so drückt der Ringfinger die Saite auf den 7. Bund, um den Ton zum Klingen zu bringen. Der darüberliegende kleine Finger schwebt währenddessen über dem "C" des 8. Bundes. Die unterhalb des 7. Bundes liegenden Finger (Mittelfinger über dem 6. und Zeigefinger über dem 5. Bund) liegen gleichzeitig mit dem Ringfinger auf, während dieser die Saite auf den 7. Bund drückt.

Warum dieser dreifache Aufwand?

Für die Stabilität der Geifhand ist es einfacher, wenn die unter dem gegriffenen Ton liegenden Finger ebenfalls auf das Griffbrett drücken. Der einfache Grund: Der Kraftaufwand wird dadurch minimiert! Probiert es einfach mal aus, wie sich der Unterschied anfühlt, wenn man einen Ton z.B. nur mit dem Ringfinger greift, oder mit dem Ringfinger mitsamt Mittel- und Zeigfinger - das ist schon ein ziemlicher Unterschied, oder?

>>>Du hast die richtige 4x10-Bassbox für dich noch nicht gefunden? In diesem bonedo-Testmarathon erleichtern wir dir die Suche!<<<

Das folgende Video verdeutlicht das eben besprochene Thema noch einmal:

"Tennisball-Haltung" der Greifhand

Schwieriger Knackpunkt: Der Abstand zwischen Mittelfinger und Ringfinger

Ein häufig zu beobachtendes Phänomen kann man speziell bei Anfängern beobachten, die versuchen, die Finger im gleichen Abstand zueinander auf das Griffbrett zu setzen. Meistens rücken der Mittel- und der Ringfinger etwas dichter zusammen als der Rest:

Idealerweise sollten alle Finger aber genau gleich weit voneinander entfernt liegen, so wie ihr es auf diesem Bild sehen könnt:

Dieser Unterschied sieht übertrieben betrachtet so aus:

Wirkungsvolle Dehnübung für Mittel- und Ringfinger

Um mittelfristig eine ermüdungsfreie Handhaltung mit gleichmäßigen Fingerabständen zu erreichen, kann eine sehr einfache Dehnübung helfen. Dabei spreizt man einfach die Mittel- und Ringfinger der Greifhand mithilfe der Anschlaghand, indem man die Finger der Greifhand auseinander drückt - so weit, bis sich ein leichtes Spannungsgefühl einstellt - natürlich keinesfalls bis zum Schmerz!

Diese Position kann man so lange halten, wie es einem angenehm erscheint und so lange eine geringe Spannung aufrechterhalten wird. Das kann man bei allen erdenklichen Gelegenheiten praktizieren - vor dem Fernseher, in Ruhepausen ... oder einfach immer, wenn man einmal beide Hände frei hat. Es reicht, das Ganze ein paar Minuten über den Tag verteilt zu praktizieren. Ihr werdet merken, dass die Greifhand schnell beginnt, davon zu profitieren.

>>>Das könnte dich auch interessieren: Die besten Bassriffs zum Nachspielen gibt es in unserer Workshopreihe "Das Bass-Riff der Woche"!<<<

Einfache Übungen für die Greifhand

Nun folgen noch zwei einfache Übungen zur Kräftigung und Koordination eurer Greifhand. Sie dienen dazu, die Greifhand unter den genannten Aspekten zu trainieren. Falls euch die Übung 2 anfangs in der ersten Lage zu schwer erscheint, dann spielt sie einfach ein paar Lagen weiter oben, also mit dem Zeigefinger beispielsweise auf dem 5. Bund (wie bei Übung 1) und führt die Übung entsprechend aus, selbst wenn es tonal anders klingt als notiert. Es geht hier rein um ein physisches Training und noch nicht wirklich um Musik.

Achtet bei eurer Greifhand stets auf folgende Punkte:

  • Schweben alle Finger über ihrer zugeordneten Position (Ein Finger pro Bund)?
  • Liegen alle Finger hinter dem gegriffenen Ton gemeinsam auf?
  • Liegt der Finger des gegriffenen Tons möglichst nahe hinter den Bund auf? (Minimiert den Kraftaufwand, damit die Töne nicht schnarren)
  • Liegt der Daumen der Greifhand auf der Höhe des Mittelfingers? (Rutscht der Daumen in Richtung Zeigefinger, so dreht sich die Greifhand unweigerlich vom Griffbrett weg und es wird kraftintensiver, die Saite herunterzudrücken)

Greifhand-Übung 1

Greifhand-Übung 2

Ein guter echter Basslehrer ist durch nichts zu ersetzen!

Das zumeist kostenlose Musikunterrichts-Angebot im Internet ist eine wunderbare Errungeschaft der letzten Jahre. Versierte Profis und Musiklehrer geben auf YouTube, Facebook und diversen weiteren Plattformen (wie z.B. bonedo.de) bereitwillig ihr Wissen weiter, sodass man als Anfänger ohne Frage sehr schnell die ersten Gehversuche am Instrument unternehmen kann.

Eines aber ist auch klar: Ein guter echter Lehrer in einer "analogen" Einzelstunden-Situation ist durch nichts zu ersetzen! Ein guter Musikpädagoge geht individuell auf die Belange des Schülers ein und achtet darauf, dass sich zu keiner Zeit Fehler einschleichen und z.B. Bewegungsabläufe falsch eingeübt werden.

Die Kombination aus kostenlosem Internet-Angebot und einem Lehrer "aus Fleisch und Blut" ist auf jeden Fall die beste Möglichkeit, schnell und nachhaltig am Instrument voranzukommen!

>>>Wie muss ich meinen Basssound für welchen Musikstil einstellen? In diesem bonedo-Workshop erhältst du wichtige Tipps!<<<

Ich wünsche euch viel Spaß beim Basslernen! Sämtliches Bild- und Videomaterial entstammt übrigens meinem einjährigen Videofernkurs "Rock- & Pop-E-Bass" bei der "New Music Academy".

Bis zum nächsten Mal, euer Ollie!

Veröffentlicht am 18.10.2018

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X