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Test
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12.01.2012

Behringer B2031A Truth Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Größe ist nicht alles - Teil II

Auch Behringer ist mit zwei Boxen in unserem Testmarathon Aktive Nahfeldmonitore vertreten. Neben der B1031A wollen wir die bereits etwas länger auf dem Markt befindliche und ebenfalls zur Truth-Serie gehörende B2031A testen.

Auch diese Box ist nur im Paar zu haben und liegt mit einem Straßenpreis von 300 Euro knapp 50 über der optisch etwas mutigeren B1031A. Äußerlich haben die zwei also nicht viel gemein, aber wie sieht es klanglich aus? 

DETAILS

Bei der Behringer B2031A Truth handelt es sich, wie bei allen Vertretern im Testumfeld, um einen aktiven Zwei-Wege-Nahfeldmonitor. Es gibt auch noch eine ältere, jedoch nicht mehr produzierte B2031 ohne A, die etwas andere Leistungsdaten vorzuweisen hat. Der Tieftontreiber unserer Kandidatin ist mit 220 mm / 8,75 Zoll der größte im Test und somit zumindest auf dem Papier auch größer als der des ebenfalls vertretenen Behringer B1031A Monitors. 

Auch volumenmäßig ist die "klassische" B2031A mit 400 x 250 x 345 mm (HxBxT) einen kleinen Tick größer als ihre "modernere" Mitstreiterin aus gleichem Hause. Mit ihren 15 kg wiegt sie sogar ganze 4 Kilo mehr, was aller Wahrscheinlichkeit nach dem massiven MDF-Gehäuse geschuldet ist, das optisch keine Kompromisse eingeht. 

Der Basstreiber ist aus dem Kunststoff Polypropylen (PP) gefertigt. In anderen Speakern setzt Behringer auch gerne mal Kevlar oder Ähnliches ein. Diverse Hersteller werben mit superkomplexen Materialien wie Carbon- oder Glasfasergemischen. Was es auch immer ist, wirklich viel zu bedeuten hat es nicht. Die Materialien mögen ihre Vorteile haben, aber nach meiner Erfahrung sind seit jeher Pappe/Papier-Treiber ungeschlagen, wenn das Gesamtergebnis gut abgestimmt wird. Von daher: Nicht blenden lassen!

Der 25 mm Hochtöner sitzt in einer typischen "Waveguide"-Mulde, die eine homogene Abstrahlung im HF-Bereich gewährleisten soll, und wird sogar von einem schwarzen Metallgitter geschützt. Die zwei Schlitze neben dem Hochtöner sind übrigens die Bassreflexausgänge – wie bei Genelec möchte man meinen. Getrennt wird allerdings bei 2kHz.

Zwischen Hoch- und Tieftöner sitzen die Status-LEDs, einmal "ON" und einmal die Überlastanzeige, die mit "LIMIT" beschriftet ist. Auch eine automatische Abschaltautomatik ist an Bord, die beim Stromsparen hilft, wenn man es möchte. Nicht schlecht.

Laut Werbetext und den mitgelieferten individuellen Messprotokollen bietet die B2031A einen "ultra-linearen" Frequenzgang von 50 Hz bis 21 kHz. Die individuelle Endstufenleistung wird mit 160 Watt für Bass und 80 Watt für Hochton beziffert, manchmal auch mit 265 Watt Spitzenleistung insgesamt. Effektiv sind es aber nur etwa 140 Watt RMS, womit sie sich nicht wirklich deutlich von anderen Testmarathon-Teilnehmern abhebt.

Bei dem erzielbaren Maximalpegel zeigt sich Behringer mit Versprechen indes bescheidener: 116 dB SPL in einem Meter pro Paar. Da fällt mir ein, dass auch die kleinere Mackie MR5 MKII genau das im Testmarathon versprach, aber bei Weitem nicht an die Leistung der großen Behringer herankommt. Wieder einmal sieht man, wie wenig das direkte Werte-Vergleichen bringt, wenn die Grundlage der Datenerhebung auf Herstellerangaben beruht.

Auf der tiefer liegenden Rückseite sitzt ein Metallgehäuse, das die Elektronik beinhaltet. Hier findet man den symmetrischen XLR-Eingang und Klinkenanschlüsse, die jeweils nach unten ausgerichtet sind. Praktisch, so kann die Box auch ganz nah an eine Wand herangerückt werden, da kein Kabel waagerecht herausgeführt wird. Der Einschalter befindet sich auf der Oberseite, wodurch man diesen auch im Dunkeln findet.

Behringer gibt sich mit der B2031A gekonnt professionell und ermöglicht dem Nutzer deshalb auch umfangreiche Korrekturmöglichkeiten des Übertragungsverlaufes mit den mitgelieferten Filtern auf der Rückseite. Das bietet viel Flexibilität, birgt aber immer auch eine gewisse Gefahr, die Raumkorrekturfilter zu verstellen. Falls man also noch Neuling in diesem Bereich ist, empfiehlt es sich unbedingt, zunächst mit den Werkseinstellungen vorliebzunehmen und anschließend noch einmal genauer in das Handbuch zu schauen.

Das ist übrigens ausreichend detailliert gestaltet und erklärt auch Novizen einleuchtend die grundlegenden Überlebensregeln im Nahfeld-Kampf. Außerdem befindet es sich gedruckt im Lieferumfang und beinhaltet wesentlich mehr Sprachen als nur die Standardkombination Deutsch und Englisch.

Konkretere Angaben, bei welchen Frequenzen die Filter einsetzen, konnte ich hingegen nirgendwo finden, deshalb nur so viel: Low-Cut, Eckfrequenz: 0 / -2 / -4 / -6 dB ("Low-Frequency"); Bass-Shelf: 0 / -2 / -4 / -6 dB ("Room-Compensation"); Treble: 0 / +2 / -2 / -4 dB ("High-Frequency"). Weiterhin gibt es noch einen Mute für den HF- und LF-Treiber sowie ein Level-Poti, das von -6 dB über 0 dB (Mittenposition, gerastert) bis hin zu +6 dB reicht.

Natürlich ist auch dieser Behringer-Lautsprecher magnetisch abgeschirmt, sodass er kein Problem in Kombination mit alten Röhrenbildschirmen und anderem Audio-Equipment darstellen sollte.

Pro & Contra

  • Groß und laut
  • Optisch einwandfreie Verarbeitung
  • Günstig
  • Korrekturfilter

  • Resonanzgeräusche
  • Qualitätsstreuungen
  • Scharfe Höhen, unpräzise Hoch-Mitten

Gehört zu dieser Serie

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