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Test
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16.05.2018

Best Service Chris Hein Ensemble Strings Test

Sample-Library für NI Kontakt

Virtuelle Streicher à la Chris Hein

Nachdem Best Service zuletzt die Einzelinstrumente der Chris Hein Solo Strings vorgestellt hat, folgt mit den Chris Hein Ensemble Strings nun die groß besetzte und orchestrale Variante der virtuellen Streicher à la Chris Hein.

Das bewährte Konzept, das man auch von den Chris Hein Orchestral Winds oder Chris Hein Orchestral Brass kennt, wird beibehalten: Ein hochgradig detaillierter Sample-Pool gepaart mit tiefen Eingriffsmöglichkeiten ermöglicht flexibles Programming und lebendige Ergebnisse. Ein wenig Zeit und Liebe zum Detail muss man allerdings mitbringen, um diese Vorzüge gänzlich auskosten zu können. Facts und Audiobeispiele gibt es in diesem Review!

Details

Überblick

Wie von den Libraries von Chris Hein gewohnt, laufen auch die Ensemble Strings auf der Plattform von Native Instruments Kontakt 5 bzw. des kostenlosen Kontakt Player 5, welcher zum Verwalten und Abspielen der Sounds verwendet wird. Die Library umfasst etwa 53 000 Samples von Streichinstrumenten (inklusive True-Legato-Samples) und belegt damit rund 35 GB an Speicherplatz. Wer sich ganz klassisch für die Version in der Pappschachtel entscheidet, der bekommt die Files auf einem USB-Stick geliefert. Für die rein digitale Version lädt man dagegen 20 gezippte Dateien direkt von der Website von Best Service herunter. Der Download hätte sicher etwas handlicher gestaltet werden können. Aber gut – in den meisten Fällen handelt es sich um eine einmalige Aktion.

Die Chris Hein Ensemble Strings gliedern sich in 14 Programme und bieten für die Instrumentengruppen von Violinen, Violen, Celli und Kontrabässen jeweils zwei Varianten, die sich in der Größe der Besetzung unterscheiden. So ist die Kategorie der Full-Patches für einen großen und breiten Klang konzipiert, während die Small-Patches für intimere Ergebnisse sorgen sollen.

Selbiges gilt auch für die Mixed-Ensemble-Programme, die alle Instrumentengruppen zu einem großen und homogenen Streicher-Ensemble vereinen, das von den tiefsten Bässen bis in die höchsten Violinen reicht und direkt über ein Masterkeyboard spielbar ist. Für diese gemischten Programme sind zusätzlich noch weitere Varianten vorhanden, die sich auf die tiefen, mittleren oder hohen tonalen Bereiche konzentrieren. Der Grund dafür ist so einfach wie einleuchtend: Da die Ensemble Strings 26 Tasten auf der Klaviatur für Keyswitches bzw. Hotkeys reservieren, mit denen man zwischen verschiedenen Artikulationen umschalten kann, reichen die verbleibenden Tasten nicht aus, um den kompletten Tonumfang eines vollen Streicher-Ensembles abzudecken. Ein echtes Luxusproblem, das vollkommen zufriedenstellend gelöst wurde.

Alleinstellungsmerkmal: „Designed Ensembles“

Die Chris Hein Ensemble Strings unterscheiden sich in einer grundlegenden Eigenschaft sehr deutlich von allen anderen mir bekannten virtuellen Streicher-Ensembles. Für gewöhnlich wird zur Produktion einer solchen Library ein Orchester gebucht, das die Samples in einer Konzerthalle einspielt. Chris Hein ist dagegen einen gänzlich anderen Weg gegangen und hat in einem klanglich sehr trockenen Studio und mit nur einem Musiker pro Sektion gearbeitet. Die Aufnahmen wurden darauf so gelayert, dass der Eindruck eines groß besetzten Ensembles entsteht.

Für das Recording von Pop-Streichern wäre dieses Vorgehen gar nicht ungewöhnlich. Für den orchestralen Bereich wirkt es aber doch eindeutig etwas unkonventionell. Chris Hein bestätigt hier ein weiteres Mal seinen Ruf als perfektionistischer Sample-Feinmechaniker. Alle der ursprünglich rund 120 000 Samples wurden einzeln bearbeitet, gestimmt, im Timing sorgfältig aufeinander angepasst und im Stereo-Panorama platziert. Daher auch die Bezeichnung der „Designed Ensembles“, die sich in ihrem Zusammenklang nahezu makellos verhalten sollen.

Da die einzelnen Instrumente der Library separat aufgenommen wurden, gibt es logischerweise keinen gemeinsamen Raumklang, wie er von vielen anderen Orchester-Libraries (oft aus mehreren Mikrofonpositionen heraus) angeboten wird. In dieser Hinsicht vertrauen die Ensemble Strings genauso wie die meisten anderen Libraries von Chris Hein einem doppelten internen Faltungshall. Eine Engine ist dabei für Erstreflektionen und eine gewisse Raumfärbung verantwortlich, während eine weitere Engine für die bewusster wahrnehmbare Hallfahne zuständig ist. Insgesamt stehen 61 Impulsantworten zur Auswahl – es handelt sich dabei um die gleichen, die man z.B. auch schon von den Solo Strings, Orchestral Winds und Orchestral Brass kennt.

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Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr guter und realistischer Klang
  • 
komplexe Library mit detailliertem Sample-Pool

  • offenes Keyswitch-System

  • flexible Steuerung der Dynamik und vieler weiterer Parameter

  • hervorragende Ergebnisse beim Time-Stretching von Artikulationen

  • keine globalen Anpassungen bei Artikulations-Presets
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