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Test
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11.08.2016

Boss Bass Comp BC-1X Test

Kompressor-Pedal für Bass

Multiband-Kompressor im Stompbox-Format

Da die Entwicklung der entsprechenden Technik in den letzten Jahren rasant vorangeschritten ist, sind Multiband-Kompressoren im kompakten Pedalformat, die sich gezielt an Bassisten richten, derzeit verständlicherweise ein großes Thema bei vielen Herstellern. Erst vor kurzer Zeit testete ich den hervorragenden SpectraComp aus dem Hause TC Electronic, und nun steht mit dem BC-1X von Boss die NAMM-Neuheit der japanischen Traditionsfirma zum Test in den Startlöchern.

Das Problem bei den lange Zeit für E-Bass ausschließlich erhältlichen Vollband-Kompressoren ist ja, dass der User im Grunde stets mit einem Kompromiss leben muss: Entweder, man pegelt den Kompressor so ein, dass die wuchtige E-Saite optimal bearbeitet wird, zahlt dabei jedoch den Preis, dass hohe Töne z.B. auf der G-Saite viel zu wenig vom Effekt abbekommen. Oder man stellt den Vollband-Kompressor so ein, dass er gerissene Töne beim Slapspiel schön glättet, was in der Regel mit einer zu starken Kompression der tiefen E-Saite einhergeht, welche durch diesen Effekt ihren Punch verliert.

Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei! Inzwischen ist es kein Problem mehr, aufwendig arbeitende Multiband-Kompressoren für Tieftöner herzustellen, welche das eingehende Signal blitzschnell analysieren und in verschiedene Frequenzbänder aufteilen, die immer nur so viel oder so wenig bearbeitet werden, dass neben einer signalglättenden Wirkung auch stets der Druck erhalten bleibt.

Beim neuen Bass Comp BC-1X von Boss wird dieses Ziel mithilfe einer Verfahrens namens MDP (Multi Dimensional Processing) erzielt. Im Info auf der Hompage ist zu lesen: "Hinter dem einfachen 4-Regler Interface verbirgt sich ein sehr komplex arbeitender Multiband-Kompressor mit vielen verschachtelten Parametern. Das Drehen an nur einem Regler hat das gleichzeitige Ändern vieler Parameter zur Folge. So bekommt man mit minimalem Aufwand eine große Bandbreite an Klangwerkzeugen. Diese intelligente Technik liefert in jeder Einstellung den perfekten Sound egal, ob leichte Dynamikkontrolle oder extremer Kompressionseffekt." Das liest sich doch schon mal wirklich interessant! Ich bin gespannt, wie sich der kleine grüne Treter im Test macht.

Details

Designmäßig kann ich beim Bass Comp sofort auf den ersten Blick die höchste Punktzahl vergeben - das Pedal sieht wirklich klasse aus! Sein Gehäuse wurde in einem edlen Dunkelgrün mit leichtem Sparkle-Effekt lackiert, und die Schaltzentrale kommt in einer schicken Chrom-Optik daher. Hier finden wir vier Regler für "Level", "Release", "Ratio" und "Threshold" - allesamt alte Bekannte aus dem Kompressorbereich!

Damit der User erkennen kann, wann und wie sehr der Kompressor das Signal bearbeitet, liegt unter den Reglern ein Anzeigenfeld aus 16 Leuchtdioden, die den Gain Reduction-Bereich von -1 dB bis -40 dB anzeigen, sobald ein Signal das Pedal durchläuft.

Ansonsten gibt es an dem kleinen Treter rein äußerlich nur Bekanntes: Rechts befindet sich die Inputbuchse, links verlässt das Signal das Gehäuse wieder. Aktiviert wird der Effekt selbstverständlich per Tritt auf die rutschfeste gummierte Fläche des Fußschalters. Auch die Unterseite des Pedals verfügt über einen gummierten Rand mit guten Haftungseigenschaften.

9V-Batteriebetrieb ist ebenfalls vorgesehen; die Betriebsdauer einer durchschnittlichen Batterie wird mit drei Stunden angegeben. Wer lieber zum Netzstecker greift, der verwende bitte einen PSA- oder PSB-230-Adapter aus dem Hause Boss, welcher in die Anschlussbuchse am oberen Ende des Gehäuse gesteckt wird. Schade: Leider ist auch hier ein Netzteil nicht im Lieferumfang enthalten!

Noch ein Wort zum 9V-Saftspender: der BC-1X verfügt über einen eingebauten Spannungsverstärker-Schaltkreis, der die interne Spannung auf 18 Volt aufpumpt. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass der BC-1X auch Signale von sehr outputstarken Aktivbässen völlig problemlos verarbeiten kann.

Bevor wir zu den Soundbeispielen kommen, möchte ich zunächst noch die vier Regler des Bass Comp etwas näher erläutern. Den Anfang macht der Level-Regler, mit welchem die Gesamtlautstärke des Signals bestimmt wird, das das Gehäuse verlässt. Der bekanntere und häufiger verwendete Fachbegriff ist in diesem Zusammenhang natürlich "Makeup-Gain". Offensichtlich hat Boss bewusst auf einen für Nicht-Spezialisten verständlicheren Begriff zurückgegriffen.

Mithilfe des Release-Potis wird bestimmt, wie schnell der Kompressor das bearbeitete Signal wieder "loslässt". Der mit "Ratio" beschriftete Drehregler schließlich bestimmt die eigentliche Stärke des vom Gerät angewendeten Kompressor-Effekts, und mit dem Threshold-Regler wird bestimmt, ab welchem Schwellenwert bzw. Signalpegel überhaupt eine Kompression erfolgen soll.

Die Kenner unter euch werden bei dieser Aufzählung festgestellt haben, dass ein Regler für den Kompressions-Attack - also die Geschwindigkeit, mit welcher das Basssignal bearbeitet wird - offensichtlich bewusst weggelassen wurde. Abgesehen davon, dass ein fünfter Regler nur noch schwerlich auf der Schaltzentrale Platz gefunden hätte, gehe ich mal aufgrund des hochtechnisierten "intelligenten" Innenlebens des Pedals mit seinem speziell auf Bass zugeschnittenen digitalen Multi Dimensional Processing davon aus, dass dieser Bereich quasi "automatisch" vom Pedal selbst übernommen wird. Der im Info angesprochene Punkt der vielen verschachtelten Parameter, welche durch das Drehen an nur einem Regler mannigfaltig verändert werden, würden sehr für diese Maßnahme sprechen. Ob das auch in der Praxis Sinn macht und hörbar ist, werde ich nun versuchen herauszufinden.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • gelungene Optik
  • kompaktes kleines Boss-Pedalformat
  • sehr einfache Handhabung, wenig Möglichkeiten, den Sound zu „verschlimmbessern“
  • gute Nachvollziehbarkeit der Arbeitsweise aufgrund des optischen Anzeigefeldes
  • enorme Gain-Reserven (ideal auch für kurze Solospots im Set!)
  • attraktiver Preis

  • Netzteil leider nicht im Lieferumfang enthalten

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