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Test
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29.04.2015

Praxis

Bei meinem ersten Test des CME Xkey war ich ziemlich überrascht, wie gut man auf einer Tastatur spielen kann, die aussieht (und wohl auch so konstruiert ist) wie eine Computertastatur. Denn erst einmal denkt man ja, das kann ja gar nicht gehen, um dann festzustellen, dass es doch klappt. Tatsächlich hat die eigenwillige Klaviatur sogar Vorteile, denn die Tasten sind in Nullkommanix wieder oben und Repetitionen klappen ganz wunderbar.

Beim Test des ursprünglichen Xkey hatte ich explizit bemängelt, dass dessen schwarze Tasten nicht erhöht sind. Ist es denn beim Xkey 37, wo das geändert wurde, besser? Vielleicht ein ganz kleines bisschen. Tatsächlich stehen die schwarzen Tasten wirklich nur minimal höher und auf Dauer blind spielen kann ich trotzdem noch nicht.  

Nachdem die erste Überraschung über die grundsätzliche Spielbarkeit der Tastatur gewichen ist, muss man vielleicht doch auch anmerken, dass es ungemein schwierig ist, aus einer so flachen Tastatur so viele unterschiedliche Velocitys bzw. Lautstärken herauszuholen wie aus einer „richtigen“. Dazu ist der Hub einfach zu kurz, als dass man das vergleichbar gut kontrollieren könnte. Als ich mit einem MIDI Sniffer, also einem Gerät, das die MIDI-Werte ausliest, mal probiert habe, ein paar Mal die gleiche Lautstärke zu erwischen, ergab sich eine Bandbreite von 30 Werten. Am praktischen Beispiel: Ich versuche so leise wie möglich zu spielen und sehe, dass die Velocity-Werte zwischen 0 und 30 schwanken. In der Praxis heißt das, dass ich aus dem Xkey 37 verlässlich an die vier Lautstärkestufen herausbekomme, mehr schaffe ich nicht. Lauter werden, leiser werden, Balance zwischen den Tönen, das ist alles etwas schwieriger als bei einer normalen Tastatur. Zwar kann man auch auf dem Xkey 37 expressiv spielen, vor allem auch durch Aftertouch. Aber vielleicht eher mit Synth-Sounds und weniger mit einem Rhodes- oder Piano-Klang.

Auf den Punkt gebracht: Das CME Xkey 37 ist kein Keyboard für pianistische Ansprüche, sondern als Helferlein am Computer oder auf Reisen gedacht, wo man mal auf die Schnelle ein paar Ideen ausprobieren möchte. Und wenn es nicht stört, dass sich die Tastatur genauso wie eine Computertastatur anhört. Ungeschützt würde ich das Xkey 37 allerdings nicht in den Rucksack stecken, mit ein wenig Pech könnte sich etwas unter den Tasten verfangen. Und fürs Handgepäck im Flieger ist das Xkey 37 im Gegensatz zum ursprünglichen Xkey zu groß.

Pro & Contra

  • Design
  • leicht erhöhte schwarze Tasten
  • 2 Pedalanschlüsse, MIDI Out
  • umfangreicher Editor für OSX, iOS und Windows
  • polyphoner Aftertouch

  • Preis
  • Tastaturgeräusche
  • Kontrollierbarkeit der Anschlagstärke

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