Gitarre Workshop_Folge
Workshop
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29.10.2018

Gitarren-Akkorde lernen #1 - Gitarren-Workshop

Tutorial: Gitarren-Chords lernen und verstehen

Gitarrengriffe und Akkorde lernen und spielen können

Der Alltag eines Musikers: Er bekommt ein Lead-Sheet (in der Regel die Notation der Melodie eines Songs mit darüber notierten Akkorden) in die Hand gedrückt und soll das ganze möglichst schnell und kreativ zu Musik machen. Dass das nur funktioniert, wenn er eine möglichst breite Palette an Akkorden kennt, ist klar. Natürlich kann man auch einfach solange ausprobieren, bis es gut klingt - ein gewisser theoretischer Durchblick ist aber trotzdem von Vorteil.

Quick Facts:

Was ist ein Akkord?
Wenn mehrere Töne (mindestens 3) gleichzeitig klingen, bezeichnet man das in der Regel als Akkord. Allerdings haben die gebräuchlichen Akkorde eine festgelegte Anordnung in welchem Abstand diese Töne liegen. Die elementaren Akkorde sind Dur und Moll, bestehend aus drei Tönen: Grundton, Terz und Quinte. Eine genaue Erklärung zum Thema Intervalle (Terz, Quinte, etc.) erfahrt ihr in unserem Harmonielehre Workshop.

Was ist ein Powerchord?
Ein Powerchord besteht nur aus zwei Tönen, dem Grundton und der Quinte. Eigentlich ist er im klassischen Sinn kein Akkord, aber es ist einer der meist benutzten Akkorde in der Rockmusik.

Wo werden Akkorde eingesetzt?
Akkorde werden auf der Gitarre bei der Songbegleitung eingesetzt und entweder mit einem bestimmten Anschlagsmuster oder auch mit Fingerpicking gespielt, dabei werden die einzelnen Akkordtöne nacheinander oder auch gleichzeitig mit den einzelnen Fingern der rechten Hand gezupft.

Mit wieviel Fingern greift man einen Akkord?
Das kommt ganz darauf an. Manche Akkorde benötigen lediglich einen Finger (Em7), für andere Akkorde sind alle vier Finger der Greifhand notwendig (F-Dur Barré).

Was ist ein Barré Akkord?
Bei einem Barré Akkord werden mit dem Zeigefinger mehrere Saiten gleichzeitig gedrückt. Dadurch kann man Akkorde ganz einfach verschieben ohne umgreifen zu müssen.

Akkorde finden für Anfänger

Dass ihr möglichst viele Akkorde in verschiedenen Variationen kennen, finden und spielen können solltet, haben wir ja bereits geklärt. Die Frage ist nur: Wie?

Unsere Antwort: Üben, üben, üben - Akkorde üben, Griffe üben, Variationen üben, Umkehrungen üben. Ihr seht, Akkorde lernen erfordert vor allem eine Menge Übung. Gitarristen haben - zum Beispiel im Gegensatz zu Pianisten - den Nachteil, dass sie schon mit den einfachsten Akkorden eine Menge Lieder spielen können und sie deswegen schnell keine Notwendigkeit mehr sehen, neue Akkorde zu lernen - bis sie früher oder später an ihre Grenzen stoßen.

Im folgenden Workshop zeigt euch unser Autor Lars Cölln einige Konzepte und Übungen, die Anfänger (und Fortgeschrittene) beim Akkorde lernen helfen können.

Grifftabelle für Gitarren-Akkorde

Natürlich wissen wir auch, dass Akkorde greifen einfacher ist, wenn man genau sieht, wo man hin fassen muss! Zum Glück kann man hier vor allem bei der Gitarre sehr gut mit Griffbildern und -tabellen arbeiten. Deswegen findet ihr in unserem Workshop zu verschiedenen Akkorden die passenden Grifftabellen, die euch das üben leichter machen. Natürlich fängt man auch mit Griffbildern klein an und lernt zuerst die Basic-Akkorde - also keine Angst, wir fangen langsam an.

So, jetzt haben wir aber genug gequatscht. Steigt ein in den ersten Teil unseres Tutorials - hier geht es mit den absoluten Basics los. Viel Spaß beim Lernen und Üben!

Gitarren-Akkorde lernen #1

In diesem Workshop möchte ich euch Mittel an die Hand geben, die es möglich machen, auf der Gitarre jeden beliebigen Akkord zu finden und zu greifen. 

Irgendwann in der Karriere eines Gitarristen gibt es den einen Punkt, an dem man mit der Wanderklampfen-Routine in der ersten Lage nicht mehr auskommt und über Akkorde stolpert, die Vorzeichen enthalten. Spätestens dann ist es an der Zeit, sich auf der Suche nach dem „richtigen Akkord“ langsam, aber konsequent auf dem gesamten Griffbrett zu orientieren. Doch warum sollte man bereits Bewährtes wegschmeißen? Schließlich können unsere beliebten Wanderklampfen-Akkorde die Grundlage für jeden beliebigen anderen Akkord bilden! Man kann sie lustig über das Griffbrett verschieben und erhält so jeden Akkord, den man wünscht. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass man sie mit einem Barré-Griff aufpimpt – denn der über das komplette Griffbrett gelegte Zeigefinger muss die Aufgabe des Sattels übernehmen und die Saiten in einem Bund „abklemmen“ – sonst funktioniert das Ganze nicht.

Akkorde Gitarre: E Shape

Um das Ganze anschaulich zu machen, nehmen wir einfach einmal unseren altbewährten E-Dur-Akkord als Beispiel:

Sein Grundton liegt auf der tiefen E-Saite. Wollen wir jetzt irgendeinen anderen Dur-Akkord spielen, müssen wir nur den entsprechenden Grundton auf der E-Saite suchen und dort dann das E-Muster greifen. Um dies in die Tat umzusetzen, benötigen wir allerdings, wie eben bereits erwähnt, einen Barré. Mit seiner Hilfe nehmen wir sozusagen die Leersaiten des „Wanderklampfen-E-Dur“ mit auf die Reise, stellen also an einem beliebigen Bund genau die gleiche Konfiguration her wie bei der offen gespielten Version des Akkords.

Hier zwei Beispiele für einen Barré-Griff mit dem Grundton auf der E-Saite. Achtet auf die identischen  „E-Shapings“ hinter den Barré-Griffen.

Das Wort „Shape“ steht hier also für die jeweilige Essenz des Akkords. Und da es natürlich nicht nur E-Shape Barré-Griffe gibt, werden wir jetzt einmal schauen, was auf der A-Saite so alles los ist.

Akkorde Gitarre: A Shape

Los geht es mit A-Dur. Das offen gespielte Shape sieht so aus:

Für das Verschieben gilt das Gleiche wie für den E-Dur-Akkord, nur liegt diesmal der Grundton auf der A-Saite. Wollen wir also z.B. einen D-Dur im A-Shape spielen, suchen wir zunächst ein D auf der A-Saite (5. Bund) und greifen dort den Barré mit „dahinterliegendem“ A-Shape:

Akkorde Gitarre: C Shape

Obwohl E- und A-Shape Barré-Griffe sicher die am häufigsten verwendeten Barrés sind, gibt es auch andere Varianten, die sich durchaus gewinnbringend einsetzen lassen. Wie wäre es z. B. mit einem gemeinen C-Dur!? Auch dieser Akkord-Typus hat den Grundton auf der A-Saite.

Wollen wir jetzt einen F-Dur Akkord spielen, müssen wir uns zunächst das F auf der A-Saite suchen. Fündig werden wir im 8. Bund. Neu ist hier, dass die Akkordtöne diesmal "links" vom Grundton liegen (der hier mit dem kleinen Finger gegriffen werden muss). Der Barré-Finger liegt dementsprechend drei Bünde "bergab" im 5. Bund. Dahinter folgt das "C-Shape". Am grundsätzlichen Prinzip ändert sich also nichts.

Akkorde Gitarre: D Shape

Unser vorletzter Shape ist das allseits bekannte D-Dur, und das hat den Grundton ... richtig, auf der D-Saite!

Wenn wir einen G-Dur im D-Shape spielen wollen, müssen wir uns zunächst ein G auf der D-Saite suchen. Fündig werden wir im 5.Bund. Der eigentliche Griff sieht dann folgendermaßen aus:

Wie ihr seht, ist diesmal kein Barré-Griff vonnöten. Achtet beim Spielen von D-Shape-Akkorden aber unbedingt darauf, die ungenutzten E- und A-Saiten nicht mitzuspielen. Solltet ihr sie versehentlich doch einmal anschlagen, ist das natürlich kein Beinbruch - klingt aber ziemlich bescheiden.

Okay, dass waren die gebräuchlichsten Dur-Shapes. Zeit, das Ganze anhand einer kleinen praktischen Übung zu trainieren.

Training

Die Basis für unser Training bildet die Akkordfolge C - F - G die wir diesmal allerdings abseits der ersten Lage spielen wollen.

Eine Möglichkeit wäre:

Oder macht es doch so:

Natürlich lassen sich auch andere Tonarten mithilfe unseres Shape-Prinzips problemlos in den Griff kriegen. Wie wäre es beispielsweise mit:

Oder:

Wenn man die entsprechenden Grundtöne kennt, kein Problem. Und damit ihr sie in aller Ruhe trainieren könnt, habe ich zum Abschluss des ersten Workshop-Parts noch ein kleines Präsent für euch:

Eine schicke Tonübersicht zum Ausdrucken:

Im nächsten Teil des Workshops will ich Euch ein paar Kniffe zeigen, wie ihr diese Akkorde songdienlich einsetzen könnt.

So long,

Lars

Gehört zu dieser Serie

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