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23.12.2019

Die 10 besten Software Synthesizer

Von Emulationen bis Kuriositäten

Eine beliebig erweiterbare Liste

Software-Synthesizer gibt es inzwischen seit über 20 Jahren. Angefangen hat alles 1996 noch unter DOS! Seitdem die Firma Steinberg im Jahr 1999 ihre VST-Schnittstelle um MIDI-Empfang erweiterte, gab es für die Entwickler kein Halten mehr und immer mehr Software-Synthesizer entstanden. In diesem Bericht haben wird die 10 besten Soft-Synths für euch zusammengestellt. 

Der erste Software-Synthesizer überhaupt soll Audiosim gewesen sein, der für bestimmte Soundkarten programmiert wurde. Der Urvater aller Plug-in-Synthesizer kam allerdings aus dem Hause Steinberg und hörte auf den Namen Neon. Neon war das erste Plug-in, das in verschiedenen DAWs eingebunden werden konnte, sofern sie die VSTi-Schnittstelle unterstützen. Diese Liste der besten Software-Synthesizer ist auch nicht als Top-10 zu verstehen. Wie immer macht es der Mix, denn einen Synth für alles gibt es einfach nicht. Wenn du wenigstens ein paar Exemplare der hier erwähnten Synthies auf deinem Rechner hast, wirst du an Klangvielfalt nicht zu überbieten sein.

#1: U-he Diva – das "analoge" Monster

Lange war Zebra 2 das Aushängeschild von Urs Heckmanns U-he. Und Hive hat dieses Jahr mit Versionsnummer 2 noch einmal ordentlich was nachgelegt an Features. Was allerdings die Soundqualität und die schiere Menge an zusätzlichen Preset-Banks betrifft, ist Diva von U-he im mittlerweile siebten Jahr immer noch einer der besten Software-Synthesizer überhaupt – aber mit dem einen großen Manko: Einer Engine, die bei entsprechenden Presets die CPU ganz schön in die Mangel nimmt.

Hält man U-he beim Produktnamen „Diva“ im ersten Moment noch für abgehoben, löst sich das durch „Dinosaur Impersonating Virtual Analogue“ als Übersetzung in Wohlgefallen auf. Die alten Synthesizer-Saurier werden von dem Plugin derart echt nachgeahmt, man möchte fast sagen, man könnte auf die „echten“ verzichten. 

#2: Xfer Inc Serum – die EDM-Macht

Sieben Jahre hat Serum schon auf dem Buckel. Bisher hat dem Software-Synthesizer von Steve Duda, Intimus von Deadmau5, im EDM- und Technobereich, was Sound, Oberfläche und Workflow betrifft noch kein Plugin das Wasser reichen können.

Kein Test nötig - hier gehts direkt ans Eingemachte mit dem Techno und EDM Synth

An sich ist Serum standardmäßig ausgestattet: zwei Oszillatoren, ein Filter, ein Noise und ein Sub-Oszillator, sieben Modulationswerkzeuge und zehn Effekte sind heute überhaupt nichts mehr, was irgendwie Begeisterungsstürme hervorruft. Aber wie das alles klingt, wie einfach sich alles modulieren lässt, wie viele Presetpacks und Skins (zum Verändern der Oberfläche) es gibt – da ist Serum einfach immer noch unerreicht. Soll es besonders analog klingen, ist der Softsynth vielleicht die falsche Wahl, aber bei allem anderen führt kein Weg an Serum vorbei.

#3: NI Komplete 12 – das fette All-In-One-Paket

Ja, ich habe das Komplete-Paket in die Liste der besten Synthesizer-Plug-ins aufgenommen. Darin gibt es zwar auch jede Menge Effekte und Klangerzeuger, die in dieser Liste nichts zu suchen haben, aber die Anzahl der außergewöhnlichen Synthesizer-Plug-ins ist hier extrem hoch. In Komplete enthalten sind die Sampler-Standards Kontakt und Battery (für Drums). Dazu kommt der hervorragende FM-Synth FM8, der eben viel mehr ist, als nur ein DX7 im Rechner und der deswegen hier zurecht steht. Oder wie wäre es mit Form, Flesh und dem semi-modularen Absynth? Aber als wäre das nicht schon genug, hier gibt’s auch noch Massive, ein Synthesizer-Plug-in, das gerne auch zusammen mit den EDM-Synths (s.u.) genannt wird, weil es dort dank seines druckvollen Sounds häufig zum Einsatz kommt und seit neustem Massive X, der große Bruder, der soundtechnisch ganz vorne mitspielt.

Und last but not least ist Reaktor im Komplete-Paket enthalten. Damit wiederum lassen sich weitere Synthesizer entwickeln. Native Instruments liefert u.a. mit Monark und Razor gleich zwei extrem gelungene Exemplare mit. Alle Features der Synthesizer im Komplete-Paket zu nennen, würde den Rahmen hier mehr als sprengen. Für mich ist das ein „Nahezu-rundum-Sorglos-Paket“ der Klangerzeugung, das nur noch hier und da mit ein paar Spezialisten angereichert werden darf.

#4: LennarDigital Sylenth 1 – der DJ/Producer-Synthesizer

Dieses Plug-in steht für eine neue Generation von Software-Synthesizern. Sie wurden und werden für DJ-Producer gemacht, die gerne schnell und in der Regel ohne großen Programmieraufwand zu „amtlichen“ Ergebnissen kommen wollen. Angefangen hat es wohl mit dem reFX Vanguard: Er war der erste „EDM-Synthesizer“, wie diese Synth-Generation meist abwertend genannt wird. Ihr Trick: Es gibt unzählige Erweiterungs- und Preset-Pakete zum Nachkaufen. Jetzt wundert sich wohl keiner mehr, warum viele Clubtracks so gleich klingen, oder? Dabei können diese Synths so einiges, wenn man selber Hand anlegt. Sie sind in der Regel mit mindestens drei Oszillatoren ausgestattet und verfügen alle über die Supersaw-Schwingungsform. So sind extrem breite und fette „Hands-up“-Sounds im Handumdrehen möglich.

Außerdem haben sie alle einen Sequenzer und/oder Arpeggiator an Bord, mit dem die wichtigen repetitiven Elemente in Clubsongs zum Kinderspiel werden. Auch interne Effekte gehören zum Standard. Man bekommt hier in der Regel ein „All-in-one“-Paket zum Produzieren. LennarDigital Sylenth 1, dessen erste Preset-Bank inzwischen auf unzähligen Club-Hits zu hören ist, steht hier stellvertretend für weitere Plug-ins wie AIR Music Hybrid, Cakewalk Z3TA+2, KV331 Audio Synthmaster, ReFX Nexus 2, Reveal Sound Spire, U-he Hive oder Xfer Records Serum. Rob Papen und Tone2 haben ebenfalls gleich mehrere entsprechende Synths im Programm. Und mit Garantie habe ich noch diverse Synths vergessen. Wer diese Synthesizer-Plug-ins verachtet, übersieht dabei, dass sie einerseits sehr viel draufhaben und andererseits durch ihre Art eine ganz neue Klientel an Synthesizer heranführen. Und wer weiß, ob diese dann nicht schon bald an einem modularen Synth Kabel patcht.

#5: Spectrasonics Omnisphere 2 – mehr Presets geht nicht!

Wer Omnisphere als reine Emulation anderer Synths sieht, unterschätzt ihn meiner Meinung nach maßlos! Mein Kollege Christian Radtke nannte Omnisphere 2 hier im Test auf bonedo.de den Über-Synth, und das sicher nicht nur wegen der „nur“ 12.000 Presets und der mitgelieferten Sample-Library von 64GB. Es handelt sich dabei nämlich nicht um eine einfache Emulation bekannter Hardware-Synths. Samples von diesen dienen oftmals nur als Ausgangsbasis für völlig neue Klänge. Dafür sorgen bei Omnisphere 2 u.a. 58 Effekte, ein sehr guter Arpegiator, und „The Orb“, das Circular Motion Interface, welches zufällig Parameter per Zufall moduliert. Eigene Audiofiles können ebenso importiert werden. Okay, bis hierhin habe ich eigentlich schon deutlich über 20 Software-Synthesizer aufgelistet, die alle irgendwie zu den besten zählen. Kommen wir mal zu ein paar Spezialisten.

#6: Arturia Pigments – best of everything

Arturia ist für verschiedene kompakte Synthesizer, Controller wie den Beatstep Pro und seine V-Collection bekannt, die ungefähr jede Synthesizer-Legende, die es auf dem Hardwaremarkt gibt, emuliert. Dazu gekommen ist Pigments, ein Softwaresynthesizer, der vor allem optisch und im Workflow für viele, denen Serum zu dunkel, Massive zu monochrom und Omnisphere 2 zu verschachtelt ist, ein Segen sein wird. Dazu gibt es zwei Synth-Engines, eine für analoge Oszillatoren, eine, die Wavetable-Synthese beherrscht, Filter, die man sich aus den großen Emulationen der Vcollection entliehen hat und eine vorbildliche Modulationsmatrix. Wo man sich sonst schnell verliert, nicht zurechtfindet, Verknüpfungen nicht nachvollziehen kann, ist Pigments grafisch so gestaltet, dass immer klar ist, was wo wie moduliert wird. Und gut klingt er dabei auch noch.

#7: Dune 3 – von allem noch mehr

Groß, größer, Dune 3! Bei Synapse hat man sich gedacht, wenn schon mehr von allem, dann sehr viel mehr von allem. Über 1000 Presets, acht Layer (also bis zu 16 Oszillatoren und Filter gleichzeitig!), nicht einen, sondern gleich zwei Arpeggiatoren und jede Menge hervorragend klingende Effekte stecken in dem Beast. Dabei sieht Dune 3 auch noch gut aus und lässt sich hervorragend bedienen. 

Was Klangvielfalt und Komplexität betrifft spielt Dune 3 ganz vorne mit. Ob analoge Bässe, Trance-Pads oder 808-Bässe – Dune 3 enttäuscht nicht. Und ist dabei so zugänglich, dass man in den fertigen Presets sehr schnell nachvollziehen kann, wie der Sound gebaut wurde und wie man ihn manipulieren kann. 

#8: Phase Plant – Modular Madness

Phase Plant von Kilohearts ist in aller Munde. So modular, so vielschichtig ist momentan kaum ein Software-Synthesizer. Die Möglichkeit, Effekte und Modulationen bei jeder Synthesizer-Stimme einzeln anzulegen ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten, extrem komplexe Sounds zu bauen. Wo Einsteiger durch die Tiefe, diese die modulare Arbeitsweise mit sich bringt, vielleicht noch eine gewisse Lernkurve vor sich haben, werden Modularsynthese-Fans an Phase Plant ihre wahre Freude haben. 

#9: Plugin Alliance DS_Thorn – On Point Synth

Manchmal muss es gar nicht mehr, anders, größer oder lauter sein. Manchmal reicht es, einfach das alles gut und richtig zu machen, was einen bei der Konkurrenz stört. Synthesizer A klingt toll, ist aber ein Albtraum in der Bedienung. Synthesizer B hat eine komplexe Engine mit unendlichen Routing- und Modulationsmöglichkeiten, die Effekte klingen aber zum Einschlafen. DS_Thorn macht wenig anders. Er klingt aber toll, bedient sich toll, ist freundlich zur CPU, für Einsteiger genauso zu empfehlen wie Sounddesigner und hat im Bereich EDM/Trap schon eine echte Fangemeinde. Zurecht.

#10: Sugarbytes Aparillo – FM-Warrior

Die Softwaresynthesizer von Sugarbytes sind schon immer eher Exoten gewesen. Aparillo ist da nicht anders. Ein 16-fach-polyphoner FM-Synthesizer, der nicht einfach eine normale Modulationsmatrix hat, sondern einen „Orbiter“. Die Komplexität der Sounds, die schon durch eine einzelne gehaltene Note aus Aparillo kommen, ist kaum zu überbieten. Für cinematische Flächen und bedrohliche Horrorfilmstreicher eignet sich der Synth hervorragend.

Veröffentlicht am 23.12.2019

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