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27.02.2020

Die besten Audio-Interfaces für iOS

Kaufberater: Audio-Hardware für iPad und iPhone

Tablet und Smartphone als mobiles Pro-Audio-System – Ratgeber

Tablet und Smartphone sind längst ein fester Bestandteil des Musikeralltags und können dank einer nahezu uferlosen Auswahl an Apps nicht nur beim Üben, sondern auch auf der Bühne oder im Studio die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen. Vor allem die mobilen Endgeräte aus dem Hause Apple sind unter Musikern beliebt, und insbesondere das iPad überzeugt auch in den komplexeren Rollen, in denen Performance und Verlässlichkeit gefragt sind – unter anderem als Soundmodul für Keyboards, als Prozessor für einen virtuellen Gitarrenverstärker oder sogar als mobile Mini-DAW zur Musikproduktion.

In der Regel machen sich iOS-Geräte auch ohne zusätzliche Audio-Hardware bereits recht gut. In vielen Situationen ist ein externes Audio-Interface allerdings durchaus empfehlenswert oder sogar notwendig. In diesem Artikel machen wir uns einige grundlegende Gedanken zum Thema und geben euch drei konkrete Empfehlungen. Allgemein sind hier auch unsere Features aus den Bereichen iOS-Apps für Musiker, Synthesizer-Apps und iOS für Gitarre interessant. Für DJs haben wir zudem den Crashkurs Auflegen mit dem iPad im Programm.

GENERELLE ÜBERLEGUNGEN

Audio-Interface am iPad – in welchen Fällen ist das sinnvoll?

Die Audio-Schnittstelle ist bei iOS-Geräten allgemein so gut integriert, dass für viele musikalische Anwendungen keine zusätzliche Hardware nötig ist. Wer ausschließlich virtuelle Instrumente spielen oder Beats basteln will, der kann ruhigen Gewissens auf eine entsprechende Anschaffung verzichten. Wichtig ist ein Audio-Interface vor allem dann, wenn hochwertige analoge Audio-Verbindungen nach außen gefragt sind.

Ein häufiger Fall einer solchen Verbindung nach außen ist der Anschluss eines Kondensatormikrofons, wie es typischerweise im Studio verwendet wird – beispielsweise um Gesang aufzunehmen. Um die geringe Signalspannung am Ausgang eines solchen Mikrofons auf einen verwertbaren Pegel zu bringen, ist ein Mikrofonvorverstärker nötig. Und auch die oftmals erforderliche Phantomspeisung kann natürlich nicht von einem iPad oder iPhone selbst bereitgestellt werden. Solange keine zusätzlichen Ein- und Ausgänge benötigt werden, kann ein USB-Mikrofon am Smartphone oder Tablet gute Dienste leisten. Ein vollwertiges Audio-Interface bietet aber natürlich weit mehr Möglichkeiten – z.B. mehrere Eingangskanäle oder symmetrische Ausgänge.

Kompatibilität: Lightning und „class-compliant“

Das ideale Audio-Interface für iOS-Geräte ist Lightning-Kompatibel und benötigt damit keine weiteren Adapter oder Workarounds, um an einem Mobilgerät betrieben zu werden. Davon sollte man sich aber nicht einschränken lassen, denn viele aktuelle USB-Interfaces, die nicht explizit für Mobilgeräte entwickelt wurden, lassen sich am iPad verwenden. Als eine wesentliche Voraussetzung wird häufig angegeben, dass ein Interface „class-compliant“ sein sollte. Allerdings ist es durchaus sinnvoll, zusätzlich zu überprüfen, ob der Hersteller offiziellen Support für iOS anbietet, denn nicht alle Interfaces, die „class-compliant“ sind, arbeiten vollständig problemlos mit der Hardware von Apple.

Ein „class-compliant“ USB Audio-Interface wird üblicherweise über den Lightning auf USB 3.0 Adapter (Camera-Connection-Kit) mit einem iOS-Gerät verbunden. Dieser bietet die Möglichkeit, ein iPhone oder iPad auch bei Anschluss eines externen Geräts zu laden. Im Fall von Audio-Interfaces deren Stromversorgung ausschließlich über USB läuft, wird zudem ein aktiver USB-Hub benötigt, denn die Spannung aus dem iPhone oder iPad reicht dafür in der Regel nicht aus. Bei einem Audio-Interface, das ohnehin mit einem eigenen Netzteil kommt, muss man sich darüber keine weiteren Gedanken machen.

UNSERE EMPFEHLUNGEN

Extrem kompakt: IK Multimedia iRig Pro I/O

Das IK Multimedia Pro I/O ist eine All-In-One-Lösung für die Jackentasche und bietet einerseits Lightning-Kompatibilität für iOS-Geräte, läuft aber auch an einer gewöhnlichen USB-Schnittstelle unter Windows und macOS (allgemein bei bis zu 24 Bit/96 kHz). Das handliche Audio-Interface kommt mit einem kombinierten Mic/Line-Eingang, der auch als Instrumenteneingang (z.B. für E-Gitarre oder E-Bass) genutzt werden kann, und hat zudem einen MIDI-I/O an Bord. Die Verstärkerleistung des internen Preamps fällt mit maximal 40 dB nicht besonders stark aus, ist für mobile Aufnahmen mit den meisten Kondensatormikrofonen aber ausreichend. Ausgangsseitig bietet das iRig Pro I/O einen Kopfhörerausgang im 3,5er-Klinkenformat.

Die Stromversorgung des iRig Pro I/O läuft über zwei AA-Batterien oder bei Bedarf über ein optional erhältliches Netzteil – und dieses kann sogar das iPhone oder iPad aufladen. Interessant für Gitarristen ist, dass im Lieferumfang unter anderem die beliebte Amp-Simulation Amplitube enthalten ist (sowohl für Win/Mac als auch für iOS). Übrigens: Seit Januar 2020 ist das IK Multimedia iRig Pro Duo I/O erhältlich, das nicht nur zwei Mic/Line-Ins, sondern auch zwei symmetrische Line-Outs bietet.

Konsolen-Sound für unterwegs: Audient iD4

Im Inneren des Audient iD4 schlummert einer der hochwertigen Mikrofonvorverstärker, wie sie auch in den großen Recording-Mischpulten des Herstellers verbaut werden. Dieser bietet 58 dB Gain und ist auch den anspruchsvolleren Aufgaben des Recording-Alltags gewachsen. Neben dem kombinierten Mic/Line-Eingang findet sich ein gleichzeitig verwendbarer Instrumenteneingang zum Anschluss von E-Gitarre oder E-Bass. Ausgangsseitig sind neben einem Main-Out zwei Kopfhörerbuchsen vorhanden.

Konsolen-Sound für unterwegs

Das USB-2.0-Interface wandelt bei Auflösungen bis 24 Bit/96 kHz und ist „class-compliant“. Zur Nutzung mit einem iOS-Gerät wird also ein Lightning-Adapter benötigt. Da auch die Stromversorgung über den USB-Bus läuft, wird zum erfolgreichen Betrieb zudem ein aktiver USB-Hub benötigt. Unter dem Strich ist das Audient iD4 in Verbindung mit einem iPad also nicht so hochgradig mobil wie das IK Multimedia iRig Pro I/O, vor allem die Klangeigenschaften des Mikrofonvorverstärkers sprechen aber für sich.

Hochwertiges USB-Mikrofon: Sennheiser MK4 Digital

Das Sennheiser MK4 Digital ist ein USB-Mikrofon mit Lightning-Kompatibilität und eine gute Wahl für alle Anwender, die hochwertig aufnehmen wollen und dabei auf die erweiterten Anschlussmöglichkeiten eines kleinen Audio-Interfaces sowie auf Direct-Monitoring verzichten können. Es handelt sich dabei um eine Variante des Großmembran-Kondensatormikrofons Sennheiser MK4, die mit interner Wandler-Technologie (bis zu 24 Bit/96 kHz) des Herstellers Apogee ausgestattet ist und damit und ein separates Audio-Interface überflüssig macht.

Das Sennheiser MK4 Digital lässt sich direkt mit dem iPad oder iPhone verbinden, wobei der Eingangspegel über eine zugehörige App gesteuert wird. Eine Verwendung an Mac oder PC ist natürlich ebenfalls möglich. Vor allem für YouTuber, die mobile Sprachaufnahmen machen wollen, ist das Mikrofon eine gute Lösung. Wer Raumklang in Stereo einfangen will, der kann dagegen einen Blick auf unser Feature zum Thema iOS-Mikros werfen.

Veröffentlicht am 27.02.2020

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