Workshop_Folge Workshop_Thema
Workshop
5
11.08.2020

DJ-Set live streamen 2020: Streaming Setup mit Webcam, Software, Sound und Licht einrichten und loslegen

Mit diesen Streaming Lösungen, Programmen, Tools und Equipment geht dein DJ-Mix auf Sendung

Bislang verstanden wohl die meisten von uns unter „Streaming“ lediglich das Abspielen von Musikdateien über Streaming-Dienste wie Spotify und Soundcloud. Seit Corona ist auch das anders: Weil allen DJs alle Auftritte in allen Clubs weggebrochen sind, ist Livestreaming von DJ-Sets das Ding. Das kann großes Kino aus dem leeren Club sein, wie es die Berliner Szene auf #unitedwestream jeden Abend von 19:00 Uhr bis Mitternacht vorführt. Oder auch das private DJ-Set von zu Hause.

Um aus dem heimischen Bedroom-Studio auf Sendung zu gehen, braucht es außer etwas Fantasie gar nicht so viel, denn die Tools dafür sind mittlerweile durchaus erschwinglich geworden oder bereits in eurem Besitz. Wir wollen euch verschiedene Varianten vorführen, die zum Erfolg führen.

DJ-Setup

Ein Setup mit zwei Playern und einen Mixer ist natürlich die Grundvoraussetzung für ein DJ-Set. Gerade lernen wieder viele Rekordbox-USB-DJs ohne eigene Pioneer-Player ihre alte Traktor-Konsole neu kennen und schätzen.

Traktor ist auch nach wie vor eine gute Wahl für das Audiostreaming von DJ-Sets, wie in diesem Artikel am Beispiel von Traktor und Icecast sehr anschaulich erklärt ist

Kamera

Aber wir wollen ja Video streamen und brauchen dazu eine Kamera. Mindestens eine. Das kann die eingebaute Cam im Laptop oder Smartphone sein. Interessantere Perspektiven ergeben sich aber durch mehrere gut positionierte Webcams.

Besonders beliebt sind die schon seit vielen Jahren auf dem Markt befindlichen Logitech C920 und deren Weiterentwicklungen wie C922, C925 und C930. Das sind relativ simple, aber sehr brauchbare Chat-Konferenz-Webcams mit eingebauten Mikrofonen, die via USB an den Computer angeschlossen werden. Leider ist das mit Webcams gerade so wie mit Klopapier: bis vor Kurzem waren C920er Webcams noch für unter 100 Euro zu kriegen. Mittlerweile sind aber viele Cams entweder ausverkauft oder werden zu exorbitanten Preisen auf eBay gehandelt.

Natürlich können auch GoPros und DLSR-Kameras eingesetzt werden, aber für diese benötigen wir einen zusätzlichen Konverter, um deren HDMI-Ausgänge dem Laptop zuführen zu können.

Auch ein iPhone kann eine gute Alternative zu einer Webcam sein. Nutzt man OBS-Studio zum Streamen, ist die Third-Party App Camera für OBS Studio eine gute Lösung für gute Konnektivität mit kurzen Latenzen. Laut Entwickler Will Townsend läuft sie sogar noch auf den von den meisten Apps längst abgehängten iPhones 5 und 6. Die kostenlose App EpocCam von Kinoni für iOS und Android verwandelt ein iPhone in eine WiFi Webcam für macOS 10.12+ und Windows 7.

Software

Ja genau – in Sachen Software gibt es nur einen klaren Tipp: Die Open Source Software OBS Studio (steht für: Open Broadcaster Software) hat sich für Videostreaming aller Art als die perfekte Wahl erwiesen. Sie ist einfach, sie ist mächtig, sie ist plattformübergeifend und – sie ist kostenlos.

Sucht nicht weiter: Diese geniale Lösung für macOS 10.12+, Windows 7 und selbst Linux ermöglicht das Mischen von verschiedenen Video- und Audioquellen zum Streamen oder einfach nur Aufnehmen auf die Festplatte.

In verschiedenen Scenes werden unterschiedliche Video-Settings angelegt und über zuweisbare Hotkeys auch flott bedient. Mögliche Quellen können Webcams, aber auch andere Videostreams und geöffnete Fenster auf dem Computer sein. Selbst Text und GIFs lassen sich einbinden. Zwischen den Scenes kann dann dynamisch umgeschaltet werden, die Überblendzeiten sind einstellbar und immer wieder neu modifizierbar. Jeder Kamera kann ein Filter zugewiesen werden, wenn die Kamera ein eigenes Software-Setup mitbringt, hat OBS Studio auch darauf Zugriff. Eine wahre Spielwiese für Kreativlinge!

Kleiner Tipp: Kreiert unbedingt auch eine „Kaltgetränke holen/Pinkelpause Szene“, in der die Kameras deaktiviert sind und z. B. ein Quicktime-Film bildschirmfüllend durchloopt. Natürlich solltet ihr mögliche Urheberrechtsverletzungen beachten. Also bitte nicht „Star Wars“ zeigen, sondern lieber selbstproduzierte Animationen, iPhone-Filme oder GIFs, Szenen aus eurem neuen YouTube-Video, eben irgendetwas von EUCH!

Tipp: es gibt mit Streamlabs auch eine aufgebrezelte Version der Open Source Software OBS Studio, die mittlerweile auch als Beta für macOS vorliegt.

Streamlabs hat noch viel mehr Features, für Anfänger vielleicht zu viele, sozusagen OBS Studio auf Stereoiden. Hier nur so viel: alle Setups, die ihr in OBS Studio bereits gemacht habt, könnt ihr supereasy in Streamlabs importieren.

 

 

Sound

Da wir eine musikalische Performance streamen wollen, dürfen wir uns nicht mit den eingebauten Mikros des Laptops oder der Konferenz-Webcams zufriedengeben, sondern nutzen natürlich den Ausgang des DJ-Mischpults, um einen möglichst fetten Sound zu übertragen. Je nach verfügbarer Internet-Bandbreite kann das bis zu 320 kBit-Qualität gehen.

In OBS Studio haben wir auch Zugriff auf angeschlossene Soundkarten und deren Ein- und Ausgänge. Pro Scene können diese anders definiert werden, also achtet unbedingt auf Konsistenz im Audiobereich.

Wenn das Mischpult nicht über einen USB-Ausgang verfügt, müssen wir den Klang via Soundkarte zum Rechner schicken. Das kann die mittlerweile in der Schublade verscharrte alte USB-Soundkarte sein, die fürs Streaming reaktiviert wird oder die kleine iRig Stream sein, die auch fürs Streaming mit dem Smartphone eingesetzt werden kann. Aber dazu später mehr.

 

 

 

Größer und weiter

Das hier beschriebene Setup setzt auf USB-Kameras, die via OBS Studio gesteuert werden. Natürlich kann man auch Kameras mit HDMI-Ausgang via Converter anschließen, wie z. B. GoPro-Action-Cams oder Camcorder wie den Zoom Q2N, also quasi alles, was sich eventuell schon so bei euch angesammelt hat.

Das nächste heiße Ding im Homestreaming-Sektor könnte der Blackmagic Design ATEM Mini-Mixer sein, ein Hardware-Device, das vier HDMI-Quellen wie Kameras, Game-Konsolen, Blue-Ray-Player und Computer auf USB für Web-Streaming und HDMI für Präsentationen vor Ort ausspielen kann.

Zu einem Preis von 349,- Euro wird das kleine Teil in drei bis vier Wochen verfügbar sein und man kann ihm schon jetzt eine große Begehrtheit prophezeien.

 

 

Licht und Setting

Welches Kamera-Setup auch immer, die Bühne muss bereitet sein und hier ist der Regisseur in dir gefragt. Soll nur das DJ-Pult gut ausgeleuchtet werden oder hast du einen Partykeller mit fetter Lichtshow am Start, wo deine Freundin noch etwas Ausdruckstanz beisteuert. Wie auch immer: Die Kameras sollten so positioniert sein, dass sie das Bedroom-DJ-Set aus einer interessanten Perspektive einfangen, allzu private Details deines Bedrooms wie der Stapel mit der alten Unterwäsche oder das Familienbild vom letzten Weihnachtsfest müssen dagegen nicht zwingend im Bild sein.

Auch das Ausleuchten ist Geschmackssache: Soll es richtig knackig hell sein, findet ihr für kleines Geld (weil zumeist aus chinesischer Produktion) diese großen sogenannten „Softboxen“ auf eBay. Oder ihr nutzt die Podcast-One-Stop-Solution iRig Video Creator HD Bundle von IK Multimedia mit Beleuchtung, multifunktionalem Stativ, superpraktischer Smartphone-Halterung und USB-Mikrofon.

Oder ihr macht es wie Laidback Luke auf dem Twitch-Bandsintown-Kanal, der mit nur einer Kamera, einem Flatscreen und einer billigen Partyleuchte aus dem China-Shop enorm Spaß macht und seinen Fans einen sehr direkten Einblick in seine Arbeitsweise in der DJ-Booth gewährt.

Mir persönlich gefällt die Perspektive der Hände auf dem Mischpult gut, darum habe ich sie für meinen Mix für eine britische Charity-Show gewählt, die demnächst online geht.

In meinem Fall ist zwar der Kopf oft abgeschnitten, dafür gibt es für die Hände die Möglichkeit, viel mit der Technik und der Kamera zu spielen und ab und an habe ich auch den Kopf gesenkt und in die Kamera geschaut.

Für manche Anwendungen kann auch die Point-of-View-Perspektive ideal sein, wo der DJ ähnlich wie ein Extremsportler eine GoPro-Action-Cam am Körper trägt, so dass der Zuschauer mitten im Geschehen ist. Besonders beliebt natürlich bei Scratch-DJs, die so besonders gut ihre Skills zeigen können.

Ansonsten ist Fantasie gefragt: Zieht euch was Vernünftiges an, räumt zumindest den Teil der Bude auf, der von den Kameras eingefangen wird, sorgt für einen coolen Hintergrund und blendet im OBS Screen euren Namen oder auch eure wichtigsten Weblinks ein. Gebt der Party einen Namen und kommuniziert mit eurem Publikum, z. B. wenn ihr Kommentare geschickt bekommt. Sorgt dafür, dass euer Publikum Spaß an eurer Performance hat. Wer Spaß hat, kommt wieder!

 

 

Ja, wohin streamen sie denn?

Wenn alles in OBS Studio startklar ist, wird ein Streaming-Ziel festgelegt. Auch das ist schön an OBS Studio: Man kann nach Herzenslust rumtesten, so lange man will, Performances aufnehmen und erst dann Live gehen, wenn man dazu auch wirklich bereit ist.

Aber Achtung: OBS Studio ist extrem „Trigger-happy“: Habt ihr einen Streaming-Kanal eingestellt, geht OBS-Studio gern auch spontan auf Sendung. Achtet darauf, dass beim Einrichten des Streams eine unverfängliche Scene anliegt.

Als Ziele gibt es alle populären Plattformen, die Streaming unterstützen, wie YouTube, Instagram, Facebook Live, Twitter/Periscope, Restream.io, Mixer.com und Twitch, um nur die Wichtigsten zu nennen.

Wir wählen erst einmal eine Plattform in den OBS-Einstellungen aus und geben den Streaming-Key für die Plattform ein. Generiert wird der mit einem kurzen Klick auf den blauen Link-Button. Die RTMP URL und der Streaming-Key schaffen die Voraussetzungen für die Verbindung zu eurem persönlichen Kanal und sollten wie jedes Passwort geheim gehalten werden. Allerdings gibt es bei jeder Plattform gewisse Eigenarten zu bedenken.

Facebook

Nach wie vor als das beliebteste Netzwerk ist Facebook eigentlich ideal, um eure Fans mit hochwertigen Livestreams zu beglücken. Livestreams werden vom Facebook Algorithmus auch besonders gefeatureund können in OBS Studio qualitativ anspruchsvoll gestaltet werden.

Das Problem für uns DJs ist hier das Urheberrecht. Schnell wird so ein Stream auf Facebook aufgrund der mittlerweile sehr smarten Musikerkennungsalgorithmen wegen Copyright Infringement unterbrochen. Was bei Shazam ein Segen, ist bei Facebook ein Fluch. Man muss dann den Stream neu starten, bis zum nächsten Abbruch. Das nervt, hat aber zumindest keine weitergehenden rechtlichen Konsequenzen.

YouTube

YouTube kommt einem in Sachen Streaming natürlich gleich als nächstes in den Sinn. Leider greift hier die künstliche Copyright-Intelligenz noch stärker ein: Streams mit Urheberrechtsverletzungen werden nicht nur gestoppt, es setzt danach auch gleich einen sogenannten „Strike“ – und nach nur drei Strikes wird euer Kanal vom Netz genommen. So mixt man als DJ auf YouTube eigentlich ständig am Rande der Legalität und des Kanalverlusts.

Dennoch steht Streaming auf YouTube prinzipiell jedem offen. Einzige Ausnahme: Streaming von Mobilgeräten ist  erst ab 1.000 Followern möglich.

Twitch

Twitch ist vor allem unter Gamern bekannt, hier werden live Spiele gezockt und gestreamt, für Twitch Prime Members gibt es exklusive Goodies („Loot“) abzuräumen, die in den Games eingesetzt werden können und überhaupt wirkt das Portal erst mal wie eine einzige große virtuelle Spielhalle.

Aber seit wir uns im Corona-Lockdown befinden, tummeln sich immer mehr Musiker auf Twitch.Der Kanal „Bands In Town Live“ ist ein gutes Beispiel dafür. Gerade wurde er mit einem zweitägigen Live-Musik-Marathon eingeweiht und es werden sicher weitere musikrelevante Kanäle folgen.

Achtung: Vor wenigen Tagen hat Twitch seine Richtlinien überarbeitet. Laut Twitch-Verlautbarung werden Copyright-Verstöße nicht geduldet und können Maßnahmen nach sich ziehen.

Die Anmeldung bei Twitch ist kostenlos und natürlich sind alle diese kostenlosen Lösungen Datenkraken, aber wen das nicht stört, die/der ist recht früh bei einem neuen, freshen Ding dabei.

Gut: In der Twitch App für iPhone/Android könnt ihr den eigenen Stream überprüfen, während ihr sendet.

Schlecht: Er war zumindest bei mir im Test um viele Minuten verzögert.

Achtung: Twitch hält eure Aufnahmen fest. Schön für die Fans, wenn ihr eure Live-Performances im Nachhinein sharen könnt. Blöd, wenn ihr komische Dinge vor der Kamera gemacht habt. Also denkt daran: Ihr seid auf Sendung!

Restream.io

Du kannst dich nicht entscheiden? Dann geh doch zu Restream.io.! Über diesen kostenlosen Service kannst du auf  über 30 Plattformen gleichzeitig streamen, aber nur jeweils auf einem Kanal pro Plattform. Will man mehrere Kanäle bedienen, dann funktioniert das nur mit einem der monatlichen Abos, deren Preise je nach Anzahl der gewünschten Streams und Services zwischen 19,- und 299,- US-Dollar pendeln. Auch schön: Restream.io hat ein eigenes Chat-Fenster.

 

 

 

Instagram

Und was ist mit Instagram? Ist wohl gerade auch für DJs die populärste Plattform. Zurzeit posten viele Kollegen gerne kurze Videos vom heimischen DJ-Pult oder Studio. Meistens sind es aber nur kurze Snippets, denn die Leute swipen über die Posts meist nur mit einer sehr kurzen Aufmerksamkeitsspanne. Zwar können Videos mittlerweile dank IGTV-Speicherung auch länger als eine Minute sein und bleiben 24 Stunden in der Story abrufbar. Allerdings kann Instagram offiziell nur von mobilen Geräten befeuert werden und wird zumeist auch auf ebensolchen konsumiert. Daher eignet sich Instagram eher für kurze, „dreckige“ Clips, als lange Streams mit technisch hochqualitativem Aufwand.

Aber auch mit OBS Studio oder Restream.io kann DJ auf Instagram streamen. Die dazu nötige RTMP URL und den Streaming-Key kann man mit Yellow Duck anfordern. Die App muss auf dem Rechner für die Zeit des Streams geöffnet bleiben.

Kleinere Lösungen

Wer mit dem Smartphone lediglich direkt in die sozialen Netzwerke streamen will, kann das trotzdem in hoher Soundqualität tun, wenn das Audiosignals vom DJ-Mischpult mit einer kompatiblen Soundkarte auf das Smartphone aufgenommen wird. Dazu eignen sich alle Geräte, die ich schon im Special zum Thema DJ-Set-Recording vorgestellt habe: entweder die Evermix MixBox 2 bzw. 4, ein Mischpult mit Smartphone-Anbindung wie Yamaha AG-03 bzw. AG-06 oder die Lösungen von IK Multimedia wie iRig Pro Duo oder iRig Stream.

Gerade Letzteres ist eine sehr preiswerte, kompakte und kompatible Lösung für Audiostreaming mit Mac, PC, iPhone oder Android-Smartphone. Anders als bei der Evermix MixBox verfügt das iRig Stream auch noch über einen Loopback-Schalter und einen regelbaren Kopfhörerausgang, der zur Not auch zum Durchschleifen des Signals zu den Monitorboxen genutzt werden kann, wenn das Mischpult oder die Konsole keinen dedizierten Record-Out-Ausgang hat.

Zusammen mit einem Smartphone hat DJ dann prinzipiell die Mindestausstattung, um in den sozialen Medien live zu gehen – mit den oben beschriebenen Copyright-Fallen. Und für die Zeit danach ist das iRig Stream auch ein guter Partner zum Aufnehmen des ersten After-Corona-DJ-Sets im Club oder Festival auf das Smartphone.

Wer generell mit Smartphone streamen möchte, sollte wissen: Mit der App Wirecast Go lassen sich Photos und Logos in einen Stream einbinden, der dann direkt zu YouTube geht.

Neue Nähe trotz „Physical Distancing“ „Wir erleben eine neue Form der Konnektivität zwischen Musik-Acts und ihren Fans“, sagt Fabrice Sergent, Managing Partner von Bandsintown in der Mitteilung zum Start des Twitch-Kanals. „Künstler sind plötzlich zugänglicher geworden. Aus diesem Chaos entsteht eine neue Form der Unterhaltung.“   

Bandsintown bietet den 530.000 bei Bandsintown For Artists registrierten Musikern die Möglichkeit, den kostenlosen Fast-Track-Status für Twitchs Monetarisierungstools für Live-Streaming zu erhalten.  

Außerdem wurde eine „WATCH LIVE“ Funktion gestartet, mit der Künstler die 55 Millionen registrierten Fans auf Bandsintown benachrichtigen können, wenn ihre gestreamten Events live gehen. Künstler können mit Bandsintown kostenlose Nachrichten an ihre Follower senden und Live-Streaming-Events planen. Bandsintown ist zwar noch sehr USA-lastig, aber das waren Facebook und Twitter ja früher auch. Es lohnt sich also bestimmt für viele Artists, dort dabei zu sein.

Zeit für neue Ideen

Aber ich habe auch andere Gedanken zu dem Thema: Dass DJs ihre Sets auf YouTube oder Facebook streamen müssen, erscheint nur auf den ersten Blick als „alternativlos“. Oft heißt es, die DJs müssen dorthin, weil die Fans dort sind. Die Fans sind aber da, weil es bisher keine Alternativen gab. Und auch das Ausweichen auf ein Gaming-Stream-Portal wie Twitch erscheint mir eher wie eine Notlösung. Denn die Gaming-Butze ist nicht der Club: Der Club für DJ-Streams muss erst noch gebaut werden.

Extreme Zeiten erschaffen oft auch neue Ideen. DJ-Streaming fängt gerade erst richtig an – aber es wird auch nach Corona bleiben. Zu verlockend sind die Möglichkeiten, direkt zu seinem Publikum zu spielen, wo immer dies auch gerade sein mag.

Mancher DJ mag das auf seiner eigenen Website tun, aber Clubmusik benötigt eine starke Gemeinschaft, keine Einzelkämpfer. Die Zeit ist reif für ein unabhängiges CDN (Content-Delivery-Netzwerk), auf das DJs ihre Sets streamen können. Quasi ein Soundcloud für Streams. Anzuschauen für alle Nutzer, einbettbar in die eigene Website und umleitbar in die sozialen Netzwerke.

Das wird kommen, irgendwann. Bis dahin machen wir uns fit für Streaming, mit den hier beschriebenen Tools.

Danke fürs Lesen und bitte bleibt zu Hause, bleibt gesund und #flattenthecurve

 

 

Veröffentlicht am 11.08.2020

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X