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Workshop
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06.02.2015

Drum Cover: U2 – Sunday Bloody Sunday

Der Groove-Klassiker mit Soundfile, Text und Noten

Legendäre Drum-Grooves zum Nachspielen

In diesem Workshop seziere ich das Drum-Startpattern des Songs "Sunday Bloody Sunday" von U2. Es mag viele Melodien oder Riffs geben, anhand derer man einen bestimmten Hit der Musikgeschichte sofort identifizieren kann, aber nur wenige Grooves haben dies geschafft. Auch Nicht-Drummer werden alleine anhand des Snare-Patterns den Bolero identifizieren können, alle anderen Grooves kamen erst mit großem Abstand dahinter, bis 1983 ein Song das Licht der Welt erblickte, der sogar sinnvollerweise mit dem Drum-Beat beginnt: "Sunday Bloody Sunday" von U2.

Der Trommler Larry Mullen von U2 ist - wie sein Band-Kollege am Bass - nie durch sein besonders virtuoses Musizieren aufgefallen, dennoch ist ihm mit dem Beat zu Sunday Bloody Sunday einer der legendärsten Grooves der Welt eingefallen. Zwar hat sich aufgrund der damals offensichtlichen spielerischen Defizite lange das Gerücht gehalten, dass die ersten Platten der Iren von Profimusikern aus London eingespielt wurden, die Nachts damit beauftragt wurden, die unmöglichen Spuren der Jungs am selben Instrumentarium nochmal richtig einzuspielen, für eine geniale Idee braucht es aber manchmal kein Expertenwissen und so gehört diese Story wohl ins Reich der Verschwörungstheorien. Inzwischen trommelt Mullen unglaublich steady in seinem leicht militärischen Stil schon seit beinahe vierzig Jahren nahezu durchgehend denselben Stiefel, ohne auch nur einmal virtuos solostisch ausfällig geworden zu sein. Das zeugt entweder von Zen-hafter Zurückhaltung, sehr wenig cerebraler Aktionskraft oder unbändiger Liebe zur Musik! Ich wette mein ganzes Geld auf die letzte der drei Möglichkeiten und freue mich, euch heute diesen Rhythmus präsentieren zu können.

Der Groove

Der Rhythmus ist - ich gebe es zu - nicht so einfach zu spielen, wie es mein Intro vermuten lässt. Das Sticking ist zwar nicht komplex, nur die Instrumentierung ist derart unkonventionell, dass man vermutlich eine kleine Weile braucht, um den Groove flüssig nachspielen zu können. Vorweg: ich empfehle, nach der effizientesten Übemethode, die ich in meinem Musikstudium gelernt habe, vorzugehen. Diese lautet wie folgt: Beginne mit dem letzten Takt des Patterns und spiele langsam nur bis zur Hälfte des Taktes, zähle den Takt aber aus und beginne den Groove wieder von vorne, ohne abzusetzen. Sollte sich ein Fehler einschleichen, der sich immer wiederholt, müssen die schwierigen Noten einfach wieder gestrichen werden, bis die Basis sicher läuft. Auf diese Art und Weise addiert man in einem langsamen Tempo Takt um Takt, bis der Rhythmus langsam, komplett und immer richtig gespielt wird. Zusammengefasst lautet das Ganze wie folgt: Übe langsam von hinten nach vorne. Ist das - in diesem Fall viertaktige - Pattern komplett, kannst du langsam das Tempo erhöhen.

In der Basis handelt es sich bei Larry Mullens Rhythmus um ein ganz gerade 'Hand-to-Hand' gespieltes Sticking in 16tel-Aufteilung, das wirklich ganz gerade durchläuft. Es gibt keine Pausen, keine Akzente, lediglich eine etwas diffizile Verteilung der Schläge zwischen Snare und Hihat. Untenrum wummst die Bassdrum ganz stumpf Viertelnoten vor sich hin.

Das klingt so: 

und sieht im Notenbild so aus: 

Für ein besseres Grooveverständnis habe ich den Rhythmus einmal langsam gespielt und dabei gezählt....das ist zwar nicht wirklich deutlich zu hören, spitzt also die Ohren! Im zweiten Soundfile spiele ich den Rhytmus für bessere Verständlichkeit etwas langsamer und im dritten Soundbeispiel lasse ich die Bassdrum weg, damit lediglich der Handsatz zu hören ist. 

Sound und Equipment

Zum Thema Sound lässt sich abermals eher spekulieren. Eventuell handelte es sich bei den aufgenommenen Instrumenten tatsächlich um ein Yamaha-Kit mit Paiste-Becken - also jenes Equipment, mit dem Larry in den folgenden Jahrzehnten auf die Bühnen der Welt marschiert ist. Allerdings kommen etliche andere Marken ebenso in Frage. Ich habe den Sound meines Workshops mit einer Ahead-Bronze-Snare und einem Ludwig Drumset von 1962 eingespielt. Die Hihat war eine alte Bigbeat von Zildjian. Sollten euch Informationen zum Sound vorliegen, schreibt uns bitte einen Kommentar unter diesen Workshop.

 

Hier geht es zur Übersicht über alle bonedo Drum Cover Folgen.

 

Weitere interessante Inhalte:

Workshop Leadsheets für Drummer - Grooves raushören und notieren lernen im zweiteiligen Workshop

Drum Play-Alike Workshop - Wir verraten euch die Tricks der großen Drummer

Veröffentlicht am 06.02.2015

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