Gitarre Hersteller_Electro-Harmonix
Test
1
25.02.2020

Praxis

Für die folgenden Beispiele parke ich das Nano Operation Overlord vor einem Marshall JVM 410 und greife zunächst zu einer mit Humbuckern bestückten Music Man Reflex.

Erst ist der Amp ohne Pedal zu hören, anschließend spiele ich die drei Input-Level-Positionen des Wahlschalters an. Die genaue Position kann man an den Titeln der Audiobeispiele ablesen, los geht es von unten nach oben, somit starte ich mit dem LO-Input. Alle Regler stehen dabei in der Mittelposition.

Wie erwartet, verändern sich Klang- und Zerrverhalten aufgrund der unterschiedlichen Input-Levels teils drastisch. Auch wenn der Hersteller Empfehlungen zu den angeschlossenen Instrumenten und der entsprechenden Position des Wahlschalters gibt, fördert ein Experimentieren mit den unterschiedlichen Schalterstellungen für meinen Geschmack sehr gut klingende Sounds hervor. Die würde ich als sehr natürlich und Amp-mäßig bezeichnen, wobei die Schalterstellungen Normal und Hi das Höhenbild deutlich öffnen.

Wie sich die Boost-Stufe in den drei Input-Level-Optionen im Klang bemerkbar macht, zeigen die nächsten Beispiele.

Dank der vorgeschalteten Boost-Stufe wird der Input des Pedals ordentlich angepustet und verdichtet den Klang im Normal- und LO-Betrieb deutlich. Letztere Position des Wahlschalters bringt einen tollen Blues/Rock-Leadsound hervor. Die Attacks werden dabei in allen Stellungen schön hervorgehoben.

Für die nächsten Audiofiles schalte ich in den Normal-Mode und drehe den Gainregler pro Durchgang von der Minimal- über die Mittel- hin zur Maximalstellung. Im zweiten Beispiel aktiviere ich den Boost und wiederhole den Vorgang.

Im ersten Beispiel erzeugt das Pedal bei ganz aufgedrehtem Gainregler einen satten Crunchsound mit frischem Höhenbild, sobald die Boost-Stufe aktiviert wird, verdichten sich die Mitten und auch das Sustain verlängert sich deutlich. Auffällig ist auch das geringe Nebengeräuschverhalten, sehr schön!

Wie das Pedal in Verbindung mit einer Telecaster klingt, zeigen die nächsten Beispiele. Dazu schalte ich im ersten Audiofile das Pedal in den High-Input, im nächsten drehe ich Gain auf 14 Uhr, Treble auf 12 Uhr, Mid auf 9 Uhr und Bass auf 15 Uhr.

In Verbindung mit der Telecaster sind ihre typischen klanglichen Gene ganz klar auszumachen. Das Höhenbild ist gewohnt prominent und auch das Attackverhalten deutlich. Heraus kommt mit allen Reglern ein frischer Vintage-Style-Crunch.

Sobald EQ- und Gainregler ihr Werk verrichten, behält die Gitarre ihren klassischen Sound bei, wird aber ein Spur heißer und spielt sich etwas mehr in den Vordergrund. Mir gefällt das sehr gut, denn das Overlord Nano würzt den Klang, ohne ihn zu verfälschen.

Wie unser Kandidat mit einem Bass klingt, zeigt das letzte Beispiel. Zu diesem Zweck habe ich mir meinen Music Man Sterling 4 Bass geschnappt und das Pedal mit dem Eingang einer Avalon U5 DI Box verbunden. Dabei stelle ich Gain in die Maximalstellung und den Dry-Regler auf 15 Uhr. Der Input-Wahlschalter ruht dabei in der Normalstellung.

Auch hier kann das Nano punkten und dank des Dry-Reglers wird der Effektanteil hinzugemischt, was für ein gezieltes Dosieren sorgt. Heraus kommt ein ordentlich angezerrter, fetter Sound, bei dem das Originalsignal für genügend Durchsetzungskraft und Kontur sorgt. Der Bass verliert ein wenig in den tiefen Frequenzen, was mich jedoch nicht im geringsten stört.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • überzeugend Soundergebnisse
  • Boost fernsteuerbar
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Netzteil im Lieferumfang

  • Anordnung EQ-Regler
  • Regler schwergängig

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