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Test
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28.01.2020

Elite Acoustics Stompmix X6 Pedal Mixer Test

Akkubetriebener Pedal-Mixer

Unabhängigkeitserklärung für Gitarristen

Mit dem Elite Acoustics Stompmix X6 Pedal Mixer stellt der kalifornische Hersteller einen Pedalmischer vor, der sich vor allem an das Kernklientel der Marke wendet - Akustikgitarristen. Seit über 10 Jahren stellt er multifunktionale Mini-PA Systeme und Aktivlautsprecher für diese Sparte her, die durch hochwertige Verarbeitung und innovative Technologie, aber auch durch ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis auffallen. Mehrere Aktivboxen in unterschiedlicher Größenordnung für größere und kleinere Budgets (A6-55, A1-4, A4-8 und D6-8) haben den bonedo-Test bereits mit guten Noten absolviert.
Der neue, originelle Stompmix X6 Pedal Mixer ist gleichzeitig mit allen Vorzügen einer Stompbox und einer programmierbaren Mischeinheit gesegnet, weshalb Bezeichnung "Stompmix" genau den Kern trifft. Unser aktueller Testkandidat wurde nicht unbedingt für den Einsatz im Studio konzipiert, sondern vorzugsweise für den Bühnenauftritt.

Details

Überblick

Die digitale EAE-Technologie wurde bereits in der D6-8 A verbaut, einer multifunktionalen Aktivbox von Elite Acoustics. Mit den Abmessungen 24,9 x 19,8 x 11,4 cm (B x T x H) kann der X6 nicht mehr im Gitarrenkoffer untergebracht werden. Eine passende Tasche ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten, sodass der mitgelieferte Pappkarton seine Daseinsberechtigung fürs erste nicht verliert, wenn es "auf die Straße" geht. Das Gewicht von 2,7 kg kann der Träger zwar gut stemmen, da der X 6 aber nicht für den Stand-alone-Betrieb konzipiert wurde, wird die Traglast durch Aktivlautsprecher und Monitorboxen sowie sonstiges Gerät weiter erhöht.

Unser Kandidat wird von einem leistungsfähigen 32 Bit DSP-Motor angeschoben und stellt vier Monokanäle und einen Stereokanal zur Verfügung, der auch im Monobetrieb arbeiten kann. Vier Solid-State-Mikrofonvorverstärker der Klasse A mit zuschaltbarer 48V-Phantomspeisung versprechen höchste Soundqualität. Natürlich können auch bis maximal drei Instrumente und andere externe Geräte wie Stompboxen, Keyboard etc. Anschluss finden.
Mit dem aufladbaren und austauschbaren 3300 mAH LifePO4-Akku (Lithium-Eisenphosphat), den der X6 an Bord hat, könnte dann nicht nur der Gitarrist/Sänger mobil werden, sondern gleich auch eine drei bis fünfköpfige Band. Der Akku wird beim Anschluss des Netzteils automatisch über die Steckdose aufgeladen und hält laut Hersteller voll aufgetankt und losgelöst von der Stromversorgung vier bis sechs Stunden durch. Jedenfalls meldet sich die blaue LED (Charge) an der Oberseite, wenn der X6 sich im Lademodus befindet. Das Batteriefach findet man an der Unterseite.
Insgesamt speichert der X6 zehn Mixer-Szenen ab. Mit zwei Up/Down-Fußschaltern kann damit in jeder Situation der richtige Mix aufgerufen werden.
Drei programmierbare Digitaleffekte wie Chorus, Reverb und Delay sind genau so mit an Bord wie Kompressor, Limiter, Notch Filter, Phasenumschalter und EQ mit Highpass-Filter. Das Rundum-sorglos-Paket wird durch die Tatsache komplett, dass jedes angeschlossene Instrument davon profitieren darf. Darüber hinaus kann über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle eine externe Audioquelle in den Mix eingespeist werden.

An der Rückseite befinden sich alle Anschlüsse und diverse Möglichkeiten, die Eingangsempfindlichkeit und verschiedene andere Parameter anzupassen. Einmal korrekt eingestellt, sind diese Schalter und Potis normalerweise aus dem Blickfeld.

Rückseite

Die Kanäle CH 1 und 2 sind mit jeweils drei Eingängen für Mikrofon (XLR), Line (Klinke) und Instrument (Klinke) vollkommen identisch ausgelegt. Bei jedem Eingang sollte nur jeweils eine Signalquelle zur gleichen Zeit angeschlossen werden. Durch eine weiß eingezeichnete Umrandung kann man die "Steckfelder" auch im Zwielicht optisch gut unterscheiden.
Die Level-Controller für die Kanäle 1 bis 4 dienen primär dazu, Instrumente, Mikrofone oder sonstige Audioquellen mit dem richtigen Pegel in den Mix einzuspeisen. Schon beim Soundcheck sollte man das Signal richtig anpassen, um systematische Übersteuerungen vermeiden. Der Sound bekommt dann noch den letzten Schliff, wenn die integrierte programmierbare Mischeinheit über das Display ins Spiel kommt. Dazu aber später mehr. Mit der Wahltaste Mic/Line bzw. Instr werden die entsprechenden Eingänge zum Anschluss von Mikrofonen/Line-Signalen oder Instrumenten freigeschaltet. Die PAD-Taste (für die Kanäle 1 bis 4) nimmt Einfluss auf die Eingangsempfindlichkeit des Eingangssignals (high/low).
Die Kanäle CH 3 und 4 sind zwar weitestgehend identisch, aber spartanischer ausgelegt. Sie stellen wahlweise jeweils einen Mikrofoneingang (XLR) und einen Line-Eingang (Klinke) zur Verfügung. Da keine Instrumente andocken sollen, wird die Wahltaste Mic/Line-Instr auch nicht vermisst.
Und schließlich dient der Stereokanal CH 5/6 dem Anschluss eines Stereo-Instruments wie beispielsweise Keyboard oder externen Audiospieler für Playbacks. Im Stereobetrieb werden die beiden Klinkenkabel untereinander gesteckt.

Grundsätzlich kann am oberen linken Klinkeneingang auch eine Mono-Signalquelle andocken. Auch kleine Stereoklinken erhalten Anschluss, da eine entsprechende Buchse z.B. für MP3-Player oberhalb implantiert wurde. Level-Regler und PAD-Tasten wie bei den anderen vier Kanälen fehlen, sodass die Anpassung über den Ausgangspegel des angeschlossenen Gerätes geschehen muss, was aber kein Problem darstellt.
An der Rückseite findet man außerdem neben der MIDI-Schnittstelle (I/O) auch einen Stereo-Ausgang (XLR) zum Anschluss von zwei Aktivboxen (left/right) sowie einen Aux-Stereo-Ausgang (Klinken) zum Anschluss von zwei Monitorboxen (left/right). Selbstverständlich kann man auch die beiden XLR-Ausgänge dazu benutzen, den Mix an den Saalmischer zu adressieren. Mit der Taste +48V wird die Phantomspeisung für Kondensatormikrofone zugeschaltet. Die LED daneben gibt rotleuchtend eine Rückmeldung.

Die Oberseite

Ein 1,5 Zoll LC-Farbdisplay hat unübersehbar an der Oberseite Platz genommen, flankiert von diversen Einstellmöglichkeiten. Dazu gehören die drei leserlich beschrifteten Taster Main, Aux und System links davon und Chorus, Delay, Reverb rechts, mit denen man sich in das entsprechende Untermenü des doch recht komplexen Mixers einwählen kann. Die multifunktionalen Encoder, die sich rund um das Display versammeln, sind nicht beschriftet. Eine Rückmeldung erhält man dann jeweils über das Display.

Equalizer, Noise Gate und Kompressor

Die Einwahl in das Menü erfolgt per Fingerdruck auf einen ausgewählten Encoder. Die Rückmeldung erfolgt über digitale Controller im Display. Die Settings werden durch Drehen des jeweiligen Encoders separat für jedes angeschlossene Instrument eingestellt. Summa summarum warten drei Ebenen auf Programmierung. Auf der ersten Ebene meldet sich der halbparametrische EQ mit (1) einem Low Cut Filter, (2, 3, 4) einem 3-Band EQ (Low, Mid, High) und (5) einem Regler für die Mittenfrequenz, die variabel wählbar ist. Die Seite "Insert" wird durch einen weiteren Fingerdruck auf den Encoder aufgerufen. Dort bieten Noise-Gate und Kompressor mit dem Parameter-Gain (Treshold) ihre Dienste an. Der nächste Knopfdruck führt ins Menü Util. Dort finden wir Tools, die der Bekämpfung von Störgeräuschen dienen. Mit den Parametern V dB (Gain) und V Hz (Frequenz) kann der Notch-Filter in Stellung gebracht werden. Der Schalter "Pol" dient zur Drehung der Phase bei Feedback.

Die Tasten Main, Aux und System

Über die Tasten Main, Aux oder System gelangt man wahlweise in das jeweilige Untermenü. Die Rückmeldung erfolgt über digitale Controller im Display und die Settings werden mithilfe der entsprechenden Encoder eingestellt. Ein versehentlicher Knopfdruck sollte hier nicht erfolgen, da sonst der EQ öffnet. Wir tauchen nun nacheinander in die drei Hauptmenüs ein:

Main Menü

Für den Saalsound wird das Main-Menü per Knopfdruck aufgerufen. Auf zwei Ebenen werden die Settings für den Main Mix (Seite 1) und den Main Pan (Seite 2) übersichtlich angezeigt. Sukzessive können Lautstärke (Seite 1) und Stereobild (Seite 2) der angeschlossenen Instrumente/Mikrofone (mit den virtuellen Controllern) aufeinander abgestimmt werden. Das Umschalten der Seiten erfolgt mit einem Druck auf die Taste Main. Der Sound wird über die beiden XLR-Ausgänge ausgegeben. Ein Stereobild kann natürlich nur mit zwei angeschlossenen Lautsprechern erzeugt werden.

Aux Menü

Für den Bühnenmix wird das Aux-Menü per Tastendruck aufgerufen. Auf zwei Ebenen werden übersichtlich alle Settings für (1) Aux Mix und (2) Aux Pan dargestellt. Fünf virtuelle Controller, einer pro Kanal, zeigen Effektanteil (Seite 1) und Stereobild (Seite 2) der angeschlossenen Instrumente an. Ein Stereobild kann naturgemäß nur dann erzeugt werden, wenn zwei Monitore zur Verfügung stehen.

System Menü

Im System-Menü warten vier umschaltbare Übersichtsseiten auf Programmierung. Die erste Rückmeldung erfolgt über die essentielle Input-Level-Seite. Mit ihr sollte man sehr früh Kontakt aufnehmen, denn dort finden wir in Reih und Glied sechs digitale Levelmeter, also einen pro Kanal, die sich schon beim Einstellen des Eingangssignal an der Rückseite des X6 als sehr nützlich erweisen. Auf der zweiten Seite Routing wird entschieden, ob der Mix pre oder post, also mit oder ohne Effekt, den Stompmix verlässt. Man kann sogar unterschiedliche Pre- oder Post-Kombinationen für den Main-Mix und Aux-Mix wählen, sodass man über die Monitore z.B. die internen Effekte schickt, über die Saalboxen aber nicht, und umgekehrt.
Auf der dritten Seite XLR-Out EQ kommuniziert man mit dem virtuellen Equalizer, der dem Summensignal den endgültigen Sound verleiht. Dort werden Low Cut-Filter, Dreiband-EQ mit Low, Mid und High sowie ein halbparametrischer MF-Filter für die Mittenpositionierung in Stellung gebracht. Auf der vierten Ebene finden wir eine durchnummerierte Liste mit den gespeicherten Mixer-Szenen. Der X6 kann - wie schon erwähnt - bis zu zehn Parametereinstellungen speichern, die dann mit dem eigenen Fußschalter wieder eingelesen werden können.

Die Effektsektion

Per Knopfdruck auf die jeweilige Taste werden die Effekte Chorus, Reverb und Delay aufgerufen. Die Settings werden übersichtlich mit virtuellen Controllern, meist einer pro Kanal, auf dem Display angezeigt und mit den entsprechenden Encodern manuell eingestellt.

Chorus

Per Druck auf den Taster kann zwischen zwei Ebenen gesprungen und Effektanteile (Seite 1) und Effektstärke (Seite 2) für jedes angeschlossene Instrument programmiert werden. Der Parameter Depth, einstellbar auf der zweiten Seite, wirkt global, sodass alle Instrumente/Mikrofone mit der gleichen Frequenz modulieren, wenn der Effekt aktiv geschaltet wird.

Delay

Auf zwei wählbaren Seiten werden die Settings eingestellt. Zunächst die Parameter Modulation, Feedback, Time Offset und Delay Time in BPM und Level programmiert. Mit einem erneuten Knopfdruck gelangt man auf die zweite Seite, wo der vorprogrammierte Delay-Effekt einem ausgewählten Kanal zugewiesen wird, das bedeutet aber auch, dass sich am Ende nur ein Instrument oder Mikrofon mit dem Delay schmücken darf, was auch völlig in Ordnung geht.

Reverb

Auf der ersten Seite wird der Effektanteil für jedes angeschlossene Instrument individuell eingestellt, auf der zweiten Seite die drei Effektparameter Pre-Delay, Decay (Ausklingzeit) und Tone (Klangfarbe) programmiert. Einmal eingestellt erhalten alle Instrumente den gleichen Effektraum, was ebenfalls logisch ist, da die Musiker in der Regel ja auch im gleichen Raum sitzen. Nur die Effektanteile - wie schon angedeutet - dürfen von Instrument zu Instrument und von Kanal zu Kanal variieren.

Zusätzliche Tools

Bluetooth

Die Audiowiedergabe kann auch über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle erfolgen. Vorher muss die Antenne ausgefahren werden und die Verbindung z.B. zum iPhone wird gesucht, wenn der Hold-Taster (On/Off) gedrückt wird. Der Aufbau der Verbindung wird dann von einer blau-blinkenden LED bestätigt.

Die Fußschalter

Mit den Fußschaltern (up/down) können zehn abgespeicherte Mixer-Szenen aufgerufen werden. Mit einem Druck auf den rechten Fußschalter (Mute) wird das Ausgangssignal unmittelbar stummgeschaltet, gleichzeitig meldet sich die rote Mute-LED.

Kopfhörerausgang

Den Kopfhöranschluss mit Mini-Stereoklinke findet man auf der Oberseite rechts oben. Wenn die Mute-Taste gedrückt wird, bleibt der Kopfhörer freigeschaltet.

Die Mastersektion

Ganz rechts auf der Oberfläche befinden sich zwei große analoge Controller, die man auch landläufig als Master-Regler bezeichnen könnte, also eine Regeleinheit mit globaler Wirkung.

Main Level

Der Summenpegel, in der Regel der Saalmix, wird über den Main Level-Controller an den beiden XLR-Ausgängen ausgegeben. Beim Pegeln sollte man ein Auge auf die rote Peak- bzw. grüne Signal-Anzeige ganz rechts richten. Die Peak-Anzeige protestiert rotleuchtend, wenn das Summensignal übersteuert. Mit einem Druck auf die Mono-Taste kann das Stereo-Signal auch mono ausgegeben werden. Die internen und externen Effekte wären dann ebenfalls in Mono auf Sendung.

Aux Level

Mit dem Controller Aux Level wird der Pegel für den Bühnen- oder Monitormix eingestellt. Die Signalausgabe erfolgt über die beiden Aux-Ausgänge.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • ideal für kleine PAs oder Aktivboxen
  • uneingeschränkte Mobilität
  • Batteriebetrieb
  • programmierbare Effekte mit hoher Qualität
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • durchdachtes, praxisorientiertes Handling
  • neutrale Tonwiedergabe

  • keine separate Mute-Funktion je Kanal

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