Bass Hersteller_Epiphone
Test
7
20.12.2018

Praxis

3,7 Kilogramm sind ein sehr moderates Gewicht für einen Bass - längere Gigs oder Proben sollten damit wahrlich kein Problem sein! In diesen Situationen spielt man in der Regel im Stehen und das ist auch die Schokoladenseite des Jack Casady Signature. Durch die Größe des Bodies wird es im Sitzen nämlich leider etwas unangenehm. Die Anschlagshand hat hier einfach Mühe, in gewohnter Weise an die Saiten zu gelangen. Aber zugegeben: dieser Umstand trifft eigentlich auf fast jeden halbakustischen oder akustischen Bass zu!

Das Halsprofil nennt sich "vintage round". Ich würde es irgendwo zwischen einem kräftigem "D" mit Tendenz zum "C" einordnen. Man hat ordentlich was in der Hand, das Spiel bleibt aber noch komfortabel.

Das Finish der Halsrückseite ist identisch mit dem des Bodies. Die Hochglanzlackierung sorgt hier allerdings für einen leichten Bremseffekt, gerade bei längerem Spielen. Die Saitenlage ist dafür wirklich angenehm, allerdings natürlich höher als bei modernen Boutique-Bässen. Aber hey - dieser Epiphone wurde schließlich für Rock'n'Roll gebaut. Da man hier in der Regel mit etwas mehr Energie zu Werke geht, passt die Saitenlage optimal. Die 20 Bünde sind gut abgerichtet, Schnarren oder Scheppern treten erst bei wirklich harter Gangart auf.

Im akustischen Test zeigt sich, dass der Epiphone nicht wesentlicher lauter ist als ein E-Bass. Das liegt daran, dass die beiden Resonanzkammern aufgrund des schlanken Korpus schlicht zu klein sind. Die halbakustische Bauweise soll auch nicht dem unverstärkten Spiel dienen, sondern zusammen mit der luftigen Konstruktion der Brücke ein akustisches Element in den verstärkten Sound bringen. Insgesamt ist der Ton solide und kraftvoll und verfügt über ausreichend Sustain. Ein Feinzeichner ist er nicht unbedingt, aber das sollte er sicher auch niemals sein.

Zwei negative Dinge fallen mir auf: Zum einen ist die Einstellung der Oktavreinheit seitens Epiphone als schlampig zu bezeichnen. Spätestens ab dem zwölften Bund kommt es zu deutlichen Verstimmungen. Zum anderen vibriert leider das Schlagbrett unangenehm. Dies mag auch an den Spaltmaßen liegen, die doch eher an eine Laubsägearbeit erinnern. Für den verstärkten Ton spielt das freilich keine Rolle. Hier sind ein paar Beispiele, wie der Epiphone Jack Casady Signature 20th Anniversary im verstärkten Zustand klingt:

Keine Frage: der Epiphone Jack Casady Signature 20th Anniversary liefert druckvolle Sounds für Classic Rock, Blues, Soul und all jene Stilistiken, die keinen hochauflösenden Ton mit entsprechend Höhen benötigen. Gerade mit einem guten Vollröhrenamp als Partner macht das richtig Spaß. Und auch leicht verzerrt macht der Bass eine richtig gute Figur. Dabei besitzt er stets eine eigene kehlige, tiefmittige Note, die für entsprechend Durchsetzungskraft sorgt.

Aufgrund der Position des Pickups denkt man sicher schnell an eine Verwandtschaft mit einem Precision Bass. Der Jack Casady Signature besitzt jedoch einen ganz eigenen Charakter, der sicherlich nicht zuletzt seiner halbakustischen Bauweise zu verdanken ist. Den Dreifach-Wahlschalter bräuchte ich persönlich nicht unbedingt. Zwischen der 50-Hz- (schien mir am neutralsten) und der 250-Hz-Stellung ist der Unterschied relativ subtil, in der 500-Hz-Position dröhnt es doch recht schnell.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • coole Optik
  • guter Sound
  • geringes Gewicht
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Verarbeitung und Vibration beim Schlagbrett
  • Werkseinstellung Oktavreinheit

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X