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Workshop
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10.08.2015

Erste Schritte mit Djay Pro für Mac

Crashkurs Algoriddim Djay Pro #1

Einrichten und Loslegen!

Algoriddim Djay Pro bringt zahlreiche Features mit, die man von einer professionellen Software erwartet: Dazu zählen vier Decks, Autosync, Effekte und ein Sampler, Spotify und Video-Integration, aber auch Mapping und Controller-Support, um nur einige zu nennen. In diesem Crashkurs starten wir mit der Einrichtung sowie einigen grundsätzlichen Mix-Tipps und Programmfunktionen.

Der einfachste Weg, um euch die 256 MB Installer auf die Festplatte zu schaufeln, führt wie so oft über den App Store. Dort gibt es Djay aktuell (August 2015) zu einem Sonderpreis von 44,90 €. Beim ersten Programmstart werden die Einstellungen eurer iTunes Bibliothek importiert. Mit diesen Titeln und euren Playlisten könnt ihr quasi direkt loslegen. Auf geht’s.

Details

Zuvor ist jedoch die Frage zu klären, ob ihr nur mit einem Laptop auflegen wollt, ein zusätzliches Audiointerface zu nutzen gedenkt oder einen Controller einsetzt. Für den Anfang reicht vielleicht ein Split-Kabel wie das Griffin oder Traktor DJ Cable aus, das die Stereosumme in ein Master- und Vorhörsignal splittet. Kostenpunkt: ab 10 €.

Wer nur mit einem Interface auflegen möchte und dazu mit der Maus und Tastatur arbeitet, stellt einen Kanal auf den Kopfhörer ein und den anderen, um den Mix an die Anlage weiterzuleiten. Manche Audiointerfaces oder Controller erkennt Djay automatisch und nimmt dann die Konfiguration vor. Schließt ihr zum Beispiel ein Traktor Audio 2 an, gibt euch die Software die Ausgabepfade für den Kopfhörer und den Master vor.

Ähnlich ist es bei vielen DJ-Controller. Algoriddims Software unterstützt über 50 Geräte nach dem Motto „anschließen und fertig“. Ist dies nicht der Fall oder ihr besitzt einen „Exoten“, ist das Anlegen eines Mappings zugegebenermaßen etwas aufwändiger als bei manchem Konkurrenzprodukt. Denn Djay fragt nicht die Funktionen ab, sondern es heißt zunächst, die Taste zu drücken, dann das Bezugsdeck oder den Kanal etc. festzulegen und schließlich den Befehl auszuwählen und feinzutunen. Mit ein wenig Zeit und Engagement lässt sich das bewerkstelligen, einfacher ist es jedoch, wenn ihr einen der auf der Website ausgewiesenen unterstützten Controller nutzt.

Wer mit seiner Soundkarte am externen Mischpult auflegen möchte, begibt sich in die Einstellung für Geräte und stellt den Mixer-Modus auf „extern“. Nun lassen sich sämtliche vier Decks dem jeweiligen Ausgang der verwendeten Soundkarte zuordnen und mit den Mischereingängen verbinden. Ist alles konfiguriert, geht es ans Auflegen.

Musik, Musik, Musik

In der linken Zeile findet ihr Querverweise auf iTunes, Spotify, Video, eine Historie der gespielten Tracks und das Mac-Icon, das erlaubt, Ordner in das Programm zu ziehen, die Musik enthalten und euch in der Folge als Play-Liste zur Verfügung stehen. Sobald ein Titel ins Deck gezogen ist, beginnt die Wiedergabe. Ich schalte dieses Feature lieber ab (Reiter allgemein). Hier solltet ihr auch das aktive Deck vor versehentlichem Beladen schützen. Ist ein Titel im Player gelandet, analysiert das Programm dessen Tempo, Wellenform und Tonart. Alternativ könnt ihr in einem Rutsch die ganze Musikbibliothek über den Eintrag >> Bibliothek >> Analysieren berechnen lassen.

Über den Decks findet ihr die Wellenvorschau. Sie zeigt euch Intro, Outro und Breaks an, an denen ihr beispielsweise neue Tracks reinmixen könnt. Beatsynchrone Mixe erstellen ist mit Djay kein Problem – einfach den zweiten Titel ins Deck ziehen, auf die Sync-Taste drücken und überblenden. Mit den Pfeiltasten am Crossfader wandert dieser sogar automatisch rüber zum nächsten Titel. Die Zeit lässt sich vorgeben. Persönlich arbeite ich lieber mit den Linefadern und EQs, als mit dem Crossfader, weil dies mir einen grazileren Mix erlaubt. Versucht euch auch mal am Filter als Stilmittel bei einem Übergang. 

Mein Tipp: Schaltet den Keylock (Notensymbol am Pitch) ein, damit beim Angleichen der Geschwindigkeit der Decks keine Tonhöhenverschiebung (Mickeymaus-Effekt) erfolgt. Aber Obacht: Ist der Tempounterschied zu hoch, sind Artefakte zu vernehmen.

Möchtet ihr die Oberfläche mit den Plattenspielern gegen Wellenformen austauschen: Oben rechts neben dem Plattensymbol findet ihr zwei Icons für zwei bzw. vier Waveforms, wie nachstehend zu sehen ist. In den horizontalen Wellenform-Layouts lässt sich bei laufenden Playern gut beobachten, wie Djay die Tracks zu jedem Downbeat synchronisiert. Der Vorteil gegenüber der Plattentelleransicht: Die Taktraster fungieren als visuelle Mixhilfe und die Layouts zeigen euch Loops und Cues besser an.

Effekte und Sampler

Sollen kreative Sonderfunktionen genutzt werden, drückt mal auf das Icon unter dem Pitchfader. Ein Fenster erscheint, das den Zugriff auf FX, manuelle und automatische Loops und bis zu acht Cuepoints erlaubt. Was die Effekte angeht, lassen sich diese via Regler oder FX-Pad dirigieren, das mit einer Bewegung den Zugriff auf zwei Parameter erlaubt. Möchtet ihr neue Effekte (aus der Feder von Sugarbytes) erwerben, könnt ihr diese vorher in einer Preview anhören. Dann könnt euch ihr immer noch entscheiden, ob ihr das jeweilige Package kaufen wollt oder nicht. Eine sehr coole Sache. Einsteiger sind mit den Instant FX auf Knopfdruck eigentlich immer auf der sicheren Seite.

Djay Pro verfügt zudem über einen Sampler (Schaltfläche unter dem Aufnahme-Button, der Lautstärkeregler befindet sich in der Mitte). Pro Seite stehen sechs bereits belegte Samplepads zur Verfügung, deren Inhalt sich gegen Sounds der mitgelieferten Bibliothek austauschen lassen. Beispielsweise ein Scratchpack von QBert oder Snoop Dog, House Samples von Milk&Suger und essenzielle Soundeffekte. Außerdem könnt ihr neue Samples mit dem Mikrofon aufnehmen oder aus einem laufenden Titel extrahieren, indem ihr auf die Taste „Edit“ drückt und dann auf das Notensymbol.

Ihr seht, Djay hat zahlreiche Kreativfunktionen an Bord, mit denen man sich so richtig austoben kann, wenn einem das bloße Auflegen von Tracks zu langweilig ist. Der Recording-Button an zentraler Stelle im grafischen Benutzerinterface startet übrigens die Aufnahme im AAC- oder Wave-Format. So könnt ihr eure Sternstunden für die Ewigkeit festhalten.

Zum Abschluss unseres ersten Teils möchte ich noch auf den Automixer hinweisen: Ist diese Funktion aktiviert, spielt Djay eigenständig Musik ab, bis ihr die Kontrolle wieder manuell übernehmt. Dabei bedient sich der Autopilot einer Playliste, aber auch die zufällige Wiedergabe ist möglich. Obendrein lassen sich die BPM synchronisieren und eine maximale Spieldauer pro Titel angeben.

Ich hoffe, unser Djay Crashkurs Teil 1 hat euch einen ersten Einblick liefern können, was man mit Algoriddims Software so alles anstellen kann. In den nächsten Folgen gehen wir auf spezielle Programmfunktionen ein. Dranbleiben lohnt sich also.

Euer Peter Westermeier

Veröffentlicht am 10.08.2015

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