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Test
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16.02.2015

Fender Adam Clayton Jazz Bass Test

Viersaitiger E-Bass

Das Auge hört mit!

Die US-Traditionsfirma Fender hat dem U2-Bassisten und -Gründungsmitglied Adam Clayton einen sehr eleganten Signature Jazz Bass in Sherwood Green an den Leib geschneidert - eine Replika von Adams originalem Fender Jazz Bass von 1965 mit ein paar zusätzlichen technischen und optischen Highlights aus der modernen Fertigung.

Wer von Fender mit einem Signature-Modell bedacht wird, verfügt ja bekanntlich entweder über bemerkenswerte Fähigkeiten an seinem Instrument oder ist Mitglied einer außerordentlich erfolgreichen Band. Letzteres trifft zweifelsfrei auf Clayton zu, denn U2 dominierten in den 80er-Jahren den Musikmarkt wie kaum eine andere Gruppe. Ihr bisher erfolgreichstes und von Kritikern hochgelobtes Album "The Joshua Tree" von 1987 landete in Deutschland, England und den USA auf dem 1. Platz der Albumcharts und rangiert hierzulande sogar unter den Top 50 der meistverkauften Alben aller Zeiten!

Details

Der Adam Clayton Jazz Bass wird in den USA gefertigt und kommt in einem schwarzen Deluxe-Koffer mit orangem Interieur und dem kompletten "Case Candy", bestehend aus Kabel, Gurt, Einstellwerkzeugen und Infopapieren. In der Konstruktion unterscheidet sich der Signature-Bass kaum von einem normalen American Standard Jazz Bass. Optisch hebt er sich jedoch deutlich von den Serienmodellen ab. Der Clayton-Bass ist der eleganteste Jazz Bass, den Fender derzeit im Programm hat - ich zumindest finde die Kombination mit der Lackierung in Sherwood Green Metallic inklusive Matching Headstock, Pickguard und Blockinlays in weißem Pearloid und den Lollipop-Stimmechaniken außerordentlich geschmackvoll und stimmig!

Typisch für einen Jazz Bass im Stil der 60er-Jahre besteht der asymmetrische Korpus des Adam Clayton-Basses aus Erle. Der Ahornhals ist mit Graphit-Einlagen verstärkt und an vier Punkten mit dem Korpus verschraubt. Der Halsrücken wurde mit einem sehr dünnen Satin-Urethane Finish lackiert. Fender bezeichnet das Halsprofil in den Spezifikationen mit "Custom Adam Clayton C" - der Unterschied zu einem normalen, schlanken Vintage C-Profil ist aber nicht signifikant. Ein Jazz Bass aus der Road Worn-Serie fühlt sich für mich beispielsweise exakt gleich an. Für das Griffbrett wurde ein sehr schönes dunkles Stück Palisander verwendet, in welchem 20 Bünde des Formates "Medium Jumbo" sitzen. Als besonderes optisches Schmankerl hat Fender dem Clayton-Modell weiße Pearloid Blockinlay-Positionsmarker spendiert, die ganz hervorragend zum ebenfalls weißen vierlagigen Pearloid-Pickguard passen.

Komplettiert wird der edle Look wie bereits erwähnt mit einer in Korpusfarbe lackierten Kopfplatte (Matching Headstock), auf der sich Adam Clayton mit seiner Unterschrift verewigt hat. Die Unterschrift ist allerdings sehr grazil und eigentlich eher unlesbar, so dass der Clayton-Bass durchaus auch für Bassisten geeignet ist, die prinzipiell nicht mit einem Signature-Bass in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen.

Damit wären wir auch schon bei der Hardware dieses schicken Basses angelangt, die sich im Wesentlichen aus den bewährten Komponenten der American Standard-Serie zusammensetzt. Eine Ausnahme macht Fender allerdings bei den Stimmmechaniken: die Lollipop-Tuner kommen nämlich von der amerikanischen Firma Hipshot und sind bei den normalen MIA Jazz Bass-Modellen nicht zu finden. Neu sind diese besonders rund geformten Mechaniken für Fender-Kenner allerdings nicht, denn die "Paddles", wie sie auch genannt werden, wurden ab 1966 für eine kurze Zeit standardmäßig bei den Fender-Bässen installiert.

Die Brücke kennen wir wiederum vom amerikanischen Standard Jazz Bass: Die sogenannte "Hi-Mass-Bridge" ist deutlich solider und massiger als der berüchtigte Blechwinkel und bietet die üblichen Einstellmöglichkeiten für Saitenlage und Intonation. Die Saiten können entweder herkömmlich am Stegrücken eingehängt oder von hinten durch den Korpus aufgezogen werden, falls man einen etwas ausgewogeneren Ton mit mehr Sustain bevorzugen sollte.

Für den Sound sorgen beim Adam Clayton Jazz Bass zwei 60s Singlecoil-Tonabnehmer aus dem Fender Custom Shop, und das Cockpit umfasst Jazz Bass-typisch einen Lautstärkeregler pro Tonabnehmer sowie die Tonblende zum Absenken der Höhen. Soviel erst einmal zu den Details und der Konstruktion des brandneuen Adam Clayton-Basses. Rein optisch macht er wirklich etwas her, wie ich finde - davon abgesehen sticht aber auch die ungeheuer penible Verarbeitung des Instruments ins Auge. Man hat durchaus das Gefühl, dass Fender bei diesem Modell noch etwas mehr Sorgfalt walten lässt als bei den normalen USA-Modellen. Die Lackierung ist wunderschön und absolut fehlerfrei, die Griffbrettkanten und Bundenden wurden für ein geschmeidiges Spielgefühl sorgfältig abgerundet, und der Hals passt absolut präzise in die Ausfräsung. Ich kann nach mehreren Inspektionen absolut keinen Makel finden - der Adam Clayton Jazz Bass fühlt sich für mich insgesamt eher wie ein deutlich kostspieligeres Instrument aus dem Custom Shop an!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • klasse Optik
  • tadellose Verarbeitung
  • toller Sound / Soundvielfalt
  • gute Austattung mit hochwertiger Hardware und Deluxe-Koffer

  • Keins

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