Hersteller_Fender Gitarre
Test
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27.03.2013

Fender American Standard Stratocaster Test

E-Gitarre

Mehr als nur Standard

Die Fender American Standard Stratocaster im bonedo-Test - Im Jahr 1985 wurde der Fender Konzern an eine Investorengruppe verkauft und die Produktion in neue Fertigungsstätte umgelagert. Nachdem die Instrumente in den Siebziger Jahren unter CBS zum Teil unter massiven Qualitätsschwankungen gelitten und der Markenname einiges von seinem alten Glanz verloren hatte, versuchte man 1987 mit der American Standard Strat einen neuen Anfang. Tatsächlich schuf man mit ihr ein sehr erfolgreiches Modell, das die besten Eigenschaften in sich vereinigte, die man in den Jahren zuvor diversen Stratocaster-Modellen mit auf den Weg gegeben hatte.

Da waren zum Beispiel die Vierpunkt-Verschraubung des Halses und die kleine Kopfplatte aus der Pre CBS-Ära, aber auch der Fünf-Wege-Schalter für die Pickups, den Leo Fender im Gegensatz zu vielen bekannten Gitarristen überhaupt nicht mochte und der daher erst 1977 eingeführt wurde. Außerdem wurden die Tonabnhemer in Klang und Ausgangsleistung an die Bedürfnisse der damaligen Zeit angepasst - etwas mehr Gain bitte. Nun kann diese Gitarre schon auf eine über 25 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte zurückblicken und wir wollen wissen, ob sie noch die alte ist.

Details

Korpus

Der Korpus der American Standard Stratocaster ist aus Erle gefertigt und das Modell mit den drei Single-Coil-Pickups gibt es in vierzehn verschiedenen Lackierungen. Unser Testmodell kommt in Olympic White und versprüht mit den leicht vergilbten Pickup-Kappen und Potiknöpfen auf dem weißen, dreilagigem Kunststoff-Schlagbrett ein wenig Fifties-Style. Auch die Bridge ist mit den gebogenen Blech-Saitenreitern im Vintage-Stil gehalten. Allerdings wird der Vintage-Gedanke nur teilweise umgesetzt, denn das Tremolosystem beispielsweise ist an zwei Bolzen-Schrauben befestigt und freischwebend montiert. Es ist so eingestellt, dass man nach oben eine kleine Terz per Hebel ziehen kann, nach unten geht es bis zur völligen Entspannung der Saiten. Die alten Systeme waren mit sechs Schrauben am Korpus fixiert.

Pickups

Hier gibt es etwas Neues zu vermelden, denn in der 2012er Version sind die Fat 50 Single Coils aus dem Custom Shop mit Alnico V Magneten eingebaut, drei an der Zahl. Der Hersteller beschreibt sie als "Sound of the 50's but with a little more attitude" - es geht also nicht nur optisch in der Zeit zurück, sondern mit einer an die Ansprüche von heute angepassten Ausgangsleistung. Geregelt werden die Tonabnehmer mit den üblichen Verdächtigen, ein Volume- und zwei Tone-Regler stehen neben einem Fünf-Wege-Schalter zur Verfügung. Auch hier wurde mit der Tradition gebrochen, denn der zweite Tone-Regler steht für den mittleren und den Steg-Pickup zur Verfügung.

Hals

Beim Halsmaterial ist komplett Ahorn angesagt und auf dem angenehm glatt lackierten Griffbrett befinden sich 22 Medium Jumbo Frets. Die gut abgerichteten und polierten Bünde bieten in Verbindung mit dem glatten Griffbrett eine exzellente Basis für Bendings und Vibrato-Aktionen. Hier kratzt nichts, auch die Bünde sind sauber an den Rändern verarbeitet, sodass keine scharfen Kanten überstehen.

Das Modern C-Shape liegt zudem noch sehr gut in der Hand, hier stellt sich sofort das typische "ich-bin-zu-Hause"-Gefühl bei Gitarrenhälsen ein - ihr wisst, was ich meine. Weiter geht es mit den Saiten über einen Kunststoffsattel zu den Stimm-Mechaniken (Fender Deluxe Tuner), deren Höhen unterschiedlich sind. Für die E- und A-Saite hat man längere Schäfte benutzt, während für die anderen Saiten zur besseren Neigung etwas kleinere im Einsatz sind. Funktional gibt es nichts Negatives zu berichten, die Tuner verrichten ihre Arbeit ohne Übertragungsfehler und tote Punkte.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • knackiger Sound
  • Hals, Spielgefühl
  • Pickups
  • Verarbeitung

  • Stimmstabilität bei mittlerem Tremoloeinsatz (G-Saite klemmt im Sattel)

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