Hersteller_Fender Distortioneffekt
Test
1
15.07.2015

Praxis

Beim Vergleich meines alten DOD-Verzerrers mit dem Fender Malmsteen Overdrive fallen mir zwar viele Gemeinsamkeiten auf, aber es gibt auch Unterschiede. Im Gegensatz zum DOD-Klassiker bietet das Fender Pedal höhere Gainreserven und ein aggressiveres Mittenbrett. Dabei kitzelt unser Testobjekt die Vorstufe, ohne den Ton dabei klein zu machen oder ihn zu komprimieren. Mit der Stratocaster und einem anständig köchelnden Röhrenverstärker erhält man so einen schmatzigen und knalligen Ton. Beim Einspielen der Audiobeispiele habe ich eine 77er Stratocaster mit Kloppmann-Pickups verwendet. Der Amp ist ein alter 100 Watt JMP Marshall, den ich fett in die Sättigung gefahren habe, um eine mittlere Vintagezerre als Grundlage zu erhalten. Wer einen cleanen Gitarrenverstärker in ein Rockmonster verwandeln möchte, wird mit dem Yngwie Malmsteen Overdrive nicht zu wirklich guten Ergebnissen kommen. Aber dafür ist das Pedal auch nicht konzipiert. Im ersten Audiobeispiel hört ihr die Strat ohne Pedal.

Das Pedal hat die Eigenschaft, dem Ton auch bei geringen Gaineinstellungen Obertöne hinzuzufügen. Dabei bleibt die Dynamik vollständig erhalten. Bis zur 12-Uhr-Position des Gainreglers wird der Ton nur leicht angeraut und wirkt wie eine dezente Auffrischungskur.

Die 15-Uhr-Position des Gainreglers ist meine persönlich Lieblingseinstellung, denn hier ist der Ton noch nicht überbraten und bleibt trotz massiver Verzerrung noch erstaunlich klar. Die Kloppmann-Pickups in meiner alten Strat haben einen eher klassischen Output. Von daher wird man mit einer Malmsteen Strat oder stärker gewickelten Singlecoils ein etwas fetteres Ergebnis erzielen.

Selbst mit maximaler Gaineinstellung kommt das Pedal noch recht luftig daher, obwohl mir der Obertonbereich dabei etwas zu britzelig wird. Das Gleiche passiert übrigens auch dann, wenn man einen Röhrenamp zu stark verzerrt. Mir persönlich ist es in der Maximalstellung zwar schon einen Tacken zu viel, aber das bleibt Geschmackssache. Je nach Gitarrenamp wird man dieses Klingeln mögen - oder auch nicht.

Kommen wir zum solistischen Teil des Tests. Im nächsten Beispiel gebe ich ein paar Licks ohne Pedal zum Besten. Bei dieser eher klassischen Marshall-Verzerrung muss man schon mit der Gitarre arbeiten, um den Ton zu formen. Dafür erhält man dann einen sehr markigen und ehrlichen Sound.

Nun habe ich den Malmsteen Overdrive aktiviert. Level steht auf 11, der Gainregler auf 15 Uhr. In dieser Einstellung hat man das Gefühl, als würde der Marshall sowohl in der Vor- als auch in der Endstufe stärker verzerren. Der Ton singt und lässt sich weitaus einfacher formen als ohne Pedal. Trotzdem klingt der Sound immer noch sehr kantig und ehrlich. Eine Schönfärberei kann ich beim besten Willen nicht feststellen, denn spielerische Unzulänglichkeiten werden gnadenlos aufgedeckt.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • durchsichtiger Sound
  • keine Schönfärberei
  • Preis-Leistungsverhältnis

  • Eignet sich nur bedingt für cleane Amps

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