Gitarre Hersteller_Fender
Test
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27.04.2018

Fender Mirror Image Delay Test

Delay-Pedal für E-Gitarre

Fender-Echo

Das Fender Mirror Image Delay ist eines von sechs neuen Effektpedalen, die auf der Winter-NAMM 2018 vorgestellt wurden und für die Fenders Chefdesigner Stan Cotey verantwortlich zeichnet. Neben unserem heutigen Testkandidaten, einem Delay, finden sich dort außerdem ein Overdrive, ein Distortion, ein Reverb, ein Kompressor und ein Buffer.

Aus dieser Serie möchte ich mir heute das Fender Mirror Image Delay genauer anschauen, das allein schon optisch einiges dahermacht und laut Papierform mit einigen interessanten Features aufwarten kann. Um welche es sich dabei handelt und wie es mit ihnen in der Praxis bestellt ist, wird dieser Test herausfinden.

Details

Optik/Verarbeitung:

Das Gehäuse besteht vollständig aus blau eloxiertem Aluminium, was ihm eine edle Anmutung verleiht. Mit seinen Abmessungen von 126 mm x 95 mm x 63 mm (L x B x T) und einem Gewicht von 572 Gramm macht es einen ausgesprochen wertigen Eindruck und setzt sich schon optisch von der schier unüberschaubaren Masse an Pedalen ab, die auf dem Markt erhältlich ist. Im Lieferumfang befinden sich neben einer Bedienungsanleitung auch vier Gummifüßchen, die bei Bedarf angeklebt werden können.

An der Rückseite des Pedals ist das Batteriefach integriert, das mit einem Magnetverschluss ausgestattet ist. Eine sehr gute Idee, denn so erspart man sich das leidige Lösen von Schrauben. Wer also unbedingt sein Pedal mit einem 9-Volt-Block betreiben muss oder möchte, kann diesen komfortabel ins Innere des Mirror Image Delay befördern und bei Bedarf in Sekundenschnelle auswechseln. Ansonsten darf auch gerne eine zentrale Spannungsversorgung oder ein Standard-9-Volt-Gleichstromnetzteil die Energieversorgung übernehmen - letzteres ist allerdings nicht Teil des Lieferumfangs.

Die Ein- und Ausgangsbuchsen sind versetzt an den Gehäuseseiten angebracht und mit diesen verschraubt. Bei unserem Testpedal haben wir es mit einem Mono-Delay zu tun, daher stehen auch nur jeweils eine Ein- und eine Ausgangsbuchse bereit.

Der Anschluss für ein Netzteil befindet sich an der Stirnseite, wo auch ein Dry-Kill- und ein LEDs-On/Off-Schalter zu finden sind. Mit dem Dry-Kill-Switch wird das Direktsignal aus dem Signalweg genommen, was praktisch ist, soll das Pedal beispielsweise im parallelen Effekt-Einschleifweg eines Verstärkers (wenn vorhanden) betrieben werden.

Der LEDs-On/Off-Schalter aktiviert die LEDs, die in den Potiknöpfen integriert sind. Tatsächlich sind die Potis beleuchtet, was ich als ausgesprochen komfortabel empfinde, wenn man in dunklen Umgebungen seinem Hobby oder seiner Arbeit nachgeht. Insgesamt fünf Regler und drei Kippschalter lassen ein Feintunen des Mirror Image Delays zu.

An Reglern stehen folgende bereit:

  • Time - Hier wird die Verzögerungszeit eingestellt. Maximal sind 300 ms möglich.
  • Feedback - Bestimmt die Anzahl der Wiederholungen.
  • Level - Regelt die Lautstärke.

Das Delay besitzt auch eine Modulations-Einheit für die Wiederholungen, die sich mit den folgenden Regler justieren lässt:

  • Depth - Hier wird die Intensität des Effektes eingestellt.
  • Rate - Bestimmt die Geschwindigkeit der Modulation.

Mit dem TYPE-Kippschalter kann man aus drei Delay-Typen wählen, Digital, Analog und Tape stehen hier zur Auswahl.

Der mit DOTTED ⅛ beschriftete Schalter punktiert die Verzögerungszeit. Alle Regler und Schalter sind quasi selbsterklärend, aber mit dem Variation-Schalter bietet Fender noch eine sehr interessante zusätzliche Möglichkeit, die Funktionsweise des Delays erheblich zu erweitern!

Alle drei Delays (Digital, Analog und Tape) besitzen jeweils zwei Varianten, auf die ich jetzt näher eingehen möchte:

  • Digital, Variation 1: Hier ist die Modulation mit einer Dreieckswelle zu hören, die Verzögerungszeit ist von 20 Millisekunden bis 0,9 Sekunden einstellbar.
  • Digital, Variation 2: In dieser Variante wird der als "Doubler" bekannte Effekt simuliert, der entsteht, wenn zwei Gitarren bei einer Aufnahme gedoppelt werden. Dies wird durch Veränderungen der Tonhöhe und des Timings erzeugt.
  • Analog, Variation 1: Hier wird das altbekannte Eimerketten-Echo (Bucket Brigade) erzeugt - Lo-Fi ist angesagt.
  • Analog, Variation 2: Wie zuvor, aber mit weniger Höhen und Bässen und invertierten Wiederholungen sind Flanger-artige Sounds möglich.
  • Tape Delay Variation 1: Erzeugt den bekannten Bandecho-Effekt. Die Wiederholungen verändern sich leicht in der Tonhöhe, ein Bandsättigungseffekt tritt ein und es muss auch vermehrt mit Nebengeräuschen gerechnet werden.
  • Tape Echo Variation 2: Wie Variation 1, aber von allem etwas mehr.

All diese Optionen geben dem Nutzer einiges an Möglichkeiten, um am eigenen Sound zu feilen, dabei zeigt sich die Bedienung ausgesprochen nutzerfreundlich und praxisorientiert. Jeder Regler und jeder Schalter hat genau eine Aufgabe.

Das Pedal besitzt einen Buffered-Bypass, bei aktivem Delay leuchtet passend zum Gehäuse eine ausgesprochen helle blaue LED. Für meinen Geschmack zu viel des Guten, denn das Ablesen der Reglerstellungen wird so unnötig erschwert.

Wird das Delay in den Buffered-Bypass versetzt, klingen die Delays weiter aus. Allerdings würde ich mir einen zusätzlichen Tap-Tempo-Schalter wünschen oder zumindest die Option, einen anschließen zu können. Dann blieben für meinen Geschmack tatsächlich kaum noch Wünsche offen, was die Anschluss- und Regelmöglichkeiten anbelangt.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • guter Sound
  • tadellose Verarbeitung
  • beleuchtete Regler
  • Batteriefach mit Magnethalter
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Delays klingen im Bypass aus

  • Delays mit insgesamt recht ähnlichem Klang
  • Status-LED zu hell
  • Tap-Tempo-Funktion fehlt

Gehört zu dieser Serie

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