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Test
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31.08.2016

Focusrite Scarlett 2i2 (2nd Generation) Test

USB2-Audiointerface

Die zweite Generation Rot

Das 2i2 in der neuesten Ausgabe: Vor Kurzem hat Focusrite die rote Scarlett-Serie überarbeitet und präsentiert eine vor allem im Inneren überholte Version der erfolgreichen Audiointerfaces. Man erkennt sie nun am Namenszusatz „2nd Generation“, denn optisch gibt es so gut wie keine Unterschiede. 

An der Diversifikation hat sich ebenfalls nichts geändert, sodass das Portfolio nach wie vor mit dem Scarlett Solo beginnt und beim großen Scarlett 18i20 endet. Dazwischen liegen das 2i2, das 2i4, das 6i6 und auch noch das 18i8. Die Nomenklatur verrät uns dabei mit der ersten Ziffer die Anzahl der Eingänge, die zweite Ziffer gibt Auskunft über die Anzahl der Ausgänge.

Details

Allgemeines

Das Focusrite Scarlett 2i2 ist ein USB2-Audiointerface für Auflösungen von bis zu 24-Bit und nun auch 192 kHz. Wie der Name es bereits verrät, verfügt das Interface über zwei Eingangs- und zwei Ausgangskanäle, wobei erstere mit zwei Vorverstärkern ausgestattet sind. 

Es ist sowohl mit aktuellen Macs ab Yosemite als auch mit Windows-Rechnern ab Windows 7 kompatibel und bringt für beide Betriebssysteme auch ein recht umfangreiches Software-Paket mit. Eine Nutzung mit iOS-Geräten ist indes nicht vorgesehen.

Zwei Preamps, zwei Ausgänge

Auf der Front finden wir links die beiden Eingänge, ausgestattet mit sogenannten Combo-Buchsen, die für den Anschluss von XLR- und T(R)S-(„große Klinke“)Kabeln vorgesehen sind. Die Eingänge sind mit Preamps ausgestattet und bieten bis zu 50 dB Gain. Zusätzlich ist ein beleuchteter 48V-Taster vorhanden, welcher für beide Mic-Pres die entsprechende Phantomspannung gemeinsam aktiviert. 

Der Klinkenanschluss kann sowohl für symmetrische Line- als auch für unsymmetrische Instrumenten-Signale genutzt werden, wobei die Vordämpfung/Impedanz mit einen kleinen Schiebeschalter angepasst wird. Eine Pad-Schaltung findet sich nicht – ganz so tragisch ist das aber nicht, denn der Instrumenten-Eingang wurde gegenüber dem Vorgänger verbessert und kann nun auch mit „heißeren“ Pick-Ups umgehen. 

Lineare Potis

Die analoge Gain-Regler verfügen über einen LED-Ring, welcher in der Farbe Grün die optimale Signalaussteuerung und mit Orange kritisches Level anzeigt und mit Rot Clipping kennzeichnet. Auch hier zeigt sich eine weitere Neuerung, da die Potis nun mit einem linearen Regelverhalten ausgestattet sind, wodurch Gain-Werte mit einer größeren Genauigkeit eingestellt werden können. Das hat zur Folge, dass zum Ende des Regelweges die Schritte feiner statt grober werden. 

Direct Monitoring

Ein weiterer kleiner Schiebeschalter aktiviert das „Direct Monitoring“, wodurch die Eingänge mono summiert auf die Ausgänge geschalten werden können, um sie so bei der Aufnahme ohne Latenz durch den Rechner „vorhören“ zu können. Der große Drehregler bestimmt dabei die Ausgangslautstärke des Stereoausgangs auf der Rückseite, der etwas kleinere wiederum die Lautstärke des nun ebenfalls etwas lauter spielenden Kopfhörerausgangs. Beide Ausgänge erhalten das gleiche Ausgangssignal – der Kopfhörerausgang ist also nicht getrennt adressierbar. Mit der kleinen USB-Status-LED bringen wir die Betrachtung der Front zum Ende.

 

 


Simple Rückseite

Die Rückseite fällt übersichtlich aus: Zum einen sind die beiden symmetrischen 6,35mm-TRS-Buchsen für den Stereoausgang platziert, zum anderen ist hier auch der USB-Anschluss beheimatet. Eine obligatorische Kensington-Buchse ermöglicht es, das Interface vor Langfingern durch Anschließen zu schützen. Einen Anschluss für ein Netzteil gibt es nicht, denn das Interface ist ausschließlich bus-powered.

Mobil und kompakt

Die Verarbeitung ist einwandfrei und minimal verbessert: Die Front- und Rückseite sind aus solidem Kunststoff und werden von einer rot-eloxierten Metallhülle umgeben, was dem Interface ein äußerst robustes Antlitz verleiht. 

Mit den Ausmaßen von 4,5 m x 17,5 cm x 10 cm (HxBxT)  und einem Gewicht von 0,6 kg trifft das Attribut „kompakt“ ebenfalls noch zu, wenngleich es durchaus noch kleinere Interfaces gibt. Bei diesen muss man dann aber meistens mit Adaptern oder Kabelpeitschen vorliebnehmen, was im Allgemeinen nicht allzu günstig ist. Ferner gibt es neue interne Schutzschaltungen, um auch Zerstörungen durch eine falsche Verkabelung zu vermeiden.

Dickes Softwarepaket

Neben einem schicken roten und 1 m langen USB-Kabel gibt es physisch eher weniger im Lieferumfang zu finden; der Beipackzettel verrät nur Sicherheitshinweise. Handbuch und Treiber gibt es also nur als Download, die zusätzliche Software hingegen erst nach Registrierung. Der dazugehörige Product Bundle Code ist in der Verpackung aufgeklebt und schaltet folgende Produkte frei: Die DAW Ableton Live Lite und Pro Tools First, die Softube Time and Tone PlugIns (Drawmer S73, Saturation Knob, TSAR-1R und Tube Delay) sowie die Focusrite Red Plug-In Suite (Compressor, EQ und Reverb) und das Novation Bass Station PlugIn Instrument. Hinzu kommt 1 GB Sample-Material von Loopmasters. Das ist eine äußerst vernünftige und vor allem zeitgemäße Auswahl, die vielen Einsteigern ausreichen sollte. Die Focusrite Control Software gibt es für das 2i2 allerdings nicht, bei den wenigen Anschlüssen ist diese aber auch nicht nötig.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Verarbeitung
  • Größe
  • Software
  • Lieferumfang

  • Kopfhörer-Lautstärke/-Qualität

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