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Test
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01.09.2020

Mechanische Grundlagen

Die Rad-Sektion befindet sich in der linken unteren Ecke des GUI. Dort findet man die insgesamt fünf verschiedenen Gears: ein Drive-, ein Sequencer- ein Scratch-, ein MIDI- und ein FX-Gear. Diese können einfach per Drag-and-drop im Hauptfenster der DAW erstellt werden.

Mit dem Drive-Gear beginnt immer alles. Es ist nur dafür zuständig, sich zu drehen und andere Zahnräder dadurch anzutreiben, genau wie bei einer Maschine. Für komplexere Rhythmen kann man bestimmte Zahnsegmente deaktivieren, so entsteht ein sogenanntes Leibniz-Rad. Soll dann ein kurzes Sample abgespielt werden, muss als nächstes ein Sequencer-Rad in unmittelbarer Nähe des Drive-Rades erzeugt werden. Dann greifen beide ineinander und so treibt dann das eine das andere an. Als nächstes füttert man dann das Sequencer-Gear mit kurzen Samples wie zum Beispiel Drum-Sounds. Möchte man längere Samples abspielen, benötigt man die dritte Art von Zahnrad, das Scratch-Gear. In das MIDI-Rad lassen sich spielbare Sounds und Instrumente laden, und das FX-Rad ist selbsterklärend.

Interessantes Options-Design

Da das GUI ja keine weiteren Controls beinhaltet, werden also auch alle Einstellungen über die Räder vorgenommen. Jedes der fünf Räder bietet unterschiedliche, sachbezogene Optionen, die über einen Klick mit der rechten Maustaste auf das jeweilige Rad sichtbar gemacht werden. Beim Antriebs-, Sequencer- und Scratch-Rad drehen sich die Optionen hauptsächlich um Geschwindigkeit, Lautstärke, Solo- und Mute-Modi, Größe, Offset und Synchronisation. Die Optionen des MIDI-Rades hingegen bieten einen Noten- und Quantisierungs-Editor. MIDI-Noten können über einen Controller aufgenommen oder mit der Maus eingezeichnet werden. Das erfordert allerdings ein wenig Übung, denn der Noten-Editor ist alles andere als gewohnt. Beim FX-Rad erscheinen die einzustellenden Parameter um das Rad herum. Das ist intuitiver als einen sterilen Drehregler zu bewegen und sieht einfach gut aus.

Multimediale Möglichkeiten

Aber auch das Medium Bild spielt bei Foreverloops Studio eine Rolle. Nicht nur enthält die DAW einen Bild- und Video-Player, beide Medien können auch über Scratch-Räder verarbeitet werden. Somit kann man an die Musik gekoppelte Bild- und Video-Loops erzeugen. Das ist besonders für Live-Events interessant.

Integrierte Sounds und Medien

Wie bereits erwähnt wird Foreverloops auch mit vielen Medien ausgeliefert. Im Lieferumfang sind neben spielbaren Instrumenten und Audio-Samples auch Bilder und Videos enthalten. Am rechten Rand des GUI findet man die Medienliste, die wie alle Fenster ein- und ausblendbar ist. Sounds können per Doppelklick vorgehört und wieder per Drag-and-drop in den Sampler geladen werden.

Durch verschiedene Filter kann man die Auswahl der angezeigten Medien eingrenzen. So findet man schnell, wonach man sucht. Eigene Dateien können ebenfalls in Foreverloops Studio genutzt werden, vom Kick-Drum-Sample bis hin zum VST3-Effekt.

Die Samples der meisten Kategorien sind auf elektronische Beats ausgelegt und klingen teilweise recht lo-fi, was sie interessant macht. Einige davon sind aber zu dünn, was gerade bei Kick-Drums stört. Die One-Shots lassen sich indes super in Beats einbauen und die Loops, vom Percussion-Groove bis zur Bass-Line, sind allesamt interessant.

Workflow

Nach all der Theorie ist es Zeit für ein Video. Dieses zeigt den typischen Foreverloops-Workflow, den man einfach gesehen haben muss, weil er sich so stark vom Workflow anderes DAWs unterscheidet. 

Anschließend gehe ich durch die verschiedenen Kategorien der Sounds und zeige am Ende noch ein paar der Video-Samples. 

Unorthodoxer Mixdown

Ist man mit seinem Beat oder seiner Video-Collage zufrieden, macht man einen Mixdown davon. Auch das läuft bei Foreverloops Studio ein bisschen anders ab als sonst. Und offline bouncen kann man auch nicht. In der Menüleiste am rechten unteren Rand des GUI befinden sich dafür zwei Buttons, für Audio- und Videoaufnahme. Bei dieser DAW muss man eben alles selbst machen.

Video

Pro & Contra

  • völlig neuer Software-Ansatz
  • besonders gut für kreative Beat-Produktion geeignet
  • integriertes Video-Looping
  • eigene Sounds und Medien können verwendet werden

  • Gewisse Einlernphase ist nötig
  • Mehr integrierte Medien wären wünschenswert

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