Gitarre Hersteller_Gus_G
Test
1
17.07.2020

Praxis

Getestet wird das Speed Demon mit einer Patrick Eggle Berlin Plus (PRS-Style-Gitarre mit Humbucker und Singlecoil-Optionen) vor einem Budda Superdrive 80 Combo, sowohl im Clean- als auch im Drive-Kanal. Abgenommen wird ein WGS Veteran 30 Speaker mit einem Mix aus Shure SM57 (dynamisch) und Superlux R102 (Bändchen).
Für eine erste Kostprobe wird der "Dämon" als klassischer Overdrive-Boost vor einem bereits verzerrten Amp platziert. Mit einem leichten Volume-Boost, zurückgenommener Verzerrung und einer neutralen Tone-Stellung produziert das Pedal ein klassisches "Sägen" im 4-kHz-Bereich, das dem Sound eine aggressive Note und mehr Durchsetzungskraft verleiht.

Als Nächstes wollen wir den Wirkungsgrad des Gain-Potis genauer beleuchten. Hierzu schalten wir das Pedal vor den Clean-Kanal des Verstärkers, kurz vor der Grenze zur Übersteuerung. Wir hören das Signal zunächst im Bypass und danach mit dem Gain-Poti in Minimal-, 10 Uhr, 14 Uhr und Maximalstellung. Mit dem Gain-Poti in der Minimalstellung fügt das Pedal dem Sound eine deutliche Portion Mitten im Bereich der 500 Hz hinzu, wie wir es auch vom klassischen Tubescreamer kennen. Jedoch wird der Bassbereich nicht beschnittet und bei steigenden Gain-Stellungen kommt ein charakteristisches "Schmatzen" in den Hochmitten dazu, das in der Maximalstellung schon fast in Richtung Fuzz-Sound tendiert.

Volume Tone Gain
13:00 21:00 min/10:00/14:00/max

Im nächsten Beispiel soll das Tone-Poti unter die Lupe genommen werden. Nach einem Durchgang im Bypass hören wir es zunächst in der Minimal-, der 10 Uhr, der 14 Uhr und schließlich in der Maximalstellung. Es wird schnell deutlich, dass dieser Regler für die Definition im Attack verantwortlich ist und deutlich aggressiver reagiert als eine einfache Höhenblende bei anderen Overdrive-Pedalen. Allerdings wird der Biss in den hohen Frequenzen ab der 14-Uhr-Stellung im vorliegenden Setup etwas zu viel des Guten und ist vielleicht eher etwas für aktive Pickups oder die tiefer stimmende Saiten-Fraktion.

Volume Tone Gain
13:00 min/10:00/14:00/max 11:00

Nun soll das Speed Demon seine Qualitäten als Booster vor einem bereits verzerrten Amp beweisen. Hierzu bleibt das Gain-Poti in der 9-Uhr-Stellung und das Tone-Poti sorgt in der 13-Uhr-Stellung für den nötig Biss. Nach einem Bypass-Durchgang hören wird das Volume-Poti zunächst in der neutralen 11-Uhr-Stellung und danach auf 14 Uhr und Maximum. In dieser Disziplin kann das Pedal richtig glänzen und fügt dem Signal bei steigender Lautstärke exakt die Zutaten hinzu, die eine Gitarre im Mix präsenter machen, ohne den Sound jedoch an irgendeiner Stelle zu beschneiden.

Volume Tone Gain
11:00/14:00/max 13:00 9:00

Was für das Riffing aus dem letzten Beispiel gilt, lässt sich auch auf das Solospiel übertragen. Die Zutaten Sustain, Verzerrung und Höhen-Boost erleichtern einem auch in dieser Disziplin das Spiel und bringen die Gitarre gleichzeitig im Mix nach vorne. Am Ende hören wir noch den Hals-Humbucker mit Volume und Gain in der Maximalstellung, was den Sound abermals in Richtung Fuzz verbiegt.

Volume Tone Gain
13:00/max 13:00 11:00/max

Abschließend soll das Speed Demon nun noch für einen Crunch-Sound im Singlecoil-Modus herhalten. Auch wenn dies sicherlich nicht der Einsatzbereich ist, den die Entwickler des Pedals im Hinterkopf hatten, spiegelt sich auch hier die eigenständige rotzig-aggressive Note des Probanden in durchaus ansprechenden Ergebnissen wider.

Volume Tone Gain
13:00 15:00 11:00

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • simples Design
  • saubere und robuste Verarbeitung
  • aggressive, eigenständige Zerrsounds

  • keins

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