Gitarre Hersteller_HeadRush_Electronics
Test
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16.06.2017

Praxis

Das Pedalboard kann in diversen Varianten mit oder ohne Gitarrenamp eingesetzt werden, wir haben drei Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen.

HeadRush Pedalboard direkt in den Mixer/Audio Interface

Das Pedalboard ist direkt mit dem Audio-Interface verbunden, das Ganze selbstverständlich in Stereo. Um dem Namen gerecht zu werden, habe ich zwei unterschiedliche virtuelle Boards mit Amp-Simulation und Effekten zusammengestellt. Es geht los mit einem Vintage Style Board mit einem Fender Tweed Deluxe Amp Modell, das mit der Telecaster bespielt wird. Ihr hört zuerst die pure Ampsimulation, dann mit diversen Effekten.

Weiter geht es mit einer Classic-Rock-Bestückung und einer Marshall Plexi-Simulation, die wie in der realen Welt mit Boost zur höheren Verzerrung gefüttert wird. Auch hier kommen verschiedene Effekte zum Einsatz.

Die Ampsimulationen sind sehr gut gelungen, zum einen wird der charakteristische Klang des Vorbilds recht gut erreicht, darüber hinaus ist auch die Ansprache und das Dynamikverhalten sehr gut. Das hört man beim ersten Beispiel mit dem puren Plexi-Modell sehr deutlich, bei zurückgedrehtem Volume an der Gitarre oder auch mit leichtem Fingeranschlag (Volume dann voll aufgedreht) wird der Ton sehr gut "entzerrt". Wenn hart angeschlagen wird, gibt es den vollen Zerrgrad entsprechend der Gain-Einstellung am Amp-Modell. Auch in punkto Klangtransparenz kann man den Amp-Simulationen eine gute Performance bescheinigen, bei High-Gain-Amps sind die Anschläge auf den einzelnen Saiten klar zu hören, es matscht nichts. Lediglich mit mehr Effekten verliert man etwas an Transparenz.

Als nächstes stehen die Pedaleffekte im Fokus, einmal das Wah mit Cleansound und dann mit verzerrtem Ton. Danach folgt der Pedal-Pitch-Effekt, bei dem der Ton wie beim Whammy per Expression-Pedal um 24 Halbtöne stufenlos nach oben geschoben werden kann. Der Wah-Effekt ist sehr gut, lässt sich gut steuern und hat auch keine klanglichen Sprünge durch die Parameter-Steuerung in Echtzeit. Beim Pitch-Effekt gibt es den einen oder anderen Stolperer im Ton, wenn man diesbezüglich recht pingelig ist. Da der Prozessor aber genügend Power hat, vermute ich, dass bei eventueller Nachbesserung in der Effektprogrammierung auch hier ein erstklassiges Klangergebnis erzielbar ist.

HeadRush Pedalboard vor die Amp-Vorstufe (clean eingestellt) geschaltet

Jetzt habe ich das Pedalboard vor meinen clean eingestellten Sovtek MIG-50H geschaltet, den ich bisher bei allen bonedo Effektpedal-Tests benutzt habe. Die Amp-Simulationen bleiben außen vor und die Zerrsounds werden mit Overdrive-Effekten erzeugt. Das Ganze läuft mono ab, wofür der Schalter am Output an der Rückseite auf Amp-Betrieb eingestellt wird. Anpassungsprobleme mit dem Pegel gibt es keine, wenn alle Input- und Output-Settings den Werkseinstellungen entsprechend übernommen werden. In dieser Beziehung habe ich bei manch anderen Geräten schon des Öfteren in Untermenüs schrauben müssen, um den Pegel bei deaktivierten Effekten auf dem gleichen Level zu halten wie mit der Gitarre direkt in den Amp. Ich habe jetzt eine Zusammenstellung mit Effekten für Pop-Sounds mit Tube Screamer Overdrive, Delay und zwei unterschiedlichen Reverbs gebastelt. Zu Beginn gibt es aber noch einen knallharten Direktvergleich mit einem Original TS-808 Pedal.

Respekt! Das Tube Screamer Modell klingt wirklich sehr nah am Original. Im Höhenbereich ist der Original TS-808 etwas seidiger, aber das sind schon sehr feine Nuancen. Die Overdrive-Effekte und auch die Amp/Cab-Simulationen gefallen mir wirklich sehr gut und liefern einen druckvollen Sound mit guter Reaktion auf den Spieler und die Gitarre, bei manchen Effekten könnte aber noch etwas nachgefeilt werden, um auf das gleiche klangliche Niveau wie das der Zerrgeneratoren zu kommen. Mir persönlich ist der Sound bei höheren Settings der Modulations- und Raumeffekte etwas zu undefiniert. Klar, das liegt natürlich an der Intensität der Effekte, viel Hall kleistert auch viel zu, aber genau dort verläuft die Grenze zwischen erstklassig und Spitzenklasse.

HeadRush Pedalboard in den Amp Return

Als nächstes wird das Pedalboard an den Return eines Röhrenamps (The Valve 3|100) angeschlossen. Ich benutze hierbei die Ampsimulation aus dem Pedalboard (Treadplate - Boogie Rectifier), dann geht es in die Röhrenendstufe und Gitarrenbox. Cab-Simulation wird logischerweise nicht benötigt und als Effekte habe ich noch Boost, Mid Scoop EQ und einen Flanger im Angebot, das Heavy-Style Pedalboard.

In Verbindung mit einer Röhrenendstufe macht das Pedalboard eine gute Figur, es gibt auch hier keine Pegel-Anpassungsprobleme. Dasselbe gilt übrigens auch, wenn man das Teil mit der "Vier-Kabel-Methode" an einen Verstärker mit Einschleifweg anschließt. Die Zerrsounds mit dem Pedalboard als Preamp kommen druckvoll aus den Speakern und mit dem EQ kann gute Mid-Scoop-Feinkosmetik betrieben werden.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • erstklassiges Bedienkonzept
  • roadtaugliches Gehäuse, Verarbeitung
  • Touch Display
  • Amp/Cab Simulationen (Sound, Ansprache)
  • Overdrive/Distortion Effekte (Sound, Ansprache)
  • interner Effektloop
  • USB-Anschluss - Audio Interface

  • keins

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