Test
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11.06.2019

Praxis

Die ergonomische Form von Gehäuse und Hörfortsatz sorgen bei den HL 4330 dafür, dass die In-Ears sich hervorragend ans Ohr anschmiegen und dadurch ebenso sicher wie angenehm sitzen. Dadurch dass es keine Nut zur Befestigung der Ohrpasstücke gibt, lassen sich diese auf der Standard-Ohraufnahme der Gehäuse verschieben. Auf diese Weise ist eine Größenanpassung möglich, durch die die Kopfhörer mal weiter, mal weniger weit in den Gehörgang hineinreichen. Vor dem Verschieben oder versehentlichen Abrutschen der Ohrpassstücke sind diese durch eine innenliegende Gummierung geschützt.

Um das Kabel nicht nur über die Ohren zu führen, sondern sie vielmehr rutschsicher zu befestigen, ist an seinen Enden Biegedraht eingearbeitet. Das wechselbare Kabel wird mit einem Stecker mit zwei offenliegenden Pins in die Gehäuse gesteckt. Sowohl Buchsen als auch Stecker sind zum Korrosionsschutz vergoldet. Die HL 4330 sind sowohl mit einer Wireless-Option als auch mit einem Highend-Kabel nachrüstbar. Beides wird im Programm von Hörluchs angeboten.

Brillanter Sound – hervorragende Dynamik

Hörluchs bewerben die HL 4330 als HiFi-Kopfhörer, die mit Brillanz und detaillierter Auflösung im Höhenbereich punkten sollen. „Messerscharf“ soll die Wiedergabe sein. Und tatsächlich ist ihr Sound äußerst präzise. Die Höhen der Kopfhörer wirken „offen“ und „weit“. Das macht sich etwa in der Wahrnehmung der Tiefenstaffelung bemerkbar, die bei diesen In-Ears wirklich erstaunlich ist. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der Klang der HL 4330 derart plastisch ist, dass ich beim ersten Einschalten der Musik den Eindruck hatte, dass die Musik nicht aus den In-Ears, sondern genauso gut aus den vor mir im Raum stehenden Lautsprechern hätte kommen können.

Die Absenkung, die Hörluchs den HL 4330 in den Mitten gegönnt haben, kommt ihnen absolut zugute. Wo andere In-Ears des Herstellers in den Frequenzmitten deutlich stärker zupacken, lassen die HL 4330 dem Hörer wesentlich mehr Spielraum. Zugleich bleibt aber die Sprachverständlichkeit in Audioproduktionen durchweg gewährleistet. Denn wenngleich die Mittenanteile bei diesem Modell weniger stark ausgeprägt sind als bei anderen Hörluchs In-Ears, sind sie dennoch sehr präsent – und zwar noch immer deutlich stärker als bei anderen Knopfkopfhörern. Fans von dicht produzierter Gitarrenmusik wie Alternative Rock oder Metal dürften deshalb mit diesen Kopfhörern ihre Schwierigkeiten haben. In den Bässen sind die HL 4330 (ähnlich wie andere Hörluchs Kopfhörer) von Haus aus zurückhaltend eingestellt. Welche Reserven aber in den Woofern dieser In-Ears stecken, ist wirklich erstaunlich. Selbst tiefste Subbässe setzen die HL 4330 bis hin zu hohen Wiedergabelautstärken eindrucksvoll und ohne zu verzerren um.

Unsere Empfehlungen

Um in den Genuss dieser Tiefbässe zu kommen, hat man zwei Möglichkeiten. Zum einen führt ein tieferes Einführen der Hörfortsätze in die Gehörgänge zum Wahrnehmen kraftvollerer Bässe. Sollen die In-Ears eher „locker“ getragen werden, so lassen sich zum anderen die Bässe per Equalizer anheben. Neben der hier getesteten Variante stehen in der HL4-Serie auch noch Modell-Ausführungen für die Bühne bereit, die ausgewogenen Klang (HL 4300) beziehungsweise Sound mit Bassbetonung (HL 4310) bereitstellen.

Überhaupt sind mit diesen In-Ears auch hohe Wiedergabelautstärken problemlos umsetzbar. Das gilt dank ihrer geringen Impedanz auch für den Einsatz an Kopfhörerverstärkern, die nur über vergleichsweise geringe Leistung verfügen. Besonders gut gefällt mir die akustische Isolation nach außen. Aber auch Dämpfung von Außengeräuschen gelingt den HL 4300 außergewöhnlich gut.

Den größten Eindruck macht auf mich aber die Signaldynamik, die diese Knopfkopfhörer umsetzen. Das Signal ist vor allem in den Mitten Transienten-stark, leistet aber auch bis in den Bassbereich hinein eine differenzierte, druckvolle Wiedergabe. Dabei spielen die HL 4330 diese Stärke vor allem bei größerer Lautstärke aus. Dadurch ergibt sich ein stets detailreicher Sound, der aufgrund seiner brillanten Höhen auch bei Stereoeindruck und Tiefenstaffelung überzeugt. Vor allem wer In-Ears für den Genuss von Klassik-Musik sucht, sollte die HL4330 unbedingt antesten.

Pro & Contra

  • gute Isolation
  • brillanter Klang
  • starke Transienten-Wiedergabe
  • hohe Lautstärken möglich
  • ausgefeilte In-Ear-Technik
  • inkl. Wechselfilter
  • optionale Wechselkabel erhältlich

  • minimale Mittenlastigkeit

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