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Test
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17.07.2013

Image-Line Deckadance Mobile Test

Zwei-Deck DJ-Software für das iPad

Image-Line Deckadance Mobile im bonedo-Test. Fast jeder namenhafte Hersteller von DJ-Software hat mittlerweile eine iPad-App im Programm. Der eine setzt auf MIDI-Fernsteuerung per „Remote-App“, der andere auf eine autarke Lösung. Mancher bietet gar mehrere Versionen zu unterschiedlichen Preisen an, die hinsichtlich ihrer Ausstattungsmerkmale differieren. Image-Line serviert uns heute Deckadance Mobile, eine eigenständig lauffähige DJ-Lösung mit zwei Decks und diversen kreativen Modulen. Sie verwandelt das iPad in ein portables DJ-Mix-System, das seine Musik aus der iTunes-Library bezieht und mit automatischer Beat-Detection, Cuepoints, Loops, Sampler, Effekten und sogar einer Automix-Funktion aufwartet. Der Preis beträgt 3,49 Euro. Wo? Im iTunes-Store natürlich.

Details

Als zentrale Schaltstelle fungieren zwei virtuelle Abspieleinheiten im CD-Player-Layout, die mit den obligatorischen, zum Teil wie bei den „Originalen“ silbermetallic anmutenden Tasten samt Leuchtkranz bestückt sind. Um das Jogwheel herum arrangiert geben sie Zugriff auf die Funktionen Play/Pause, Cue, Sync (unten) sowie Load/Eject, Reverse und Loop nebst Cutter-Tasten (oben). In den Jogwheels wird das Cover-Art dargestellt. Darüber hinaus navigiert und scratcht man mit ihnen.

Hoch im Norden der Decksektionen thront das Titelinformations-Display, wo ihr ID3-Tags, Laufzeiten und Pitch ablest. Die Wellenformanzeige ist detailliert genug ausgefallen, um sich einen schnellen Überblick über den Track-Aufbau zu verschaffen und mit dem Finger grob eine Abspielposition anzufahren, die dann mittels Jogwheel genauer anzusteuern ist. Den Balken darunter würde ich als Fortschrittsanzeige deklarieren. Außen sitzen die virtuellen Pitch-Fader. Sie werden von zwei Pitchbend-Buttons begleitet und variieren das Tempo um den Faktor 1,99 nach oben und 0,5 nach unten, was einem Pitchbereich von etwa +100 und -50 Prozent entspricht.  

Auf 12 Uhr Position feuert ihr mittels Touchpad einen der vier Haupteffekte Ringmod, Hi- und Low-Pass-Filter sowie Tap-Delay auf einen oder beide Hauptkanäle ab. Lautstärkeanpassungen erfolgen via Channel-Fader, zu finden zwischen den Decks. Ganz klassisch für Überblendungen: der Crossfader. Im Gegensatz zum sonst „starren“ Layout lässt sich das mittlere Bedienfeld „Vol“ mit einem Swipe (Fingerwisch) austauschen, woraufhin eines von sieben Panels sichtbar wird.

Cue

Hier legt ihr in Kombination mit REC vier direkte Cue-Punkte an. Direkt deswegen, weil sie weder an ein Taktraster verschoben noch quantisiert abgespielt werden. Löschen ist nicht, Überschreiben durch erneutes REC (-ording) indes schon.

EQ

Der nächste Bereich ist EQ, dessen „Oldschool-Potis“ durchaus gut zu bedienen sind. Ein „Doppeltipp“ bewegt sie wieder in die Nullstellung, eine Kill-Funktion konnte ich nicht ausmachen. Von klanglicher Seite her kann ich dem Dreibänder attestieren, dass er über ausreichend „Cut“ verfügt, um die fetten Bassdrums technoider Produktionen beim Übergang ordentlich abzusenken oder bei einer weniger wuchtigen Soulnummer unten herum anzupassen. Auch die anderen Bänder klingen angenehm und musikalisch. Reiße ich alle EQs bis zum Anschlag auf, was bei vielen Mixern zu kräftigen Verzerrungen führt, gibt sich Deckadance hingegen sehr gutmütig.

Wav ...

bringt ein berührungsempfindliches Display mit zwei vertikalen Wellenformen hervor.

Loop

Diese Ansicht offeriert 11 Taster pro Deck, die voreingestellte Loops in den Längen von 1/32 bis 32 Beats aufrufen. Allerdings muss hierfür der Loop am Player selbst aktiviert sein. Leaps (siehe Test Deckadance 2) werden nicht geboten. Je nach BPM-Interpretation des Beatcounters kann der Loop auch schon mal „unrund“ sein, sollte das Zählwerk daneben liegen.  

Sampler

Der Sampler ist streng genommen ein Sample-Player, der auf eine wirklich beträchtliche Menge an Sounds zurückgreifen kann und überwiegend auf Effekte und Vocals setzt (zum Teil Vocoder-Sounds. Mit den Pfeiltasten durchstöbert ihr die Sounds für das jeweilige Pad. FX Letzte im Bunde sind die „nicht regulierbaren“ Instant-FX, namentlich Stutter, Turntable, Censor, Break und Spin, die wahrscheinlich selbsterklärend sind und die ich nachstehend, zusammen mit den vier Touchpad-FX, für euch aufgezeichnet habe.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Übersichtliches Layout
  • Kontraststarke Optik mit visuellem Feedback
  • Gelungenes Bedienkonzept
  • Moderater Preis
  • Viele Kreativ-Tools
  • Spaßfaktor
  • Pad-FX und Instant-FX

  • Kein Audiorouting für (externe) Interfaces
  • Keine Gain-Regler
  • Kein Datenaustausch mit dem Rechner (Samples) oder Deckadance (Meta)
  • Manuelle Beatmatch-Werkzeuge verbesserungswürdig
  • Keine manuellen Beatgrids möglich
  • Keine Erstellung von Playlisten
  • Sporadische Audioaussetzer
  • Keine Tonhöhenkorrektur

Gehört zu dieser Serie

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