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15.04.2020

Keine Konzerte bis Herbst 2021? Gesundheitsexperte gibt düstere Prognose

Die Wiedereinführung von Großevents als letzter Schritt

Wie schwer trifft es die Live-Branche?

Die große Frage, die die gesamte Musik-Industrie aktuell in Atem hält, ist die nach dem Wann. Wann geht es endlich wieder los? Wann dürfen wir wieder Konzerte spielen, Festivals besuchen, gemeinsam Musik machen und genießen? Nach einer Ansprache der Kanzlerin ist nun bereits klar, dass der Festival Sommer 2020 ausfallen wird – bis zum 31. August sind sämtliche Großveranstaltungen untersagt. Erst vergangene Woche äußerten  sich die Rock am Ring-Macher noch überraschend zuversichtlich äußerten, während die Organisatoren der Fusion bereits die Reißleine gezogen und die 2020er Edition des beliebten Techno-Festivals vor der behördlichen Anordnung abgesagt haben.

Jedoch bedeutet das nicht, dass es ab September dann wirklich weitergehen kann. Die Behörden in Deutschland halten sich mit Prognosen für die endgültige Wiederaufnahme des Kulturprogramms noch zurück. So weit in die Zukunft wolle man hier zulande noch nicht schauen. In den USA laufen solche Prozesse bekanntlich anders. Dort hat nun der Wissenschaftler und Gesundheitsexperte Zeke Emanuel der New York Times eine erste Prognose gegeben, wann Großveranstaltungen wie Konzerte, Festivals oder auch Sportveranstaltungen wieder durchführbar seien werden – und diese ließt ich wie ein Schlag ins Gesicht für die gesamte Kultur-Industrie. Emanuel rechnet nämlich damit, dass vor Herbst 2021 keine Großveranstaltungen stattfinden werden. 

Emanuel sieht zuallererst wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Zunächst müssen Gastronomie, Fabrik-Arbeit, Einzelhandel und Bauarbeiten wieder normalisiert werden. Erst dann kann an Kultur gedacht werden. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass in diesen Branchen ein Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Grade für Festivals ist das extrem unrealistisch. Natürlich muss man beachten, dass diese Einschätzungen erst einmal für die Vereinigten Staaten gelten, die noch deutlich härter vom Coronavirus getroffen sind als Deutschland. Hier produzieren viele Fabriken normal weiter und auch Baustellen ruhen nicht. Der springende Punkt, den Emanuel sieht, gilt allerdings auch für uns: Ein Sicherheitsabstand für unbestuhlte Konzerte einzuführen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Bleiben daher auch hier die Konzertsäle noch über ein Jahr geschlossen? Wir hoffen nicht.

 

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