Hersteller_Korg
Test
5
20.05.2010

Praxis

Effekte
Das Kaosspad arbeitet mit einer internen Sampling-Frequenz von 48 kHz und 24 Bit AD/DA-Wandlern. Im breit gefächerten Effektsortiment sind neben Klassikern wie Echo oder Hall exotischere Typen wie Formantfilter, Slicer, Ringmodulator oder Grainshifter vertreten. Auch ein Mini-Looper und eine Handvoll fette Basssounds sind mit an Bord. Bei Presets, die nur einen Effekt steuern, kontrolliert das Pad zwei Parameter, etwa LFO Speed (x) und Feedback (y) beim Flanger. Bei Effektkombinationen dirigieren die Achsen mehrere Attribute. Programm 05, eine Kombination aus Lowpassfilter und Delay bietet auf der X-Achse Verzögerungszeit, wohingegen Y Cutoff und Resonanz des Filters übernimmt. Etwa die Hälfte der Effekte können BPM-abhängig takten. Gut eingeklopft synchronisieren sie tight, bei extrem langen Laufzeiten geraten sie manchmal aber aus dem Gleichschritt. Das liegt dann in der Regel an der Ohr-zu-Hand-Koordination des Anwenders. Die eingetippte Geschwindigkeit bleibt auch bei einem Effektwechsel vorhanden, der DJ sollte nur nicht vergessen, sie bei einem neuen Song auch neu einzutakten. Genauere Angaben zu synchronisations- und releasefähigen Vertretern zeigt die beilegende Tabelle auf. Die Funktion FX Release sorgt für einen weicheren Ausklang, indem beim Verlassen des aktuellen Effektes ein abschwellendes Delay genutzt wird. Die Releasetime ist auf 3 ms festgelegt.

Die Effekte im Einzelnen
Die Speicherplätze 1 bis 20 belegen Filter und Isolatoren. Mit einem Filter kann der Anwender bestimmte Frequenzbereiche extrahieren. Ein Hochpassfilter etwa lässt nur die hohen Frequenzen eines Audiosignals passieren. Isolatoren hingegen unterdrücken Höhen, Mitten oder Bässe. Die Effekte packen gut zu. In Kombinationen mit zeitgesteuerten Presets wie Delay (P-04) sollte der DJ auf jeden Fall die Geschwindigkeit eintippen, will er nicht Offbeat mixen. Interessant ist auch das Morphing-Filter. Es wechselt auf der X-Achse je nach Fingerposition zwischen LPF, HPF und BPF, die Y-Achse steuert Cutoff und Resonanz. Das Radiofilter (11) bringt wellenartiges Rauschen ins Klangbild. Die Kombination aus Isolator und Verzerrer (14) klingt ganz schön tough. Senkt der DJ den Dry/ Wet-Anteil über den Endlos-Encoder, kann er damit angenehm subtile Ergebnisse erzielen, wie bei den Formant-Filtern TALK und DIGI TALK (18,19) die ich im nachfolgenden Beispiel mit dreißig Prozent hinzugemischt habe.

Hier ist ein Auszug der Speicherplätze 20-50. Jet (16) hat ein ordentliches Feedback, Manual Phaser (17) eine kräftige Resonanz. An Position 22 befindet sich der Mid-Pitch-Shifter, der Decimator (26) reduziert Samplefrequenz und Bitrate. Die Flanger sind spacig, besonders die aggressivere Deep-Variante (36) hat mir gefallen. Der Beat-Slicer (47) zerhackt den Beat rhythmisch.

Ab Programm 51 kommen unverknüpfte Einzelplatzversionen von Delay und Reverb zum Einsatz. Den Monsterhall kann man bei einem digitalen DJ-Effektgerät für 150 Euro nicht erwarten, doch die Klangcharakteristik ist grundsätzlich als gut zu bewerten. Ich habe euch einige Beispiele aufgezeichnet, damit ihr euch selbst von der praxistauglichen Umsetzung überzeugen könnt.

Der Looper ist mit zwei Bars Länge ziemlich knapp bemessen, trotzdem kann er als Kombieffekt spannende Sounds hervorbringen. Die Schleifen können über die Koy-Achsen zum Beispiel in Beat und Tonhöhe modifiziert werden. Mir ist besonders der Loop-Oszillator ins Ohr gedrungen. Ein echt schräger Effekt, direkt wie aus der Geisterbahn entsprungen.

Ein Zehnerblock Synthie-Effekte mit Pitch, LFO und Filterkontrolle sind auch mit von der Partie. Die Sounds sind etwas schwieriger zu kontrollieren, wenn man eine bestimmte Tonhöhe gezielt ansteuern will. Ferner muss der DJ gut aufpassen, da diesmal das Ausgangssignal lauter ist als das Eingangssignal. Die Sirene etwa knallt mal eben bis zu sieben zusätzliche dB auf den Master. Ooops. Von den Synths abgesehen sind unzuträgliche Extremwerte nicht zugegen, was den Einsatz aus DJ-Sicht vereinfacht. Die Hörer danken es und die Boxen auch.

Wem nach der ganzen Effekt-Frickelei der Finger schmerzt, friert einen Effekt längerfristig mit dem Hold-Button ein. Der Zustand bleibt selbst aktiv, wenn sich der Parameterwert ändert, sodass mit nahezu latenzlosen Touch- oder Ribbon-typischen Fingerjumps tolle Ergebnisse erzielt werden können. Das ist bei einer Encoder-Lösung so nicht möglich.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Guter Klang
  • Kompakte Abmaße
  • Intuitive Steuerung
  • Gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Weicher Ausklang durch Release-FX
  • Touchpad vollflächig nutzbar
  • Temposynchronisation

  • Pegelabfall am Line-Ausgang
  • Kein Batterieindikator

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