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Test
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21.03.2020

Korg NTS-1 Test

Digitaler Mini-Synthesizer im DIY-Format

Superkompakt, leistungsfähig und erweiterbar

Bereits während der letztjährigen Superbooth19 konnte man den potenten Winzling antesten und sich von seinen erstaunlichen Fähigkeiten überzeugen. Nun habe ich den kleinen Korg NTS-1 endlich vor mir, der mich erst mal zu einer kleinen Bastelstunde einlädt.

Wie der Zusammenbau von der Hand geht und was der Kleine letztendlich technisch wie klanglich bietet, das erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Details

Vor dem ersten Gebrauch muss der NTS-1 zusammengebaut werden

Der NTS-1 kommt als DIY-Bausatz ins Haus, aber eher DIY-light, angesichts der Tatsache, dass hier weder gelötet noch gebohrt werden muss. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist allerdings schon gefragt, angesichts der immerhin 24 winzigen Schrauben, die mit dem beiliegenden ebenso winzigen Kreuzschlitzschrauber montiert werden wollen.

Das beiliegende Manual, einer der eher unpraktischen Riesenfaltzettel in fünf Sprachen die heute üblich sind, erweist sich dieses Mal als äußerst praktische Bastelunterlage, die nebenbei im Ikea-Stil den Montagevorgang auf großen Bildern detailliert erläutert. Dabei zeigten sich die Bruchkanten, an denen die Platinenteile getrennt werden, als unangenehm scharf, was sich mit einer Feile oder feinem Schmirgelpapier leicht beseitigen ließ. 

Ansonsten keine große Sache, nach einer knappen halben Stunde ist der Kleine montiert und piepst bereit die ersten Töne aus seinem winzigen Lautsprecher. Da fehlen natürlich einige Oktaven nach unten, aber der Charakter ist schon deutlich zu erkennen. Am vorne liegenden Kopfhörer-Ausgang klingt das dann schon ganz anders. 

Korg NTS-1 Sound Demo (no talking)

Nu:tekt; Logue-SDK, Multi-Engine. Begriffe, die mit dem NTS-1 in Verbindung stehen.

Was verbirgt sich hinter Nu:tekt, Logue-SDK und Multi-Engine?

Als Korg den Prologue Synthesizer vorstellte, war dessen besonderer Kick die sogenannte Multi-Engine. Diese Multi-Engine kommt auch beim später erschienen Minilogue XD zum Einsatz. Hinter der Multi-Engine verbirgt sich eine DSP-Einheit (DSP - Digitaler Signal Prozessor), welche komplexe digitale Oszillatoren und hochwertige Modulations-Effekte, Delays und Reverbs erzeugt. Der Clou an dieser Multi-Engine ist nun aber, dass es sich hier nicht um ein geschlossenes System handelt, sondern das externe Entwickler aufgerufen sind, Oszillator-Konzepte und komplexe Effekte auf hohem klanglichen Niveau zu entwickeln und anzubieten. Dazu wurden kostenlos SDK-Kits (Software Developer Kits), bestehend aus einer Software-Umgebung und einer Entwickler-Platine mit der benötigten Hardware, an interessierte Programmierer verteilt.

Natürlich lag es nahe diese Idee und die beachtliche Rechenpower auch anderweitig zu nutzen und so ist der Korg NTS-1 das erste Nu:tekt Produkt, für das aber bereits neue Shields, bei Korg Custom Panels genannt, entstehen. Was ist nun so ein Shield? Bei vielen modernen Klein-Computern werden diese auf die Computer Grundplatine gesteckt und bieten bestimmte Bedienelemente, z. B. die Spieloberfläche, über die der NTS-1 bedient wird. Andere Custom Panels, die den NTS-1 z. B. in einen Gitarren-Boden-Effekt, oder einen runden Sequenzer verwandeln, kann man auf dieser Seite sehen.

Die Hardware

Betrachtet man den NTS-1 neben seinem analogen Vorfahren, dem Monotribe, ahnt man, dass der recht geringe Hardware-Aufwand moderner digitaler Schaltungen einen so leistungsfähigen Micro-Synth erst möglich macht.

Auf der Rückseite finden sich im 3,5 mm Klinkenformat neben einem Audio-Eingang die Korg-üblichen Sync-Buchsen sowie ein MIDI-In. Über die Micro-USB Buchse kommt Strom ins Gerät und bei Anschluss an einen Rechner dient sie auch der MIDI-Kommunikation. Der einzige Output, der Kopfhörer-Ausgang liegt an der Stirnseite. Der als Rändel-Poti ausgelegte Lautstärkeregler wiederum liegt hinten rechts.

Die Front zeigt sich im populären rustikalen Charme einer Platinen-Oberfläche mit obenauf montiertem 4-stelligen 7-Segment Display, Drehgeber, Potis und Tastern. Die Folientastatur kennen wir in ähnlicher Form vom Monotribe und den Monotrons

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Erstaunliche Klangvielfalt
  • Erweiterbar durch neue Oszillatoren und Effekte
  • Alle Parameter über MIDI-CCs steuerbar
  • Tolles Preis-Leistungsverhältnis
  • Viel Leistung auf kleinstem Raum

  • Keine Presets, Einstellungen gehen beim Ausschalten verloren
  • Leichte Störgeräusche beim USB-Betrieb am Rechner

Gehört zu dieser Serie

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