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19.06.2017

LD Systems Stinger 10A G3 und Sub 15A G3 Test

Aktivboxen

Neues aus dem Stinger-Club!

Kinofreunde kennen das: Entwickelt sich ein Film zum Kassenschlager, kommt eine Fortsetzung. Mit dem Namenszusatz G3 erlebt die Stinger-Serie aus dem Hause LD Systems mittlerweile ihren dritten Auftritt. Folglich hat der Hersteller bislang einiges richtig gemacht. Bleibt die Frage, ob die dritte Generation den Erfolg lediglich verwaltet oder abermals einen draufsetzt. Nehmen wir also zwei Stinger Sub 15A G3 und zwei Stinger 10A G3 Topteile unter die Lupe und untersuchen das Blockbuster-Potenzial.

Details

In der Regel sind günstige Aktivboxen keine Leichtgewichte. Ein Tribut an das berüchtigte Terrortrio aus Ferrittreibern, Sperrholz und großen Gehäusen. Dass es auch anders geht, zeigen unserer Testkandidaten. Der aktive 15-Zoll-Subwoofer bringt gerade einmal 32 Kilo auf die Waage und das Topteil erreicht mit knapp 13 Kilogramm die Vorstufe zur Magersucht. Daher hat der Autor auch keine Probleme, die Boxen aus ihrer Umverpackung zu befreien. Im Karton befinden sich neben den Speakern nur eine gedruckte Gebrauchsanweisung und ein Netzkabel mit PowerCon-Anschluss. Sehr gut! In dieser Preisklasse wird normalerweise auf die nicht verriegelbare Kaltgerätebuchse zurückgegriffen.

Bass SUB 15A

Der 15-Zoll-Ferrittreiber sitzt in einem Bassreflexgehäuse mit vier Eck-Ports. Eine bewährte Konstruktion, die auch klanglich überzeugt. Vor allem im Vergleich zu den in diesem Preissegment beliebten Bandpass-Konstruktionen.

Der Woofer besitzt drei Griffe, deren Konstruktion mit eingelassenen Griffschalen und eingeschraubtem Metallsteg nicht nur gut aussieht, sondern auch praktisch ist. Generell überrascht die aufwändige Verarbeitung. So ist beispielsweise die M20-Distanzstangenaufnahme sauber ins Gehäuse eingelassen und besteht aus einem massiven Stück Metall. Außerdem wurde die Aufnahme mit gleich sechs Schrauben befestigt.

Die Sub 15A verfügen über derart viele Stapelfräsungen, dass sie sich sowohl hochkant als auch waagerecht aufstellen lassen. Generell machen Gehäusekonstruktion und Ausführung einen sehr guten Eindruck. Die Polyurea-Lackierung ist sauber ausgeführt und der Lautsprecher wird mit durchgängigem Lautsprechergitter samt Akustikvlies gut geschützt.

Der Stinger G3 Sub 15A besitzt neben einem PowerCon-Eingang einen solchen Ausgang. Mit einem entsprechenden Kabel ausgestattet, lässt sich das Topteil direkt aus dem Subwoofer mit passender Netzspannung versorgen. Das Class-D-Ampmodul produziert 450 Watt Dauerleistung, betreut von zahlreichen Schutzschaltungen und einem Limiter (DynX-DSP-Technologie).

Das versenkt angebrachte Aktivmodul ist erstaunlich gut ausgestattet. Wir notieren zwei Combobuchsen-Eingänge (XLR und Klinke) sowie zwei XLR-Link-Out-Buchsen. Somit kann man mit einem Subwoofer und zwei Topteilen auch einen 2.1-Aufbau vornehmen, wobei die Topteile stereo arbeiten.

Vier LEDs (On, Signal, Limit, Protect) geben Auskunft über den aktuellen Betriebsstatus und die Gemütslage des Subwoofers. Die Lautstärke des Tieftöners lässt sich über das Main-Level-Poti stufenlos einstellen. Darüber hinaus darf der Anwender per Taster aus vier Betriebsmodi wählen. Dank variabler Trennfrequenzen lässt sich der Bass bei 80, 100 oder 120 Hz ankoppeln. Als vierte Option steht ein Cardioid-Modus zur Verfügung. Dieser dämpft die Bassausbreitung hinter dem Gehäuse und sorgt somit für deutlich weniger Bass auf der Bühne. Eine Option, die eher im Profibereich zu finden ist. Damit dieser Modus funktioniert, müssen allerdings mindestens drei Subwoofer zusammenarbeiten, wobei ein Bass um 180 Grad gedreht wird. 

Topteil G3 10A

Auch das Topteil ist sauber verarbeitet und überrascht mit in dieser Preisklasse eher seltenen Detaillösungen. Die 10A besitzt ein multifunktionelles Gehäuse, kann also auch als Bühnenmonitor arbeiten. Um beim Monitoreinsatz die sorgfältig ausgeführte Polyurea-Lackierung zu schonen, gibt es auf der Monitorschräge zwei große Gummiflächen, die zudem das Verrutschen auf dem Bühnenboden verhindern.

Das Leichtgewicht besitzt nur einen Griff auf der Oberseite, was aber völlig ausreicht. Um die 10A auf Höhe zu bekommen, ist auf der Unterseite ein Duo-Tilt-Hochständerflansch eingelassen. So lässt sich die Box gerade oder leicht angewinkelt auf einer Distanzstange respektive einem Lautsprecherstativ platzieren. Darüber hinaus verfügt die Box über eingelassene Flugpunkte; sie kann außerdem mittels einer Superclamp direkt in eine Truss-Konstruktion eingebracht werden.

Das Topteil aus Birkensperrholz ist mit einem 10-Zoll-Ferrit-Tieftöner bestückt sowie einem 1-Zoll-BMS-Hochtöner auf einem BEM-Kunststoffhorn (90 Grad x 50 Grad). Das Lautsprechergitter besteht aus Stahl und entspricht optisch der Ausführung des Subwoofers. Um sich einen Überblick über die Verarbeitungsqualität zu verschaffen, entferne ich das Gitter und muss verwundert feststellen, dass selbst die Schrauben für das Gitter Gewinde-Einschlagmuttern verwenden und nicht einfach ins Gehäuse gedreht wurden.

Es gibt weitere Beweise für gute Verarbeitung. Der Hochständerflansch besteht aus Metall, dessen Befestigung erfolgt ebenfalls mittels Gewindeschrauben. Alle Schrauben sind zusätzlich mit Sicherungslack versehen, so dass sich diese nicht im Laufe der Zeit durch Vibrationen lösen. Das Horn ist sorgfältig mit Dichtungsband versehen; der kleine, aber feine BMS-Treiber dockt bei sauberer Verkabelung perfekt an das Hochtonhorn an. Die Box wurde mit Dämmmaterial ausgestattet und von innen zusätzlich verstärkt. Alle Flugpunkte besitzen innen liegende Flacheisen, welche die Zugkräfte sicher auffangen. Saubere Arbeit!

Die Zwei-Wege-Class-D-Endstufe stellt 300 Watt Dauerleistung zur Verfügung und wird über einen DSP verwaltet. Zur Stromaufnahme dient eine PowerCon-Buchse samt Netzschalter. Auch hier finden wir das LED-Quartett aus On, Signal, Limit und Protect. Das Topteil besitzt zwei Combobuchsen-Eingänge mit separaten Gain-Potis und einer Mic/Line-Umschaltung zum direkten Anschluss eines dynamischen Mikrofons. Zum Weiterleiten des Signals gibt es eine XLR-Buchse.

Der DSP bietet vier Voreinstellungen, die über den Mode-Taster aufgerufen werden. Die Preset-Namen sind eindeutig: Fullrange, Satellite, Monitor und Flat. Hören wir uns einmal an, was LD Systems Entwickler an Voreinstellungen hinterlegt haben.

Pro & Contra

  • Sound
  • Preis
  • Ausstattung
  • Verarbeitung
  • geringes Gewicht
  • DSP-Presets
  • PowerCon-Netzanschluss
  • dezentes Design
  • üppiges optionales Zubehör

  • Mic/Line-Umschalter ungeschützt

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