Gitarre Hersteller_Line6
Test
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07.08.2013

Line 6 POD HD500X Test

Multieffektgerät mit Ampsimulation

Klassen-Primus

Der Line 6 POD HD500X im bonedo-Test - Es war im Jahre 2010, als Line 6 die POD HD-Serie ins Leben rief. Nach längerer Recherche entschloss man sich, in Sachen Quantität einen Schritt zurückzutreten, dafür aber in puncto Qualität ein dickes Pfund draufzulegen. Das bedeutete weniger Ampsimulationen, dafür aber mit besserem Sound und verbesserter Ansprache. Die Neuheit wurde selbstverständlich von uns in Form des HD500 sehr detailliert in die Mangel genommen und für erstklassig befunden. Nach einem Softwareupdate von 2012 und etwas Überarbeitung wird der neue POD HD500X nun mit viel Pauken und Trompeten beworben und man fragt sich, was man an einem ohnehin schon sehr guten Gerät noch verbessern kann.

Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, haben wir uns extra noch einen "alten" POD HD500 schicken lassen und werden beide Geräte parallel unter die Lupe nehmen. Die Frage ist nämlich, ob der HD500X tatsächlich die 100 Euro mehr wert ist oder ob man mit dem mittlerweile im Preis gefallenen HD500 noch ein Schnäppchen machen kann. Auf jeden Fall eine spannende Angelegenheit. In diesem Test werden die beiden Geräte verglichen, um herauszufinden, welche Vorteile und Neuerungen der HD500X mitbringt. Wer grundlegende Informationen zum POD HD500 benötigt, der sollte sich den Test dazu noch einmal durchlesen. Selbstverständlich wurden die beiden PODs jeweils mit der neuesten Software ins bonedo-Labor geschickt, die im Vergleich zu unserem damaligen Test ein paar Ampmodelle mehr bereitstellt.

Details

Gehäuse/Optik

Auf den ersten Blick hat sich fast nichts geändert. Die Anschlüsse an der Rückseite sind identisch und auch die Reglerbestückung auf der Oberseite bringt nichts Neues ans Tageslicht. Das Display ist umrahmt von Tastern und Reglern und hat seinen gewohnten Platz auf der linken Seite, während man rechts das Expression-Pedal vorfindet. Eines ist allerdings anders, denn die Fußtaster haben sich wesentlich verbessert: Viele Gitarristen hatten sich über die schlechte Beleuchtung der Line 6 Taster im Bühnenbetrieb beschwert und sind offenbar erhört worden. Jetzt erkennt man ganz deutlich, was Sache ist, denn um jeden Schalter befindet sich ein großer, beleuchteter Ring. Daumen hoch, denn das zahlt sich im Praxiseinsatz definitiv aus. Jeder, der schon einmal während einer Ballade versehentlich die Metalsäge angetreten hat, weiß gute Pedalbeleuchtung zu schätzen.

Ausstattung

Nach dem ersten kleinen Upgrade in puncto Hardware scheinen sich die sonstigen Veränderungen auf der Softwareebene abzuspielen. Grund genug, einen genauen Blick ins Datenblatt zu werfen, um zu sehen, was sich unter der Haube verbirgt.

Zuerst einmal hat man dem HD500X einen noch leistungsstärkeren Prozessor einverleibt, denn bei längeren Effektketten gab es beim kleinen Bruder schon ab und zu einen Warnhinweis, dass die Kapazität erschöpft sei und man keinen weiteren Effekt hinzufügen könne. Genau diesen Punkt wollte ich mir deshalb genauer anschauen und habe dafür beide Geräte mit leistungshungrigem Material gefüttert. Zuerst gab es zwei Ampsimulationen, nämlich zwei Mal den Fender Blackface Twin, die ich dann jeweils mit einem 63er Reverb auszustatten versuchte. Bei diesem Test machte der HD500 gnadenlos schlapp - ein Reverb ging noch, aber keine zwei. Beim HD500X sind die Reserven etwas größer, denn der schafft tatsächlich zwei Fender Twins und zwei Reverbs, aber danach ist ebenfalls Schluss. Das heißt, dass er durchaus mit ein paar PS mehr aufwarten kann, aber ein Vergleich mit Formel 1 gegen Fiat 500 verbietet sich, denn so dramatisch stellt sich der Unterschied nicht dar. Zudem hatte der POD HD 500 im Herbst 2012 ein neues Facelifting bekommen und war auf die Software Version 2.1 gehievt worden. Bei der Urversion, die ich 2010 im Test hatte, gab es noch 16 Ampmodelle zur Auswahl, die jetzt auf 20 unterschiedliche Verstärker aufgestockt wurden. Bei einigen dieser Modelle gibt es dazu noch Variationen in der Klangcharakteristik wie z. B. verschiedene Eingangskanäle.

Einen Unterschied in der Ausstattung gibt es in diesem Punkt zwischen HD500 und HD500X keinen. Hier ist die komplette Ampliste:

Nr. Bezeichnung Modell
1 Blackface Double Normal 1965er “Blackface” Fender Twin Reverb, Normal-Input
2 Blackface Double Vibrato 1965er “Blackface” Fender Twin Reverb, Vibrato-Input
3 Hiway 100 Hiwatt Custom 100
4 Super O 1960er Supro S6616
5 Gibtone 185 Gibson EH-185
6 Tweed B-Man Normal 1959er Fender Tweed Bassman, Normal-Input
7 Tweed B-Man Bright 1959er Fender Tweed Bassman, Bright Input
8 Blackface ‘Lux Normal Fender “Blackface” Deluxe Reverb, Normal Input
9 Blackface ‘Lux Vibrato Fender “Blackface” Deluxe Reverb,Vibrato-Input
10 Divide 9/15 Divided By 13 9/15
11 PhD Motorway Dr. Z Route 66
12 Class A-15 1961er Vox AC15
13 Class A-30 TB Vox AC30 “Top Boost”
14 Brit J-45 Normal 1965er Marshall JTM-45 MkII, Normal-Input
15 Brit J-45 Bright 1965er Marshall JTM-45 MkII, Bright-Input
16 Plexi Lead 100 Normal 1959er Marshall “Plexi” Super Lead 100, Normal-Input
17 Plexi Lead 100 Bright 1959er Marshall “Plexi” Super Lead 100, Bright-Input
18 Brit P-75 Normal Park 75, Normal-Input
19 Brit P-75 Bright Park 75, Bright-Input
20 Brit J-800 Marshall JCM-800
21 Bomber Uber 2002 Bogner Uberschall
22 Treadplate Mesa/Boogie® Dual Rectifier
23 Angel F-Ball Engl Fireball 100
24 Line 6 Elektrik Ein Line 6-Original, bei dem alles verglüht
25 Solo 100 Clean 93er Soldano SLO 100,“Normal”-Kanal,“Clean”
26 Solo 100 Crunch 93er Soldano SLO 100,“Normal”-Kanal,“Crunch”
27 Solo 100 OD 93er Soldano SLO 100,“Overdrive”-Kanal
28 Line 6 Doom Eine von Line 6 vorbereitete Kombination des JCM800- Vorverstärkermodells mit dem Hiwatt-Endstufenmodell.
29 Line 6 Epic Eine Line 6-Kreation mit langem Sustain und starker Verzerrung
30 FlipTop Ampeg B-15NF Portaflex Bassverstärker

Auch bei den Lautsprecherboxen, Mikrofontypen und Effekten ist Gleichstand, beide Pedale sind identisch ausgestattet. Hier noch einmal die Fakten:

Gitarrenamp Models 19 Amps 29 Varianten
Bass Amp Models 1
Gitarren Speaker Cabinets 16
Bass Speaker Cabinets 1
Effekte 100+
Effekte gleichzeitig 8
Mikrofon Simulationen 8
Speicher 512
Signalwege 2
Setlist Funktion bis 8
Looper Zeit 48 Sekunden

Bevor wir uns gleich der Praxis widmen, hier noch ein paar Impressionen der äußeren Werte des Boards:

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • besser beleuchtete Fußschalter
  • leistungsstärkerer Prozessor
  • HD500X mit minimal wärmerem Grundsound als der HD500
  • Ampsimulationen (Sound, Ansprache, Dynamik)
  • Effekte (Ausstattung, Editierung, Klangqualität)
  • Bedienung, Editier-Software
  • Anschlüsse
  • stabil und bühnentauglich

  • Keins

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