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Test
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30.09.2016

M-Audio CTRL49 Test

USB/MIDI Keyboard Controller

Volle Plug-in-Kontrolle?

Mit dem M-Audio CTRL49 schickt der Hersteller ein Controller Keyboard ins Rennen, das eine umfassende Steuerung von VST Plug-ins ermöglichen soll. M-Audio setzt dabei wie die Geschwisterfirmen AKAI (Advance) und Alesis (Alesis VX) auf die Software-Schnittstelle VIP, die die auf dem Computer verfügbaren Effekt- und Instrumenten-Plug-ins verwaltet und fernsteuert. Damit soll die mühsame Parameter-Zuweisung von Hand entfallen. Wodurch zeichnet sich das M-Audio CTRL49 in diesem Trio aus, und kommt damit Workstation-Feeling auf?

Die VIP-Software hält vorgefertigte Mappings für zahlreiche Plug-ins bereit, die nach Belieben angepasst werden können. Beim ersten Blick auf das M-Audio CTRL49 fällt auf, dass es im Gegensatz zum AKAI Advance und Alesis VX mit einer Mixer-Sektion ausgestattet ist. Bedeutet das eine noch umfassendere DAW-Steuerung? Wie der Workflow mit dem M-Audio CTRL49 in der Praxis aussieht, soll dieser Test klären. 

Details

Äußerlichkeiten und Anschlüsse

Die Bauform des Gehäuses erinnert entfernt an die Roland Fantom G Serie (wenn auch viel kleiner) und wirkt im Vergleich mit den Produkten der Geschwisterfirmen wuchtiger, was gleich ein subjektives Gefühl von Wertigkeit vermittelt. Ein Blickfang ist das 4,3 Zoll (10,9 cm) große Farbdisplay, das durch seine hohe Auflösung ebenfalls einen edlen Eindruck macht. Die gesamte Bedienoberfläche ist zum Benutzer hin angewinkelt, wodurch das Display und die Beschriftungen sehr gut lesbar sind. Rein optisch kommt also schon von Beginn an das Gefühl auf, an einer Workstation zu sitzen.

Das CTRL49 steckt in einem mattschwarzen Kunststoffgehäuse. Das Bedienfeld besteht aus einer hochglänzenden Metallplatte, die mit dem Gehäuse verschraubt ist. Sie scheint ein wenig anfällig für Staub und Fingerabdrücke zu sein, wirkt jedoch sehr edel. Die Bedienelemente machen insgesamt einen soliden Eindruck und sind sehr übersichtlich untergebracht. Anders als die AKAI- und Alesis-Pendants ist das CTRL49 das einzige der drei Controller-Keyboards, das mit einer Mixer-Sektion ausgestattet ist. Somit wird das Mixing in der DAW ohne Weiteres ermöglicht. Den Luxus eines Motorfaders wie bei den Nektar Panorama Controllern bekommt man hier allerdings nicht.

Auf der Rückseite befindet sich neben einem Power-Button der 9-Volt-Stromanschluss. Das Netzteil wird mitgeliefert. Im Gegensatz zum AKAI Advance und Alesis VX kann das CTRL49 leider nicht über USB mit Strom versorgt werden. Da es aber eher als Studiogerät konzipiert ist und nicht so sehr als Laptop-Begleiter, fällt das nicht schwer ins Gewicht. Direkt daneben liegt der USB-Port zum Datenaustausch mit dem Computer sowie 5-Pol MIDI I/O zur Kommunikation mit weiteren Geräten. Um den gesamten Funktionsumfang des CTRL49 auszuschöpfen, ist die Verbindung mit dem Computer und der VIP-Software unumgänglich, da die Software als Schnittstelle zur Plug-in-Steuerung dient. Zwei Pedalanschlüsse für Sustain und Expression sowie ein Kensington-Schloss runden die Rückseite ab. Damit verfügt das CTRL49 über die gleiche Ausstattung wie seine Kollegen von AKAI und Alesis.

Display und Navigation

In der Mitte prangt das Farbdisplay, auf dem die Verwaltung und Steuerung der Plug-ins sehr detailreich dargestellt wird. Durch die hohe Qualität des Displays ist alles hervorragend erkennbar – auch bei extremen Lichtverhältnissen und aus weiter Entfernung. Viele weniger hochwertige Displays haben das Problem, dass sie aus bestimmten Winkeln betrachtet oder bei hellem Tageslicht nicht mehr lesbar sind. Darüber muss man sich beim M-Audio CTRL49 keine Sorgen machen.

Die direkt darunter liegenden Softbuttons schalten das CTRL49 in verschiedene Modi, um Sounds direkt am Controller mit dem Browser zu suchen, fernzusteuern oder sogar zu layern. Hierbei dienen Pfeiltasten und ein Datenrad sowie Page-Tasten zur Navigation. Ein kleiner, aber entscheidender Vorteil gegenüber dem Alesis VX49 ist, dass diese Sektion unterhalb des Displays platziert ist. Beim VX49 liegen die Navigations-Taster, die man im Workflow oft verwendet, auf der linken Seite des Displays, weswegen man sich als Rechtshänder mit dem Arm selbst das Display verdeckt.

Mixer-Sektion

Links neben dem Display befindet sich die Mixer-Sektion zur Kontrolle des DAW-Mixers. Das CTRL49 ist ausgestattet mit neun Fadern, von denen einer immer auf den Master der DAW gemappt ist. So hat man die Master-Lautstärke immer unter Kontrolle – sehr praktisch! Die weiteren acht Fader regeln die derzeit selektierten DAW-Fader. Mit den direkt darunter liegenden Bank-Tastern kann man zu den nächsten acht DAW-Fadern springen. Die Fader-Tasten ermöglichen es, die Spuren der DAW auszuwählen und sie solo, mute oder aufnahmebereit zu schalten.

Buttons, Pads und Encoder

Auf der rechten Seite des Displays befinden sich 25 hintergrundbeleuchtete Softbuttons. Jede Sektion hat dabei eigene Farben, wodurch man sich gut zurecht findet. Ganz oben sind grundlegende Einstellungen und Funktionen griffbereit. Hier befindet sich auch ein Arpeggiator für die Klaviatur sowie „Roll“, eine Art „Note-Repeat“ für die Pads. Zur Einstellung der Time Division gibt es ebenfalls hintergrundbeleuchtete Buttons, mit denen sich die Wiederholungen der Pad-Noten "on the fly" in 1/4- bis 1/32-Noten, jeweils gerade und in Triolen, abfeuern lassen. Das ist sehr praktisch, um beispielsweise Snare-Rolls und Build-ups zu generieren.

Tastatur und Wheels

Das M-Audio CTRL49 ist bislang ausschließlich in der 49-Tasten-Variante erhältlich. Die Tasten sind in Klavieroptik gehalten, sogar ein roter Filz ist vorhanden, dient hier jedoch nur einem dekorativen Zweck. Die halbgewichteten Tasten sind anschlagdynamisch und mit Aftertouch ausgestattet, wodurch sich die Klangerzeuger sehr dynamisch und lebendig spielen lassen. Beim Spielen weisen die Tasten einen angenehmen, eher sanften Widerstand auf, der meinem Empfinden nach dem Gegenstück von Alesis gleicht. Haut man mal richtig in die Tasten, so ist das Material zwar minimal hörbar, fühlt sich aber dennoch solide an – da rappelt also nichts. Bei sanfteren Spielweisen spürt man, dass die Tastatur beim Loslassen angenehm „mitschiebt“, sie federt also schnell und sauber zurück. Ich persönlich würde die Klaviatur der des AKAI Advance vorziehen, bei dem man eher fester anschlagen muss. Aber das ist letzen Endes natürlich Geschmacksache. Für Geräte dieser Preisklasse zeugen alle drei Tastaturen (M-Audio, AKAI und Alesis) von hoher Qualität.

Auf der linken Seite befinden sich die Räder für Pitch Bend und Modulation, sie sind wie die meisten Bedienelemente rot beleuchtet. Direkt darüber und somit ebenfalls links neben der Tastatur liegen die Oktaventasten, die bei 49 Tasten natürlich nicht fehlen dürfen. Sie sind schnell griffbereit und werden beim Wechsel der Oktaven natürlich ebenfalls rot beleuchtet.

Virtual Instrument Player (VIP)

„VIP“ ist die Software-Schnittstelle zwischen Controller und Plug-ins. Sie ermöglicht die Verwaltung und Steuerung der auf dem Computer installierten VST-Klangerzeuger und VST-Effekt-Plug-ins. Mittels Browser lassen sich die entsprechenden Plug-in-Presets, welche nach ihren Kategorien sortiert sind, direkt an der Hardware durchsuchen. Das erleichtert die Soundsuche erheblich, zumal sich die Presets aller VST-Instrumente auch nach ihren Attributen durchsuchen lassen. Für die gängigsten VST Plug-ins stehen bereits fertige Controller-Mappings bereit, wodurch die Presets ohne Weiteres in ihren Parametern verändert können. Neben der Verwaltung und Steuerung der Plug-ins bietet die Software zudem eine Multi-Sektion, in der sich bis zu acht Klänge schichten oder auf der Tastatur splitten lassen.

VIP ist ein sogenannter VST-Wrapper. Die Software läuft auf PC und Mac als Standalone-Version und lässt sich als VST-, AU- oder AAX-Plug-in in eine DAW laden. Die VIP-Software selbst kann jedoch nur VST-Plug-ins hosten. Das sollte man wissen, denn es bedeutet, dass Pro Tools- und Logic-User die VST-Versionen ihrer Plug-ins mitinstalliert haben müssen, um sie in VIP nutzen zu können.

Die Kombination aus Controller, VIP-Software und DAW macht das CTRL49 zu einer Art Synthesizer-Workstation. In Verbindung mit dem hochauflösenden Farbdisplay wird daraus ein sehr übersichtliches Konzept, da alle Parameter, die man in der VIP-Software steuert, auch gleichzeitig am Controller angezeigt werden. Man braucht also kaum noch zum Computer zu schauen.

Mitgelieferte Software

Um gleich mit der Musikproduktion zu starten, stellt M-Audio eine Lizenz der DAW Ableton Live Lite 9 sowie ein rund 5 GB großes Soundpaket zum Download bereit. Darin enthalten sind viele Software-Instrumente und Effekt-Plug-ins von AIR Music wie Transfuser, Expand2, Hybrid 3, Velvet, Vacuum Pro und Loom. Ein weiterer Download enthält das 9 GB große Eighty Eight Ensemble von SONiVox, mit dem sich ein Steinway Grand Piano mit weiteren Instrumentenklängen layern lässt. Hinzu kommen viele Expansions von Toolroom, mit denen die Klangerzeuger mit zusätzlichen Presets erweitert werden.

Die VIP Software bietet einen eigenen Store, in dem sich weitere Plug-ins von AIR Music, Toolroom und weiteren Herstellern hinzuerwerben und herunterladen lassen. Mit dem CTRL49 erhält man also ein All-in-one-Paket und kann sofort mit der Musikproduktion starten. Es handelt sich übrigens um dasselbe Softwarepaket, das auch dem AKAI Advance und dem Alesis VX49 beiliegt.

Pro & Contra

  • umfassende Fernsteuerung von VST-Plug-ins
  • hochauflösendes Farbdisplay
  • Mixer-Sektion mit Fadern und Buttons
  • Attribut-Browser
  • vorgefertigte Mappings vieler VST-Plug-ins
  • schnelle Mapping-Anpassung

  • nur VST-Plug-ins, kein AU oder AAX

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