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Test
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19.02.2015

M-Audio Trigger Finger Pro Test

Drum-Controller

Ein MIDI-Controller mit integrierten Hardwaresequencer

M-Audio Trigger Finger Pro bei bonedo im Test – Als großer Bruder des vor neun Jahren erschienenen „Trigger Finger“ hat man sich im Hause M-Audio etwas einfallen lassen um sich im heutzutage hart umkämpften Markt der Pad Controller von der Masse abzuheben. 

Der „Trigger Finger Pro“ ist ein Pad-Controller mit 16 hintergrundbeleuchteten Pads und fungiert zudem als DAW Controller. Das Besondere jedoch ist sein integrierter Step-Sequenzer, der ihn zu einer Drum-Machine à la TR-808 macht. Er vereint also drei Geräte. Ist er eine „Eierlegende Wollmilchsau“ auf dem ohnehin schon gesättigten Markt oder doch eine ernstzunehmende, günstige Alternative zu NI Maschine, AKAI MPC und Co.?

Details

Details

Die Klangerzeugung entsteht im Computer durch die mitgelieferte Software Zentrale „Arsenal“, welche Stand-Alone betrieben oder als Software-Instrument in einer DAW eingefügt werden kann. Es können aber auch alle Software-Instrumente in der DAW ohne Arsenal verwendet werden. Durch die MIDI-Out-Buchse ist es zudem möglich, externe Hardware-Klangerzeuger anzusteuern.

In Arsenal selbst werden keine Sequenzen erzeugt, wie man es etwa von NI Maschine oder Akais MPC-Serie kennt. Vielmehr liegt der Fokus beim Thema Sequencing auf dem hardwarebasierten Step-Sequenzer. Ähnlich wie bei einem Hardware-Drum-Computer wie der Elektron Machinedrum werden 16 Steps mit maximal vier Bars zu einem patternbasierten 64-Step-Sequenzer organisiert (16-16-16-16).

Auspacken

Im Karton enthalten ist neben dem Trigger Finger Pro ein USB-Kabel, ein Quickstart-Guide und ein Inbus-Schlüssel zur Veränderung der Standposition. Leider sucht man Netzteil und Installations-DVDs vergeblich. Ein Blick in den Quickstart-Guide bestätigt rasch die Annahme, dass alle Software- und Sample-Pakete mit rund 8 GB registriert und heruntergeladen werden müssen. Bei einer DSL-2000-Leitung ist das ein Spaß, der etwa drei Stunden anhält. Im Internet liest man zudem häufig über Probleme mit der Registrierung und der daraus resultierenden Freigabe der Software. Es wäre von Vorteil gewesen, wenn M-Audio hier Installations-DVDs im Karton beigelegt hätte, um dieses Problem von vornherein zu umgehen. Beim Support wird als Begründung genannt, dass durch Beilegen von DVDs keine aktuelle Software gewährleistet sein könnte – aber es gibt doch schließlich die Möglichkeit, Updates auf Servern bereitzustellen. Der Großteil der 8 GB sind ja die Samples, welche wahrscheinlich keine Aktualisierung benötigen.  

Aussehen

Der erste Eindruck des Controllers ist sehr hochwertig. Die gebürstete Alu-Frontplatte wird von einem mattschwarzen Kunststoffgehäuse umrandet. Durch die abgerundeten Ecken vermittelt der Controller ein modernes Design. Der in zwei Positionen verstellbare Standfuss positioniert den Winkel des Controllers, wodurch das Display je nach Winkel besser erkennbar ist.

 

 

Auf der Rückseite des Geräts findet man eine USB-Schnittstelle zum Anschluss an den Computer, MIDI Out zur Ansteuerung von MIDI-Geräten, 6V-Netzteilanschluss und einen Powerbutton.

Der Trigger Finger Pro ist in einzelne Bereiche unterteilt, welche auf dem Controller aufgedruckt sind:

Control Bank

Der Controller bietet vier zuweisbare Potis, Fader und Buttons, welche jeweils in vier Bänken verfügbar sind. All diese Bedienelemente können durch die Protokolle „Mackie Control“ und „HUI“ alle gängigen DAWs steuern, welche diese Protokolle unterstützen. Vier weitere Buttons steuern direkte Parameter auf dem Display und sind daher direkt unter diesem angebracht. 

Pad Bank

Die 16 Pads sind durch den „Pad Bank“-Button jeweils in vier Bänken verfügbar, wodurch 64 Noten oder Samples abzufeuern sind. Der Roll Button ähnelt dem Note Repeat Button der AKAI MPCs, wodurch auch hier das Gedrückthalten eines Pads das Sample mehrfach hintereinander in einem angewähltem Taktraster (z.B.1/32) getriggert wird. Der Fixed-Button fixiert die Anschlagstärke der Pads auf das eingestellte Fix-Level (z.B. 127). Ein Save-Button dient zur Speicherung von Einstellungen, Presets und Sequenzen des Controllers. Diese können einzeln oder alle gleichzeitig abgespeichert werden.

SEQ Control

In diesem Bereich lassen sich die Pads innerhalb einer Sequenz des Step-Sequenzers Solo oder Mute schalten, oder aber durch den Select-Button im Step-Sequenzer editieren. Zudem können ganze Sequenzen angesteuert werden.

DAW Control

Eine DAW-Control-Sektion mit Pfeiltasten dient zur Navigation zwischen den Tracks innerhalb der DAW.

Die weiteren Buttons PAD, CTRL und SEQ wechseln den Controller beim Betätigen in die jeweiligen Edit-Modi. 

Fast alle Bedienvorgänge lassen sich sowohl am Controller als auch in Arsenal durchführen. Im Transport-Feld gibt es TEMPO, um eben dieses zu tappen. Die Laufwerksfunktionen steuern sowohl DAW als auch den Step-Sequenzer. Der Record-Button dient hingegen nur zur Aufnahme im Step-Sequenzer.  

Software

Mit dem Trigger Finger erhält man ein üppiges Software-Paket per Download. Darunter die Softwarezentrale namens Arsenal, der Sampler AIR Drums und die AIR Drums Expansions „Anomaly“, „Prime Loops“ und „Toolroom“. Zudem bekommt man über die Samples hinaus noch den Softwaresynthesizer „Hybrid 3“, welcher bis vor kurzem exklusiv für Pro Tools erhältlich war. Diese wartet mit subtraktiver und Wavetable-Synthese, 40 Effekten und einer Masse an brauchbaren Presets auf. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Step-Sequenzer für Recording und Live Performance
  • Übersichtlichkeit durch visuelle Wiedergabe der gespielten Pads
  • 8 GB Sound Content - umfassend und production-ready
  • Import von Rex-Files, WAV und AIFF Samples in Air Drums
  • importierte Sounds und Loops können auf Pads gepitched werden
  • Arsenal als VST-Plug-In Wrapper für Logic und Pro Tools
  • Preis-Leistungsverhältnis

  • nur acht Stereo-Outputs verfügbar
  • 8 GB Software und Sounds nur per Download
  • ignoriert MIDI-Song-Position-Pointer

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