Test
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21.05.2019

Mackie DRM 18S Test

Subwoofer

Mackies Monsterbass

Die Firma Mackie baut schon seit langem Lautsprechersysteme und konnte in der Vergangenheit gleiche mehrere Serien erfolgreich am Markt etablieren. Die Mackie HD- oder SRM-Serie haben eine treue Anwenderschaar, denen die amerikanische Firma mit den neuen DRM-Boxen eine weitere Alternative anbietet. Die DRM-Serie ist dabei die derzeit hochwertigste Boxenserie, die Mackies „Running Man“ Logo trägt.

Die komplett neu entwickelten Speaker profitieren, so viel sei verraten, von ihrem hochwertigen DSP, der über ein Control Dashboard (Farbdisplay + Encoder) verwaltet wird. Als Serie konzipiert, lassen die einzelnen Boxen dank der umfangreichen DSP-Möglichkeiten auch mit Aktivboxen unterschiedlicher Wettbewerber kombinieren.

Schauen wir uns heute in der Tieftonabteilung um, in der Mackie mit dem DRM 18S einen Bass-Boliden mit beeindruckenden Werten (zumindest der Papierform nach) ins Rennen schickt.

Details

Die DRM-Familie

Der DRM 18S ist nicht als Einzelkind zur Welt gekommen. Mackie entwickelte im Rahmen der DRM-Serie insgesamt noch vier Topteile unterschiedlicher Größe und Ausführung. Wir notieren zwei klassische Multifunktions-Topteile mit den Bezeichnungen DRM212 (12/1, 4-Zoll) und DRM215 (15/1, 4-Zoll). Beide Topteile beinhalten den gleichen 1,4-Zoll Kompressionstreiber und unterscheiden sich nur in den Gehäuseabmaßen und der Größe des Tieftöners. Ebenfalls zur Serie zählen die Modelle DRM315 (15, 6, 1,4-Zoll) und das Line Array Modul DRM12A (12-Zoll + 3x 1-Zoll).

Der Mackie DRM 18S ist wie die Bezeichnung schon andeutet ein 18-Zoll-Subwoofer. Dementsprechend rustikal geht es beim Unboxing zu. Der Autor flucht und zetert, kann den Subwoofer letztlich doch nach einiger Anstrengung aus seinem Karton befreien.

Neben dem Sub befinden sich noch ein Kaltgerätkabel und eine gedruckte Bedienungsanleitung im Lieferumfang. Mit Abmessungen von 80 x 60 x 60 cm zählt der DRM 18S zu der Gruppe der erwachsenen Tieftöner. Das Gewicht von 41 kg geht daher in Ordnung, zumal der DR 18S (wie alle DRM Boxen) über ein Holzgehäuse verfügt und mit einem 18-Zoll-Ferrittreiber bestückt ist. 

Schauen wir uns den Kollegen genauer an. Die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Saubere Ecken und Kanten, die schwarze Strukturlackierung wurde sauber ausgeführt. Auf der Vorderseite notiere ich ein vollflächiges Lautsprechergitter mit hinter liegendem Akustikflies. Das Gitter ist stabil, sauber in das Gehäuse eingelassen und mit vielen Schrauben gesichert. Ins Gitter eingelassen sind das Mackie „Running Man“ Logo und eine Netz-LED, die grün aufleuchtet, sobald der Subwoofer unter Strom steht.

Hinter dem Gitter residiert ein 18-Zoll-Ferrit-Treiber. Dieser arbeitet in Symbiose mit dem Bassreflexgehäuse, das auf einen großen Rechteck-Port setzt. Was die Griffe betrifft, bietet der DRM 18S nur die Minimalausstattung. Zwei eingelassene Schalengriffe links und rechts am Gehäuse ermuntern zum Zupacken. Ausgewiesene Globetrotter dürften daher erfreut zur Kenntnis nehmen, dass der DRM 18S bereits für die Aufnahme von vier Transportrollen (100 mm) vorbereitet ist. Man dreht die Schrauben auf der Rückseite heraus, legt die Rollen auf und setzt die Schrauber wieder ein. Das erleichtert den Transport ungemein.

Am Einsatzort angekommen garantieren vier Gummifüße einen sicheren Stand. Sicher dürfen sich auch Freunde der gemeinen Distanzstange fühlen. Deren Einsatz ist durch einen K&M Stativflansch mit M20-Gewinde auf der Gehäuseoberfläche problemlos möglich. Aber nicht nur die Topteile lassen sich in luftige Höhen verfrachten. 

Als einer der wenigen Subwoofer seiner Preisklasse ist der DRM 18S tatsächlich flugfähig! Dazu sind in das Gehäuse zahlreiche M20-Montagepunkte eingelassen. Wer lieber die Bodenaufstellung bevorzugt, dürfte die Stapelfräsungen auf der Gehäuseoberseite begrüßen. Somit ist das Basstürmchen-Bauen mit dem DRM 18S kein Problem.

Achtung Spoiler: Die Bässe lassen sich auch um 180° gedreht stapeln, so dass ein Bass noch vorne und ein anderer nach hinten abstrahlt. Somit ist klar: Der Mackie DRM 18S kann auch im Cardioid-Modus betrieben werden. Dann erzeugt das Bass-Array deutlich weniger Energie nach hinten (zur Bühne hin), was einen aufgeräumten Bühnen-Sound mit weniger Tiefbass generiert. 

Angetrieben wird der DRM 18S von seinem Aktivmodul, dessen Class-D Endstufe den Treiber mit 2.000 Watt Peak (1.000 Watt RMS) befeuert. Das verbaute Schaltnetzteil passt sich automatisch der vor Ort herrschenden Netzspannung an, womit der DRM 18S weltweit einsetzbar ist. Das Amp-Modul ist mit einer aktiven PFC (Power Factor Correction) ausgestattet, somit holt der DRM 18S stets das Optimum aus der bestehenden Netzversorgung heraus. Schade, dass man dem Subwoofer statt der Kaltgerätebuchse nicht eine verriegelbare PowerCon-Armatur mit Link-Möglichkeit verpasst hat. Das würde dem ansonsten erstaunlich gut ausgestatteten Kandidaten gut zu Gesicht stehen und ist vor allem bei größeren Setups deutlich komfortabler.

Großzügig gibt Mackie sich allerdings bei den Audioverbindungen. Das Amp-Modul verfügt über zwei Eingänge im Combobuchsen-Format. Jeder Eingang ist zudem mit zwei Link-Out XLR-Armaturen versehen, die wahlweise das Eingangssignal oder ein mit einem Hochpassfilter versehenes Signal an zusätzliche Boxen weiterreicht. Somit lässt sich ein einzelner DRM 18S Sub mit zwei Topteilen zu einem 2:1 System kombinieren. Das Aktivmodul ist nicht mit analogen Gain/Volume-Potis ausgestattet. Die Einstellung der Pegel erfolgt über das „DRM Control Dashboard“, das aus einem Push-Encoder samt Farb-Display besteht.

DRM Control Dashboard

Das DRM Control Dashboard (Armaturenbrett) ist der Herzstück der DRM-Serie und findet sich in jeder DRM-Boxen wieder. Im Grunde besteht das Dashboard nur aus einem Push-Encoder und einem überraschend hellen Farb-Display. Mehr braucht es nicht, um die verbauten DSP-Funktionen zu bedienen. Diese sind erfreulicherweise vielfältig ausgefallen. Starten wir mit etwas Banalem. Dreht man an dem Encoder, so lässt sich die Lautstärke des Subwoofers regeln. Dabei zeigt die Übersichtsanzeige im Display alle relevanten Einstellungen auf einen Blick. Soweit, so gut. Möchte ich jedoch Veränderungen am DSP vornehmen, braucht man nur einmal auf den Push-Encoder zu drücken, um man erhält Zugang zu sechs Hauptmenüpunkten. 

Nach der Übersichtsseite „Main“ folgt die Auswahl „Mode“. Dort lässt sich die Polarität des Subwoofers invertieren. Das kann in der Praxis durchaus nützlich sein, wenn sich zum Beispiel durch die Aufstellung Klangartefakte oder Auslöschungen ergeben. Nächstes Feature ist der Cardioid-Modus, der es mit mehreren Bässen erlaubt, gerichtete Bass-Arrays zu bauen. So wird die Hauptteil der Bass-Energie in Richtung Publikum projiziert, während auf der Bühne deutlich weniger Bass von der PA zu vernehmen ist.

Es folgt die Crossover-Abteilung. Hier hat der Anwender die Wahl, eine passende Frequenztrennung für DRM-Topteile oder für Produkte von Mitbewerbern vorzunehmen. Letztere lassen sich in der Einstellung „variabel“ ankoppeln. Dabei ist die Trennfrequenz zum Top frei in 1-dB-Schritten von 40 bis 160 Hz vorzunehmen. Erstaunlich flexibel.

Letztes Major-Feature: Der DRM 18S lässt sich durch ein Line-Delay (bis maximal 100 ms/ 34 m) verzögern. Besonders hilfreich in Installationen oder im Flugbetrieb. Als letzter Menüpunkt im Dashboard stellt sich die „Configuration“ vor. Konfigurieren lässt sich ein Lock-PIN (Passwort), der die Box vor unautorisiertem Zugriff schützt. Zudem kann sowohl die frontseitige LED als auch die Display-Beleuchtung bei Bedarf abgeschaltet werden.

Wer sich total verkurbelt hat, findet hier auch die Möglichkeit, den DSP auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Wer dagegen richtig Freude an seinen Einstellungen gefunden hat, der darf diese Kreationen auf sechs User-Presets abspeichern. Der interne DSP des Aktivmoduls verfügt zudem noch über innere Werte, die man aber nicht editieren kann. Schutzschaltungen für den 18-Zoll-Treiber wie Peak- und RMS-Limiter sind obligatorisch. Nicht selbstverständlich ist die FIR-Filter-Entzerrung des DSPs, der Phasen- und andere Klanganomalien innerhalb des System beseitigen soll, bevor das verstärkte Signal den Treiber erreicht. Das bringt uns zu der spannenden Frage: Wie klingt der Kollege den jetzt?

Pro & Contra

  • Holzgehäuse
  • strammer Output
  • einfache Bedienung
  • hochwertiger DSP (Dashboard)
  • Cardioid-Modus
  • Line-Delay
  • flugfähig
  • Weitbereichsnetzteil
  • für 100 mm Transportrollen vorbereitet
  • moderne Optik

  • Netzversorgung via Kaltgerätebuchse

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