Test
8
04.06.2019

Praxis

Der Hörtest findet in einem Rock-Club statt, hier lassen sich die Topteile bis an ihre Belastungsgrenze testen. Neben Zuspielermusik checke ich die DRM-Tops über ein Shure SM58. Darüber hinaus versorgt ein Laptop mich während des Tests mit Virtual-Soundcheck-Signalen einer Band, mit der ich mittlerweile seit über 20 Jahren auf Tour bin. Das macht die Evaluierung des Höreindrucks deutlich einfacher.

Für den Start beginnen wir mit dem „Live-Voicing“, das als Voreinstellung für Live-Signale dient. Besprochen mit einem SM58 macht sich sofort das FIR-Filtering des DSPs bemerkbar, so zumindest meine Vermutung. Es klingt sehr frisch mit vielen Höhen und sehr transparent. Die oftmals notwendige Klangkorrektur für nah besprochene Gesangsmikrofone fällt bei den DRM-Tops unspektakulär aus. Bis auf das Setzen eines Low-Cuts gibt es nicht viel zu tun, da die Boxen im Low-Mid-Bereich nicht übermäßig fett klingen.  

Der Klangunterschied zwischen der DRM212 und 215 ist zwar nicht groß, aber hörbar. Die DRM215 geht etwas tiefer, was aufgrund des 15-Zoll-Treibers und des größeren Gehäusevolumens nicht weiter überraschen dürfte. Dafür ist die DRM212 etwas mittiger abgestimmt, weshalb ich der 12-Zoll-Box für eine Live-Beschallung den Vorzug geben würde.   DJs oder Konservenbeschaller sind dagegen mit der DRM215 besser versorgt, auch weil die DRM215 fast Fullrange-Qualitäten besitzt. Für die kleine Feier, wo keine Bassorgien nötig sind, kommen die DRM215 mitunter auch ohne Tieftonunterstützung durch einen extra Subwoofer aus. 

Kommen wir zum Maximalpegel. Beide Boxen sind dem Gehör nach ungefähr gleich laut. Selbst bei Vollaussteuerung geben sich die Mackie Boxen stets kontrolliert und produzieren einen ordentlichen Pegel, der auch bei härter rockenden Bands den Gesang nicht im Marshall & Ampeg Dschungel verschwinden lässt.

Doch nicht nur der gemeine Rocker darf sich von der DRM-Serie angesprochen fühlen. Durch ihre drei Eingänge können beispielsweise Singer/Songwriter direkt andocken und zusätzliches Mischpult ein Mikrofon (Kanal 1), Backing-Tracks (Kanal 3) und eine A-GTR (Kanal 2 verfügt über eine Hi-Z Umschaltung) verstärken.

Nimmt man noch die Möglichkeiten des DRM Dashboards dazu (Voicings, 3-Band-EQ usw.), stellt sich schnell heraus, dass die DRM-Topteile eine sehr breites Spektrum unterschiedlicher Anwendungen abdecken können.

Mit aktiviertem Monitor-Voicing macht sich vor allem die DRM212 gut als Bodenmonitor. Wobei man beachten muss, dass sich das Hochtonhorn nicht drehen lässt und vertikal im Monitorbetrieb mit einer 90° Abstrahlung operiert wird. Mit dem SM58 musste ich drei EQ-Punkte setzten, um die Box koppelfrei nahe der Vollaussteuerung fahren zu können. Das kann sich hören und sehen lassen.

Pro & Contra

  • Holzgehäuse
  • strammer Output
  • moderner Sound
  • einfache Bedienung
  • drei Eingänge
  • hochwertiger DSP (Dashboard)
  • Line Delay
  • flugfähig
  • Weitbereichsnetzteil mit PFC
  • moderne Optik

  • Netzversorgung via Kaltgerätebuchse

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X