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11.06.2019

Midas 522 Test

Kompressor/Limiter im API-500-Format

Geheimtipp!

Midas kommt mittlerweile mit drei Modulen für die 500er-Serie daher und bietet somit dem Nutzer einen komplette Midas-Channel (Preamp, EQ, Dynamics). Das ist der dritte Gerätetest dieser Reihe und befasst sich nach Preamp und EQ nun mit dem Midas-522-Kompressor. Er fällt wie die anderen Midas-Module durch seinen geringen Preis auf und steht trotzdem in Sachen Funktionalität seiner Konkurrenz in nichts nach. Wie auch im Preamp-Test beschrieben handelt es sich bei Midas um eine in London gegründete Firma, die als etablierter Hersteller von Mixingkonsolen (vor allem für den Livebereich) zu sehen ist. Nun schließt sich Midas mit dem Midas-502-Mikrofonvorverstärker, dem Midas-512-EQ und eben auch dem Midas-522-Kompressor dem 500er-Markt an. Da die 500er-Serie nahezu ausschließlich im Studiobetrieb seine Nutzung findet, ist dieser Schritt durchaus überraschend.

Details

Ein Blick auf den Midas 522

Wie bereits beim Midas-502-Preamp und beim Midas-512-EQ gilt auch hier: Die erste Besonderheit des Midas 522 begegnet einem bereits beim Auspacken des Moduls. Der Midas 522 wird in einem Holzetui geliefert. Nachdem es zunächst einen hochwertigen Eindruck vermittelt, zeigt das explosionsartige Öffnen des Etui, dass die Schaumstoffinlays leider nur mangelhaft ausgeschnitten wurden. Ein erneutes Verschließen des Etuis ist nur mit viel Kraft möglich. 

Der Einbau des Midas 522 erweist sich als reibungslos.Er ist mit sechs stufenlosen Potis ausgestattet, welche alle bekannten Parameter eines Kompressors regeln. Der Threshold lässt sich von -50 bis+25 dB einstellen, hier kann mit Hilfe eines Schalters zwischen Hard Knee und Soft Knee gewählt werden. Die Ratio lässt sich ebenfalls stufenlos von 1:1 bis unendlich einstellen. Der 522 kann also auch als Limiter genutzt werden.

Attack und Release können beide manuell und automatisch eingestellt werden. Dabei geht das Attack-Poti von 0,1 bis 20 ms und der Release-Regler von 50 ms bis 2 s. Per Taster können beide Parameter auf „auto“ gestellt werden. Das Presence-Poti ist eine Besonderheit gegenüber konventionellen Kompressoren. Hierbei handelt es sich um ein fixes Filter bei 5 kHz und mit einer Bandbreite von vier Oktaven, das sich von „min“ (=flat EQ) und „max“ (3 dB unter Gesamtpegel nach Kompression) regeln lässt. Mit Hilfe des Make-up-Gains lässt sich der Gesamtpegel um bis zu 18 dB anheben. Zu guter Letzt gibt es ein High-Pass-Sidechain-Filter, das bei 200 Hz die tiefen Frequenzen abschneidet.

 

Zur Visualisierung der Signalbearbeitung hat der Midas 522 zwei LED-Ketten: ein für Gain Reduction, die in 2dB-Schritten Werte von 2 bis 20 dB anzeigt. Außerdem zeigt der 522 das Output Level am zweiten Meter an (-30 bis +20 dBu in 10-dB-Schritten).


Audiobeispiele

Pro & Contra

  • preisgünstiger Kompressor
  • Soft-Knee-Schalter
  • Arbeitstier

  • keine Klangveredlung

Gehört zu dieser Serie

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