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Test
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29.12.2016

Mixvibes Remixlive iOS und Mac Test

Live-Remix-Toolbox mit Sample-Looper

Die französische Firma Mixvibes, bekannt für ihre gleichnamige Software und deren Nachfolger Cross, bedient nach der Sparte des digitalen DJings mit Remixlive nun auch die digitalen Live-Performer. Mit der im Juni erschienenen Version 1.2 wurde unter anderem ein neues, den Spielraum der App ungemein erweiterndes Feature eingeführt: Ableton Link. Mittlerweile ist diese Erweiterung übergreifend auf allen Remixlive-kompatiblen Betriebssystemen angekommen: Mac, PC, iOS und Android, um genau zu sein. Zeit, die App und ihre Neuerungen zu testen. 

Details

Remixlive ist eine Remix-Toolbox, die über eine Pad-Matrix das Triggern von geladenen Samples ermöglicht. Dabei bietet die App von Werk aus drei Sample Packs kostenlos an: Dubstep, Deep House und Hip-Hop. Über den integrierten Store lässt sich die Sammlung bis auf 30 Pakete zum Preis von je 1,99 Euro erweitern, von „Organic House“ über „Funk Session“ bis hin zu einem „Carl Cox“ Package ist für die meisten Freunde nicht nur elektronischer Musik ein Grundstock verfügbar.

Das Layout bietet fünf verschiedene Benutzeroberflächen: die Pad-Matrix, einen Mixer, eine FX-Sektion und zwei Ansichten zum Bearbeiten einzelner Samples. 

Die iOS- und Android-Version für Smartphones lässt einen in der Matrix-Ansicht 24 Slots gleichzeitig belegen und spielen, dabei stehen sechs Spuren zur Verfügung, um Drums, Bass, Melody, Pads und zweimal FX miteinander mischen zu können.

In den Standard-Templates sind für die einzelnen Spuren vier Variationen eingestellt, das heißt vier verschiedene Drum Pattern, vier verschiedene Bassläufe und so weiter. Tablets und Rechnern stehen dort mehr zur Verfügung, alternativ zum 6x4 lassen sich hier auch mittels 8x6-Belegung mehr Pads einstellen und spielen.

Der Remixlive-interne Mixer gibt Zugriff auf die einzelnen Spuren mit jeweils einem eigenen High/Lowpass-Kombifilter sowie Mute- und Solo-Funktion. Die „große“ Version für den Mac bietet hier zusätzlich noch pro Spur einen 3-Band-Equalizer.

Die Effektpalette umfasst in der Smartphone-Version sechs Effekte: Delay, Filter, Flanger, Reverb, Ping Pong Delay und einen Whoosh-Sound, hinzu kommt ein Beat-Repeater mit den Tempi 1/16 bis 2.

Ein XY-Pad ermöglicht die Dosierung des entweder auf den Master oder eine einzelne Spur ausgerichteten Effekts, ein Schloss-Symbol lässt den Effekt auch ohne Betätigung weiterlaufen. Die Mac-Version ist identisch aufgebaut, einziger Unterschied: Statt fünf stehen hier ganze 15 Effekte bereit.

In der ersten Sample-Sektion lässt sich ein einzelnes Sample der Matrix auswählen und bearbeiten. Dazu kann man zunächst aus verschiedenen Abspielmodi wählen: Loop, One Shot und Gate. Die Quantisierungsstufen können eingestellt werden, ein Gain-Regler lässt die Lautstärke bestimmen. Insgesamt weist diese Ansicht vier Untermenüs auf, weiterhin können Sounds über jeweils eine Oktave hoch- und runtergestimmt, im Panning eingestellt, rückwärts und mit Timestretching inkl. Einstellbarkeit der Wiederholfrequenz gespielt werden. Im Sequence-Bereich lassen sich die BPM der Samples analysieren, verdoppeln und halbieren sowie Start- und Endpunkt des Loops und eine ADSR-Hüllkurve festlegen. Zusätzlich können hier auch eigene Samples aufgezeichnet und overdubbed werden. Die maximale Länge der Aufnahme ist vorher festgelegt, lässt sich jedoch taktabhängig variieren.

Die zweite Sample-Sektion ist dann schließlich die Library. Hier lassen sich Preset-Packs und eigene Aufnahmen organisieren. Momentan werden beim Import die Formate WAV, AIFF, AAC und M4a von Remixlive unterstützt. Mac/PC lässt das Einbinden von bis zu 100 Sekunden langen Aufnahmen via Drag & Drop zu, das iPhone geht den Hilfsweg über iTunes. In der Mac/PC-Version gibt es noch zusätzlich den im Update eingeführten Autopilot, der die Clips in verschiedenen einstellbaren Modi automatisch abspielt. 

In den globalen Einstellungen der mobilen Version lassen sich ein „HQ Limiter“ zuschalten, die Masterclock zwischen vier und 16 Beats, HQ-Recording, die Beschaffenheit der „Knobs“ sowie das BPM-Verhalten der on-the-fly zugeschalteten Samples einstellen. Mehr zu bieten haben die Mac/PC-Preferences: Unter anderem kann das Audioformat der Aufnahmen bestimmt, Input und Output festgelegt und MIDI- und Tastaturzuweisungen vorgenommen werden.

Neben dem Erscheinen der Mac- und PC-Versionen ist die wichtigste Neuerung ab Version 1.2 sicherlich die Implementierung von Ableton Link , damit lassen sich mehrere „Link“-fähige Geräte und Programme über dasselbe WLAN-Netz synchronisieren, auch um Jam-Partnern einen leichten, direkten und vor allem kabellosen Einstieg zu ermöglichen. Mittlerweile gibt es eine große Menge an kompatiblen Applikationen, mit Remixlive wird nun also die Bandbreite der Möglichkeiten noch um eine Sample-Batterie erweitert.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • toll klingende, gut abgestimmte Sample Packs
  • leichte Bedienung
  • guter Workflow
  • Beschränkung auf im Kontext sinnvolle Features
  • Windows-Version unterstützt Touch-Displays

  • Bearbeitung von eigenen Loops schwierig
  • FX nur auf Summe oder eine einzige Spur
  • wichtige Features für Smartphone-Versionen nur via In-App-Purchase

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